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So 11.05.13

16.30 - 17.00 Uhr
Ratgeber: Gesundheit

Vitamine - gesund oder gefährlich? (1)

Es gibt keinen Zweifel: Vitamine sind gesund! Oder doch nicht? Kommt darauf an, meint die Wissenschaft. Immer mehr Studien warnen vor künstlich hergestellten Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln. Trotzdem stricken die Vitamin-Hersteller weiter am Mythos Vitamine - zum Schaden der Verbraucher.

Die Präparate halten nicht, was sie versprechen. Sie beugen keinen Krankheiten vor. Im Gegenteil, sie machen kränker - manchmal sogar todkrank.

Vitamine - gesund oder gefährlich? (2)

Eine Studie der Chochrane Collaboration fand heraus, dass die Vitamin A, C, E und Betacarotin sogar die Sterblichkeit erhöhen. Vorausgesetzt, die Präparate werden über einen langen Zeitraum und hochdosiert eingenommen.

Die CARET-Studie zeigte, dass die Lungenkrebsrate bei Rauchern, die über lange Zeit Vitamintabletten eingenommen hatten, anstieg, anstatt zu sinken. Zu Vitamin E und Selen gibt es ähnlich Erschreckendes (SELECT-Studie).

Vitamine (3): Finger weg von Präparaten

- keine unnötigen Vitaminpräparate

- Vorsicht bei Präparaten aus dem Internet (zu hochdosiert, Zusatzstoffe)

Internetlinks:

- www.vz-nrw.de/ftp/link760221A.html

- www.krebsinformationsdienst.de/ vorbeugung/risiken/vitamine-undspurenelemente.php

- www.vz-nrw.de/vitaminpillen

- www.vz-nrw.de/Nahrungsergaenzungsmitt el-eine-Produktuebersicht-von-A-Z-11

- www.vz-nrw.de/ACE-Produkte

Herzinfarkt (1)

Jeden Tag erleiden rund 800 Menschen in Deutschland einen Infarkt. 160 davon sterben - die meisten in den ersten Stunden. Besonders infarktgefährdet sind Diabetiker, Raucher, Personen mit hohem Blutdruck und Personen mit Herzkrankheiten in der Familie.

Etwa 95 Prozent der Herzinfarktpatienten könnten gerettet werden, wenn sie rechtzeitig in ein Krankenhaus kämen.

Herzinfarkt (2)

Zwei Drittel aller Betroffenen berichten von plötzlich auftretenden, starken Schmerzen und einer Enge in der Brust als ob jemand auf einem sitzen würde. Die Schmerzen können zudem in die Oberarme, Hals, Kiefer und Oberbauch ausstrahlen. Diese Symptome treten nicht bei allen Patienten auf.

Manchmal macht sich ein Infarkt schon Tage und Wochen vorher bemerkbar. Viele Patienten berichten rückblickend von unterschiedlichen Symptomen, wie Atemnot, Erschöpfung oder Schlafstörungen.

Herzinfarkt (3)

Was ist ein "stummer" Infarkt?

Etwa ein Drittel aller Infarkte verläuft völlig unbemerkt. Auch wenn dabei die subjektiven Beschwerden nur gering oder gar nicht wahrnehmbar sind, ist der Infarkt nicht weniger dramatisch für das Herzmuskelgewebe.

Oft werden stumme Infarkte erst bei Routineuntersuchungen oder bei einem erneuten Infarkt an veränderten Zacken im Elektrokardiogramm (EKG) entdeckt. Besonders gefährdet für stumme Infarkte sind zum Beispiel Diabetiker.

Herzinfarkt (4)

Das Frühwarnsystem Guardian

Ein neues Gerät, das derzeit in einer Studie am Universitäts-Herzzentrum in Freiburg getestet wird, könnte in Zukunft die Rettung für Infarktpatienten sein. Der "Guardian" überwacht permanent die Herzfrequenz des Patienten und warnt bei Auffälligkeiten, wenn ein Infarkt droht.

Implantiert wird das Frühwarnsystem wie ein herkömmlicher Herzschrittmacher unter der Haut auf der linken Brustseite.

Herzinfarkt (5)

Das Frühwarnsystem Guardian (2)

Mit einem dünnen Draht ist das Gerät mit dem Herzen verbunden und misst kontinuierlich dessen Durchblutung. Registriert es Veränderungen im Blutfluss, warnt es den Träger.

Der Guardian alarmiert in verschiedenen Dringlichkeitsstufen. Das Implantat vibriert so stark, dass man aufwacht. Ergänzend dazu blinkt und piepst das Handgerät. Je nach Schwere der gemessenen Störung lautet der Alarm z.B. "Arzt aufsuchen" oder "Notfall Lebensgefahr".

Herzinfarkt (6)

Die Guardian-Studie

Derzeit wird der Guardian am Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen im Rahmen einer Studie eingesetzt. Es kommen nur Hochrisikopatienten infrage, die im Umkreis von 60 bis 80 Kilometer von der Klinik entfernt wohnen.

In Zukunft sollen von dem Gerät vor allem Patienten profitieren, die einen weiteren Herzinfarkt wahrscheinlich nicht überleben würden, aber auch Patienten, die unter einem besonders hohen Risiko für Gefäßverschluss leiden.

Herzinfarkt (7)

Die Guardian-Studie

Außerdem kommen Patienten infrage, die beim ersten Infarkt keine oder nur atypische Symptome hatten.

Trotz allen medizinischen Fortschritts sind sich Experten einig: Der Guardian soll seinen Träger keineswegs in falscher Sicherheit wiegen. Ein gesunder Lebensstil des Infarktpatienten und die richtige Reaktion sind im Ernstfall entscheidend.

Herzinfarkt (8)

Was passiert bei einem Herzinfarkt?

Durch Blutgerinnsel oder Kalkablagerungen können die Herzgefäße verstopfen. Der Blutfluss kommt zum Erliegen. Der Herzmuskel wird nicht ausreichend durchblutet und stirbt ab. Es kommt zum Herzinfarkt.

Der Herzmuskel kann etwa 60 Minuten ohne ausreichende Blutversorgung überleben, daher spricht man auch von der ersten "goldenen" Stunde. Ist der Herzmuskel länger ohne Sauerstoff, beginnt er abzusterben.

Herzinfarkt (9)

Verdacht auf Herzinfarkt

Bei Verdacht auf Herzinfarkt ist eine rasche Hilfe enorm wichtig. Egal, welche Symptome auftreten. Dauern sie länger als fünf Minuten, sollten Sie unverzüglich die Notrufnummer 112 wählen. Auch am Wochenende und an Feiertagen.

Hilfe in der allerersten Stunde ist für den Patienten von entscheidender Bedeutung. Denn nur dann bestehen gute Chancen, den Gefäßverschluss rückgängig zu machen.

Herzinfarkt (10)

Ist der Patient bewusstlos und die Atmung nicht normal, ist die Herzdruckmassage entscheidend. Dazu legen Sie den Patienten auf den Rücken und drücken den Brustkorb mindestens 100 Mal in der Minute 5 - 6 Zentimeter tief ein

Aus einem Herzinfarkt kann sich ein Kammerflimmern entwickeln. Ist ein Laiendefibrillator vor Ort, sollte er benutzt werden. Halbautomatische Defibrillatoren sind gekennzeichnet mit einem grünen Schild, auf dem ein weißes Herz mit Blitz zu sehen sind.

Herzinfarkt (11)

Wie lässt sich das Risiko verringern?

- regelmäßig Blutdruck messen, optimal sind Werte von unter 130/80

- Sportlich aktiv sein, moderates Ausdauertraining: Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking und Wandern

- 10 Kilo Übergewicht ist schlecht für Blutdruck und Cholesterinwerte

- Gesunde Ernährung: statt tierischer Fette lieber Fisch und Gemüse

- ungesättigte Fettsäuren bevorzugen: Avocados, Nüsse, Oliven-, Walnuss-, Raps- und Leinöl (keine Butter etc.)

Herzinfarkt (12)

Wie lässt sich das Risiko verringern?

Bereits 6 Zigaretten am Tag verdoppeln das Infarkt-Risiko. Der Grund: Raucher haben eine verminderte Durchblutung der Gefäße. Die Gefahr von Blutgerinnseln steigt. Zigaretten sind tabu

Experte im Studio:

Prof.Dr. Dr. Manfred Zehender

Stellv. Ärztlicher Direktor

Klinik für Kardiologie und Angiologie I

Universitäts-Herzzentrum Freiburg - Bad Krozingen

Sport und Psyche (1)

In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. Was schon die alten Römer wussten, ist auch in der modernen Psychotherapie unumstritten. Sport hilft bei psychischen Erkrankungen genauso wie gegen Stress und Sorgen des gewöhnlichen Alltags.

Studien belegen den Zusammenhang zwischen Sport und psychischer Gesundheit und zwar von Sorgen und Kummer des ganz gewöhnlichen Alltags bis hin zu schweren Depressionen.

Sport und Psyche (2)

Professor Förstl bietet seinen Patienten in der psychiatrischen Klinik regelmäßige Bewegung an.

Ein Grund für die Glücksgefühle, die Bewegung verursacht, ist wissenschaftlich gut erforscht: Ausdauersport löst in unserem Gehirn molekulare Prozesse aus. Neurotransmitter wie Serotonin werden deutlich erhöht. Auch das Glückshormon Endorphin wird vermehrt ausgeschüttet.

Sport und Psyche (3)

Klettern gegen die Angst

Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist es sehr belastend, dass sie kein Vertrauen mehr haben - zu sich und ihrer Umgebung, zum Freundeskreis, zu ihren Partnern. Da ist Klettern sehr geeignet, weil der Mensch wieder lernt zu vertrauen. Er hängt am Seil und vertraut sich dem Sicherungspartner an.

Aber nicht jeder muss gleich an die Kletterwand. Gegen Sorgen und psychische Belastungen hilft bereits mehr Bewegung im Alltag.

Handy-Nacken (1)

Unser Kopf wiegt rund drei Kilogramm. Wenn er, anstatt aufrecht auf der Wirbelsäule getragen zu werden, über kleinen Geräten gebeugt hängt oder wir Handys zwischen Ohr und Schulter einklemmen, hat das Folgen für den Hals und die Wirbelsäule. Es kommt zum "Text Neck", zum "Handynacken".

Beim Handy-Nacken bleiben die Muskeln zu lange kontrahiert. Sie blockieren so Versorgungswege und werden auf Dauer sogar kürzer. Kopfschmerzen sind nur eine der Folgen.

Handy-Nacken (2)

Einfache Übung gegen den Handynacken

Den Kopf aufrecht halten, die eine Hand flach, aber ohne großen Druck einige Sekunden gegen das Ohr halten. Dann abwechseln. Regelmäßig üben, am besten mehrmals am Tag einige Minuten.

Vorbeugungsbeispiele: Telefonierpositionen wechseln - Abwechslung entspannt - oder eine Freisprecheinrichtung nutzen. Das Handy beim Schreiben und Lesen auf Augenhöhe bringen: Der Kopf bleibt aufrecht, die Nackenmuskeln entspannt. Dafür gibt es die passende App.

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