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Di 23.09.14

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
Ärger auf Reisen

Wie jedes Jahr gibt es Tausende enttäuschter Reisekunden, da ihre Urlaubsreise nicht das halten konnte, was der Reiseveranstalter versprochen hatte. Bei den Reklamationsabteilungen der Reiseveranstalter herrscht Hochbetrieb und auch Gerichte werden sich mit den vermeintlich "schönsten Wochen des Jahres" im Nachhinein beschäftigen müssen.

Urlauber haben einiges nach der Reise zu beachten, um ihre Ansprüche erfolgreich durchsetzen zu können.

Fristen (1)

Wer vom Reiseveranstalter eine Entschädigung fordern möchte, muss seine Ansprüche innerhalb eines Monats nach dem vertraglichen Reise-Ende beim Reiseveranstalter geltend machen. Wer diese wichtige Frist verpasst, verliert seine Ansprüche auf eine Entschädigung.

- Ausnahme: Der Reiseveranstalter hat über die Frist nicht informiert.

Fristen (2)

- Vorsicht: Die Einreichung einer Reklamation beim Reisebüro genügt in der Regel NICHT zur Fristwahrung.

- Tipp: Reklamation per Einschreiben mit Rückschein einreichen.

Geht es um Kofferprobleme während der Flugbeförderung, sind noch kürzere Fristen zu beachten.

Fristen (3)

Entschädigungsansprüche wegen verspäteter Auslieferung des aufgegebenen Fluggepäcks müssen innerhalb von 21 Tagen nach Aushändigung des Gepäcks bei der Fluggesellschaft und dem Reiseveranstalter geltend gemacht werden.

Bei Beschädigung des Koffers beträgt die Frist sieben Tagen.

Inhalt der Reklamation (1)

In dem Beschwerdebrief an den Reiseveranstalter müssen alle Mängel der Reise genau beschrieben werden, damit der Reiseveranstalter eine Überprüfung vornehmen kann.

Der Reisende muss innerhalb der Monatsfrist auch eine Forderung stellen, die bloße Bitte um eine Stellungnahme genügt nicht.

Inhalt der Reklamation (2)

Einen Rechtsanwalt kann man sich bei Reisemängeln wie Flugverspätung, Hygienezustände im Hotel oder Baulärm erst einmal sparen. Zuerst sollte es der Urlauber selbst versuchen und dem Reiseveranstalter eine Zahlungsfrist setzen.

Anders sieht es bei Personenschäden aus: Hier sollte man sich von Anfang an juristischen Rat einholen.

Ansprüche des Urlaubers (1)

Der Reisende muss Reisemängel darlegen und beweisen. Waren Mängel vorhanden, können sich vielfältige Ansprüche für ihn ergeben.

So kann der Urlauber beispielsweise den Reisepreis mindern und Schadensersatz für notwendige Mehraufwendungen wegen entgangener Urlaubsfreude und - bei Gesundheits- oder Körperschäden auch Schmerzensgeld fordern.

Ansprüche des Urlaubers (2)

Ein Schadensersatz gegen den Reiseveranstalter setzt stets ein Verschulden des Reiseveranstalters voraus, eine Preisminderung hingegen nicht (z.B. Flugverspätung, Baulärm).

Festgelegte Minderungshöhen für Mängel gibt es nicht, es kommt immer auf den Einzelfall an. Es gibt aber Tabellen, die bei der Berechnung von Minderungshöhen hilfreich sind.

Ansprüche des Urlaubers (3):

Zu nennen sind beispielsweise:

- "Frankfurter Tabelle zur Reisepreisminderung"

- "ADAC-Reisepreisminderungstabelle"

- "Würzburger Tabelle zum Reiserecht bei Kreuzfahrten" (für Mängel bei Kreuzfahrten)

Verjährung und gerichtliche Klärung (1)

Ist es nicht möglich, eine gütliche Einigung mit dem Reiseveranstalter zu erzielen, kann der Urlauber vor Gericht klagen. Die Verjährungszeit beläuft sich auf zwei Jahre nach dem vertraglichen Ende der Reise, doch dürfen Reiseveranstalter diese Frist auf ein Jahr verkürzen.

Welche Frist gilt, steht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Reiseveranstalters, also im Kleingedruckten.

Verjährung und gerichtliche Klärung (2)

Die Einleitung eines Gerichtsverfahrens stoppt die Verjährungsfrist. Zuständig für das gerichtliche Verfahren ist das Gericht am Sitz des Reiseveranstalters.

Weitere Informationen:

www.adac.de/_mmm/pdf/2014-ADAC- Reisepreisminderungstabelle_212238.pdf

www.würzburger-tabelle.de

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