Neues aus Das Erste

Jerry Lewis - 90.Geburtstag

Anlässlich des 90.Geburtstags von Jerry Lewis (16.3.) hat Das Erste am 3.Februar um 22.45 Uhr eine Dokumentation über einen verschollenen Holocaust-Film, den die Hollywood-Ikone Jerry Lewis gedreht hat, gezeigt: "Der Clown" von Eric Friedler.

Jerry Lewis' Film "The Day The Clown Cried" ist ein Film-Phantom: 1972 in Schweden und Frankreich gedreht, kam das Werk nie in die Kinos. Mythen und Legenden ranken sich um seine Entstehung und die Gründe für sein Verschwinden.

Der Clown

Gemeinsam mit sechs alten Schauspielern, die damals an dem Projekt beteiligt waren, nähert sich Regisseur Eric Friedler einem der meistgesuchten Filme der Kinogeschichte.

"Der Clown" vereinigt viele Geschichten in sich: Da ist die tatsächliche Story des Films, in der Jerry Lewis als der deutsche Clown Helmut in einem Lager landet und dort dazu gezwungen wird, jüdische Kinder in die Gaskammer zu bringen. Darüber hinaus gibt es die Geschichte der Filmproduktion "The Day The Clown Cried" mit der Geschichte der betagten schwedischen Schauspieler.

Hommage für Jerry Lewis

Was ist mit dem Film geschehen, an dem vor mehr als 40 Jahren mit so vielen Hoffnungen gearbeitet wurde? In einem Interview sagte Jerry Lewis, der am 16.März seinen 90.Geburtstag feiert, dass auch er diesen Film nicht vergessen kann. "The Day The Clown Cried" war ein früher Versuch, den Holocaust filmisch zu bewältigen.

Und so erzählt Eric Friedlers Dokumentation auch die Geschichte des Jerry Lewis, der an einem kritischen Moment in seiner Karriere einen mit hohem persönlichem und finanziellem Risiko behafteten künstlerischen Neuanfang wagt.

Eric Friedler

Der gebürtige Australier Eric Friedler arbeitet seit 2002 beim Norddeutschen Rundfunk und betreute als Redakteur vielfach beachtete Dokumentar-, Fernseh- und Spielfilme.

Als Regisseur gewann Eric Friedler sowohl national als auch international renommierte Preise, u.a. mehrfach den Deutschen Fernsehpreis und den Grimme-Preis, den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis, den Humanitarian Award beim ARPA-Filmfestival in Los Angeles sowie mehrmals die World Gold Medal beim

New York Film Festival.

Die Filme Eric Friedlers

Zu Eric Friedlers bekanntesten Filmen gehören "Das Schweigen der Quandts" (2009), "Aghet - Ein Völkermord" (2010), "Ein deutscher Boxer" und "Nichts als die Wahrheit - 30 Jahre Die Toten Hosen" (2012) sowie "Das Mädchen - Was geschah mit Elisabeth K.?" (2014)

Der auch international sehr erfolgreiche Film "The Voice of Peace - Der Traum des Abie Nathan" (2014) erhielt zwei Grimme-Preise. Seit 2011 leitet Eric Friedler die Abteilung Sonderprojekte für Dokudrama und Dokumentarfilm beim NDR.

Faszination der verlorenen Filme

Auf die Frage, was ihn zu dem Film "Der Clown" inspieriert hat, antwortete er:

"Verlorene Filme, diese sogenannten 'lost films', sind ein Mysterium. Das Publikum kann oder darf sie nicht sehen und das erzeugt einen unglaublichen Reiz. Dieses Phänomen in der Kombination mit einem Hollywoodstar wie Jerry Lewis hat schon lange meine Fantasie beschäftigt." Denn der Film "The Day the Clown Cried" brachte - Jahre vor Roberto Benginis Oscar-Gewinner "Das Leben ist schön" - zum ersten Mal die Begriffe "Clown" und "Konzentrationslager" für einen Spielfilm zusammen.