Mo 20.04.15

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ARD-Morgenmagazin
Berufsunfähigkeitsversicherung

Eigentlich sollte der Markt für private Berufsunfähigkeitsversicherungen boomen: Anfang des Jahrtausends hat der Bundestag beschlossen, dass der Schutz vor den finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit keine staatliche Aufgabe mehr ist - jedenfalls für alle nach dem Jahr 1960 Geborenen.

Doch wer will schon riskieren, z.B. mit Mitte 50 seinen Beruf nicht mehr aus-üben zu können und deshalb in ein tiefes wirtschaftliches Loch zu fallen?

Dennoch: Nur knapp 17 von 42 Millionen der Erwerbstätigen haben heute überhaupt einen solchen Schutz vor Berufsunfähigkeit, und das,obwohl ein Viertel der Berufstätigen es heute, aus gesundheitlichen Gründen im Beruf nicht bis 65 schafft. Künftig setzen sich diese Arbeitnehmer/innen einem erheblichen Armutsrisiko aus.

Das Verbraucherportal "Finanztip" hat zusammengestellt, wie Sie dieses Risiko erfolgreich abwehren:

Der sicherste Weg ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), die die wirtschaftlichen Risiken übernimmt, wenn Sie nicht mehr im angestammten Beruf arbeiten können (www.finanztip.de/

berufsunfaehigkeitsversicherung/).

Der Schutz ist allerdings nicht billig. Direktversicherer machen ihn bezahlbarer. Insgesamt sind die Preisunterschiede für BU-Policen beträchtlich.

1.500 Euro Monatsrente im Fall der Fälle bietet der eine Versicherer für 1.000 Euro an und der nächste für 2.000 Euro Prämie im Jahr.

Auch der Beruf spielt eine Rolle: Maurer, Dachdecker oder Musiklehrer müssen ein Vielfaches der Preise für Apotheker oder Betriebswirte zahlen. Und wer z.B. nach einer Trennung von seinem Partner therapeutische Hilfe in Anspruch genommen hat, hat kaum eine Chance auf einen vertraglichen Schutz.

Verschweigen von Arztbesuchen oder Krankenhausaufenthalten nützt auch nichts. Vor jedem Vertrag stehen detaillierte Gesundheitsfragen des Vesicherers über Arzttermine und Krankenhausaufenthalte der vergangenen Jahre.

Wer die Fragen falsch oder unvollständig beantwortet, riskiert, trotz Versicherung kein Geld zu bekommen.

Alternativen zur Berufsunfähigkeitspolice: Wer das nötige Geld nicht aufbringen kann, kann sich vielleicht nur einen Teilschutz oder einen ungenügenden Schutz leisten.

Eine Möglichkeit ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung, die nicht schon zahlt, wenn Sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können, sondern erst, wenn Sie auch als Pförtner oder Lagerist nur noch wenige Stunden pro Tag arbeiten könnten.

Für körperlich Arbeitende bieten diese Erwerbsunfähigkeitsversicherungen häufig die vernünftigste, noch finanzierbare Alternative. Einen anderen, aber auch sinnvollen Schutz bietet eine "Dread-Disease-Police". Sie zahlt zum Beispiel bei Schlaganfall oder einer Krebserkrankung.

Noch schwieriger ist die Lage für alle, die sich erst "spät", das heißt jenseits der 35, zu einem solchen Schutz entschließen.

Viele Versicherer nehmen Sie als Kunden nicht mehr an, weil sie schon eine Krankheit haben und damit ein Risiko sind. Eine Berufsunfähigkeit kostet die Versicherung schließlich schnell einen sechsstelligen Betrag bis zur Rente.

Bevor Sie sich für eine Police entscheiden, empfehlen wir Ihnen eine vorgefertigte Checkliste auszufüllen, z.B.: http://www.finanztip.de/

berufsunfaehigkeitsversicherung/

checkliste/.

Füllen Sie den Bogen für sich vorher aus, damit Sie alle wichtigen Fragen z.B. mit einem Makler klären können.

Wenn Sie nicht mehr ganz gesund sind, ist der Weg zum Makler die einzige Möglichkeit,die Absicherung Ihrer Arbeitskraft auch unter erschwerten Bedingungen möglich zu machen.

Weil Versicherer sogar bei einem ordentlichen Vertrag und einer ordentlichen Vorarbeit durch Sie und Ihren Makler manchmal die Zusammenarbeit verweigern, empfehlen Experten auch eine Rechtsschutzversicherung, die Ihnen im Zweifel beim Durchsetzen Ihrer Ansprüche hilft.

Für manchen bietet der Arbeitsplatz selbst die Lösung.

Viele Unternehmen haben für ihre Mitarbeiter Kollektivverträge geschlossen, die einen Berufsunfähigkeitsschutz ermöglichen, auch mit wenigen oder sogar ganz ohne Gesundheitsfragen.

Fragen Sie Ihren Arbeitgeber oder den Betriebsrat.