Mo 27.07.15

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ARD-Morgenmagazin
Nach dem Unwetter

Unwetter haben eines gemeinsam: Es gibt Sachschäden in Millionenhöhe.Hausbesitzer und Autofahrer werden geschädigt, Dächer abgedeckt, Bäume entwurzelt und Baugerüste umgeweht. Welche Versicherungen kommen dafür auf?

Die Hausbesitzer sind regelmäßig für ihr eigenes Hab und Gut durch die Wohngebäudeversicherung auf Neuwertbasis abgesichert, die nicht nur bei Feuer- und Leitungswasserschäden einspringt, sondern auch in stürmischen Zeiten.

Die Wohngebäudeversicherung zahlt auch bei Schäden, die am Haus entstanden sind, weil ein Baum umgeknickt ist.

Hat ein Baum auf dem Nachbargrundstück Schaden angerichtet, zahlt die Gebäudeversicherung auch. Aber sie wird beim Besitzer des Baumes bzw. bei seiner Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung Rückgriff nehmen, wenn sich herausstellt, dass der Baum morsche Äste hatte, die auch bei weniger starkem Wind Schaden angerichtet hätten.

Entsprechendes gilt unmittelbar für den geschädigten Hausbesitzer, der keine Wohngebäudeversicherung hat.

Sturmschäden (1)

Hat der Wind das Dach abgedeckt oder Fensterscheiben eingedrückt, so sind die Folgeschäden ebenfalls durch die Wohngebäudeversicherung gedeckt.

Sturmschäden (2)

Wer Gartenhäuschen, Geräteschuppen, Hundehütte, Zaun oder ähnliche Grundstücksbestandteile mitversichern will, muss dies im Regelfall mit seiner Versicherung eigens vereinbart haben.

Für vollgelaufene Keller gibt es nur Geld von der Wohngebäudeversicherung, wenn Elementarschäden mitversichert sind.

Sturmschäden (3)

Sturmschäden an Gebäuden, Hausrat und Autos werden von den meisten Gesellschaften erst ab Windstärke 8 (= mindestens 62 km/h die Skala reicht bis Windstärke 12 = 120 km/h) ersetzt.

Einige Gesellschaften fühlen sich erst ab Windstärken im zweistelligen Bereich zuständig, ihren Versicherten Schäden zu ersetzen.

Sturmschäden (4)

Ein Blick in die Versicherungsbedingungen hilft herauszufinden, ob es sich lohnt, einen "Sturmschaden" anzumelden, oder sich für künftige Fälle nach einer anderen Versicherung umzusehen.

Für Gebäude, die sich noch im Bau befinden, ist die Bauleistungsversicherung zuständig. Sturmschäden an Wohnungseinrichtungen fallen unter den Schutz der Hausratversicherung.

Sturmschäden (5)

Eine Hausratversicherung ersetzt zum Beispiel Schäden an Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen. Regenwasserschäden sind versichert, wenn der Wind das Dach abgedeckt oder ein Fenster eingedrückt hat und dadurch Wasser in die Wohnung gekommen ist.

Für zerborstene Scheiben müsste eine Glasbruchversicherung bestehen; Sie kommt auch für eine Notverglasung auf.

Sturmschäden (6)

Vom Balkon gefallene Blumentöpfe, die einen Passanten treffen können, sind bei Einfamilienhäusern ein Fall für die Private Haftpflichtversicherung. Wurde sie für überflüssig gehalten, kann ein Verletzter direkt vom Eigentümer Schadenersatz verlangen.

Entsprechendes gilt für die Dachziegel, die einem Fußgänger oder Autofahrer treffen.

Sturmschäden (7)

Für Eigentümer von Mehrfamilienhäusern ist die Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung zuständig.

Autoschäden (1)

Wer mit seinem Wagen bei Sturm von der Straße abkommt oder gegen einen auf der Straße liegenden Baumstamm fährt, dem ersetzt die Vollkaskoversicherung den Schaden.

Autoschäden (2)

Die Teilkaskoversicherung reicht dafür nicht aus. Das gilt, wenn jemand in ein Fahrzeug hineinfährt, das zuvor gegen einen umgestürzten Baum geprallt ist.

Die Teilkasko kann aber in Anspruch genommen werden, wenn ein PKW durch heruntergefallene Gegenstände (Dachziegel, Äste) oder durch einen umgestürzten Baum beschädigt wurde. Natürlich sind solche Schäden auch durch die Vollkasko gedeckt.

Autoschäden (3)

Ein von der Teilkaskoversicherung regulierter Schaden hat keinen Einfluss auf den Schadenfreiheitsrabatt bei der Vollkasko. Allerdings geht jeweils die vereinbarte Selbstbeteiligung zu Lasten des Autobesitzers.

Alternativ kann - beim Nachweis von Schuld des Hauseigentümers - dessen Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung in Anspruch genommen werden.

Personenschäden (1)

Unfallopfer schalten am besten ihre Krankenkasse ein. Bei bleibenden Schäden kann Geld aus der privaten Unfallversicherung fällig werden, zusätzlich bei Unfällen auf Arbeitswegen aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

Schwere Folgen entschädigen auch die gesetzliche Rentenversicherung oder eine private Berufsunfähigkeitsversicherung.

Personenschäden (2)

Das gilt unabhängig davon, ob zum Beispiel ein Hausbesitzer, von dessen Dach ein Ziegel herunterfiel, dafür haftbar ist, weil er seine Verkehrssicherungspflicht verletzt hat.

Er könnte allerdings von der Versicherung ersatzpflichtig gemacht werden, was auch für die Teilkasko und Privathaftpflichtversicherung gilt.

Weitere Informationen:

Sturmschäden werden von den meisten Versicherungsgesellschaften erst ab einer Windstärke von mindestens 62 km/h ersetzt. Wie stark es "geweht" hat, ist beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach mit Zweigstellen in allen Bundesländern zu erfahren.

Deutscher Wetterdienst

Frankfurter Straße 135

63067 Offenbach

www.dwd.de