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Mo 07.04.14

So entfernen Sie Zecken richtig (2)

www.zecken.de

http://www.bfbd.de/de/bund/1.html

"Zecken auf dem Vormarsch"

Zecken sind weltweit verbreitete blut- saugende Parasiten, die sich vom Blut ihrer Wirte ernähren. Normalerweise sind Zecken ungefährlich, es sei denn, sie sind mit Krankheitserregern infi- ziert.
Ist eine Zecke infiziert, kann ein harmloser Zeckenstich zur Gefahr für den Menschen werden, denn im Darm oder in den Speicheldrüsen der Zecke können Bakterien oder Viren sitzen, die durch den Stich übertragen werden können.
Zecken besitzen stechend-saugende Mund- werkzeuge, womit sie die Haut auf- schneiden und sich mit dem stachel- besetzten Saugorgan in der Haut veran- kern. Wegen der betäubenden Wirkung des Zecken-Speichels ist der Stich schmerz- los und wird nicht gespürt.
In Deutschland gibt es vor allem zwei durch Zecken übertragbare Krankheiten: die von Bakterien ausgelöste Borreliose und die durch Viren übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Milde Winter haben zur Folge, dass Zecken zunehmend ganzjährig aktiv sind. Erste FSME-Fälle traten dieses Jahr be- reits im Januar auf. Der Winter 2013/14 sei ein wahrer Zeckenwinter gewesen, berichten Wissenschaftler.
Im vergangenen Jahr erreichte die Zahl der FSME-Erkrankungen mit 420 Erkran- kungen ein neues Hoch. Zecken sind ziemlich hart im Nehmen: Zwischen ihren Blutmahlzeiten können sie zwei bis drei Jahre lang hungern.
In Wohnungen überdauern sie mehrere Tage. Im Gefrierfach bei minus acht Grad ist die Hälfte der Zecken nach 24 Stunden noch am Leben. Erst Tempera- turen unter minus 20 Grad Celsius töten Zecken zuverlässig.
Selbst den Vollwaschgang in der Wasch- maschine bei 40 Grad Celsius überleben die Parasiten. Waschgänge bei 60 Grad und der Weg durch den Trockner töten sie jedoch zuverlässig ab.
Bislang hielten die achtbeinigen Blut- sauger wenigstens von November bis Ende Februar Winterruhe. Gewöhnlich werden sie erst ab ca. 5 bis 7 Grad Celsius aktiv.
Doch der Klimawandel und die zunehmend milden Winter machen die Zecke zuneh- mend zum ganzjährig aktiven Tier.
Verbreitungsgebiete infizierter Zecken
Die Borreliose findet sich in ganz Deutschland. Etwa 30 Prozent der Zecken sind infiziert. Während in Bundes- ländern nördlich von Bayern und Baden- Württemberg Zecken meist nicht infi- ziert sind, tragen aber viele von ihnen in Süddeutschland den FSME-Virus.
Neuerdings sind die Erreger durch Zecken auch im Saarland und Rheinland- Pfalz nachgewiesen worden.
Verbreitungsgebiete (2)
Auch in Osteuropa gibt es zahlreiche Landstriche, in denen infizierte Zecken lauern. Dort sind vermehrt auftretende Fälle der Hirnhautentzündung durch Zeckenstiche bekannt geworden.
Unter www.zecken.de finden sie eine Karte mit den Verbreitungsgebieten.
FSME (1)
Bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis handelt es sich um eine Viruskrankheit, die mit einer fieberhaften Erkrankung unter Beteiligung der Hirnhäute, in schweren Fällen auch des Gehirns und Rückenmarks einhergehen kann.
Auf eine Infektion reagiert der Körper mit grippeähnlichen Anzeichen, wie Fieber sowie Kopf- und Glieder- schmerzen.
FSME (2)
Bei zahlreichen Patienten ist die Krankheit danach überstanden. Bei einem Teil der Erkrankten befällt der Erreger jedoch das zentrale Nervensystem und kann zu Hirnhautentzündung führen. Dann besteht Lebensgefahr!
Auch bei einem weniger dramatischen Verlauf können Folgeschäden wie Läh- mungen zurückbleiben.
FSME (3)
Gegen FSME gibt es eine Impfung, die zweimal aufgefrischt werden muss. Zwi- schen der ersten und der zweiten Sprit- ze sollten etwa 4 Wochen verstreichen.
Ein wirksamer Schutz gegen FSME ist erst zwei Wochen nach der zweiten Injektion aufgebaut. Ein Langzeit- schutz, der drei bis fünf Jahre wirkt, kann nur mit einer dritten Impfung erreicht werden. Diese wird rund 9 bis 12 Monate nach der ersten erforderlich.
Borreliose
Während sich das FSME-Virus beim Stich einer Zecke (sofern diese damit infi- ziert ist) sofort auf den Menschen überträgt, wird der bakterielle Erreger der sogenannten Borreliose in der Re- gel erst nach 8-10 Stunden übertragen.
Eine Borreliose-Erkrankung kann durch frühzeitiges Entfernen der Zecke (ohne Quetschung) verhindert werden. Wird die Infektion nicht rechtzeitig erkannt, kann es zu schweren Folgeschäden kommen
Vorsicht bei Hausrezepten zur Zecken- entfernung
Sie reichen vom Abbrennen der Zecke bis zum Beträufeln mit Öl. Manche wollen gar die Zecke mit Klebstoff entfernen.
Doch solche Verfahren schaden mehr als sie nützen: Die Zecke entleert dadurch ihren Darminhalt direkt in die Stich- stelle. Hierdurch geraten die Erreger der Borreliose oder andere Erreger sofort in die Blutbahn des Menschen.
So entfernen Sie Zecken richtig (1)
Entfernen Sie die Zecke mit Hilfe einer spitzen Pinzette oder eines Skalpells. Das Skalpell sollte nur von einem Arzt und nur dann benutzt werden, wenn das Greifen mit einer Pinzette nicht mög- lich ist.
Greifen Sie die Zecke so nah an der Haut, ohne sie zu quetschen, wie es Ihnen möglich ist. Dann ziehen Sie die Zecke langsam von der Einstichstelle weg.
Der Zug sollte mindestens 60 Sekunden anhaltend sein. Dann löst sich die Zecke meistens von allein aus der Haut.
WICHTIG: Zecken weder mit Öl noch mit Klebstoff behandeln! 80 Prozent der Infektionen werden hierdurch verur- sacht!
Achten Sie besonders auf die kleinen Larven und Nymphen, sie sind sehr klein und hellbraun.
Sie sind leicht zu übersehen, da sie fast wie eine Sommersprosse aussehen. Zecke nur am vorderen Ende, welches in der Haut steckt, mit einer Splitter- pinzette fassen und vorsichtig heraus- ziehen.
Benutzen Sie auf keinen Fall die Finger zum Entfernen. Auch dann nicht, wenn die Zecke Ihnen dazu groß genug er- scheint. Dabei wird die Zecke zu sehr gequetscht und die Erreger werden direkt in die Stichstelle gedrückt.
Tipp:
Haben Sie die Zecke entfernt, betupfen Sie die Einstichstelle mit einem Desinfektionsmittel.
Auf jeden Fall sollten Sie die Ein- stichstelle aufmerksam beobachten - treten Rötungen auf, gehen Sie sofort zum Arzt!
Diese Verhaltensregeln helfen Zeckenstiche zu vermeiden:
- Im Wald die Wege benutzen und nicht durch dichtes Unterholz gehen.
- Einreiben mit Zecken und Insekten abwehrenden Mitteln (Repellents), auch Schuhe und Hose von beiden Seiten einsprühen, auch die Beine über den Socken unter der Hose.
- Nach dem Aufenthalt im Wald, Klei- dung und Körper systematisch nach Zecken absuchen.
Weitere Informationen (1)
Zecken Risikogebiete
BORRELIOSE und FSME BUND DEUTSCHLAND e.V.
Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf www.dgk.de
Weitere Informationen (2)
Mehr Informationen finden Sie auch in diesem Buch-Ratgeber:
B.+H. Mehlhorn
Düsseldorf University Press
ISBN: 978-3-940 671-12-7
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