Mo 23.02.15

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ARD-Morgenmagazin
Die richtige Haarpflege

Haare sind Ausdruck unserer Persönlichkeit. Gut fünf bis sechs Mal pro Jahr geht man hierzulande in den Friseurladen und vor allem Frauen sind häufig nicht zufrieden mit dem, was sie auf dem Kopf haben.

Schließlich gilt eine üppige Mähne immer noch als Symbol für Weiblichkeit, Erotik und Attraktivität. Doch nicht immer liegt es am schlechten Shampoo oder einer misslungenen Dauerwelle, wenn die Haare vom Kopf abstehen.

Haare waschen

Die wichtigste Maßnahme für Haare und Kopfhaut ist die richtige Reinigung. Das Haar muss regelmäßig mit einem Shampoo gereinigt werden, damit Talg, Schweiß, Hautschuppen, aber auch Staub, Schmutz und Rückstände von Haarpflegemittel, Haarspray und Gerüche aus dem Haar und der Kopfhaut entfernt werden.

Wie oft Haare gewaschen werden sollten, dafür gibt es keine Regel.

Haare waschen (2)

Bei extrem fettigem Haar empfiehlt es sich, häufiger zu waschen. Zu häufiges Waschen hingegen trocknet das Haar aus und entzieht der Kopfhaut viel Fett, so dass der Schutzmantel der Kopfhaut angegriffen wird. Trockene, juckende Haut und Schuppen können die Folge sein.

Vor dem Waschen sollten die Haare gekämmt und dann erst mit viel lauwarmem Wasser tropfnass gemacht werden.

Haare waschen (3)

Auch die Kopfhaut muss nass sein. Es sollte nicht zu viel Shampoo verwendet werden: Die meisten verwenden zu viel. Es genügt eine Menge, je nach Haarlänge, von Haselnussbis Walnussgröße.

Nach dem Shampoonieren mit viel Wasser nachspülen. Zurückbleibende Shampoo-

Reste können auf der Kopfhaut brennen, jucken und die Schuppenbildung fördern.

Tipp: Nach einer frischen Dauerwelle das Haar erst 4 Tage später waschen

Haare trocknen (1)

Trocken föhnen ist für das Haar großer Stress. Am besten zunächst ein Frottee-Handtuch sanft auf den Kopf drücken. Wildes Trockenreiben mit dem Handtuch ist sehr schlecht fürs Haar.

Wenn zu heiß oder zu lange geföhnt wird, gehen die Haare auf Dauer kaputt. Sie trocknen aus, werden spröde, glanzlos und werden brüchig, weil die schützende Schuppenschicht aufgeraut wird.

Haare trocknen (2)

Hitze regt auch die Talgproduktion der Kopfhaut an. Wer keine Zeit zum Lufttrocknen hat, sollte beim Föhnen immer eine niedrige Temperatur wählen.

Haare kämmen

100 Bürstenstriche pro Tag bringen das Haar zum Glänzen - eine alte Volksweisheit. Regelmäßiges kämmen und bürsten tut den Haaren gut. Sie werden in Form gebracht, denn die Schuppen der Haaroberfläche werden geglättet.

Haare kämmen

Fürs Kämmen eignen sich Kämme aus Hartgummi oder Horn am besten. Sie dürfen keine scharfen Kanten haben. Auch Bürsten mit Naturborsten sind zu empfehlen. Naturborsten, wie zum Beispiel Wildschweinborsten, sind dem menschlichen Haar sehr ähnlich.

Kamm und Bürste müssen regelmäßig mit Shampoo gereinigt werden. Sonst kommt ranziges, altes Haarfett ins Haar.

Das richtige Shampoo (1)

Die kosmetische Industrie bietet eine Vielzahl von Reinigungsmitteln an, die sich in ihrem speziellen Zweck, aber auch in ihrer Art und Zusammensetzung unterscheiden.

Shampoo gegen Schuppen soll über die eigentliche Reinigung hinaus die Schuppen mild von der Kopfhaut lösen, das Wachstum von Bakterien und Juckreiz verhindern.

Das richtige Shampoo (2)

Shampoo für trockenes, angegriffenes Haar soll mild reinigen, dem Haar Fettstoffe ("Rückfettungsmittel") zuführen, Strukturschäden durch füllende Zusätze (z.B. Proteine) ausgleichen und dem Haar Glanz geben.

Shampoo für fettiges Haar soll stärker entfetten, entzündungshemmend, desinfizierend und antiseborrhoisch wirken (Talkprodiktion der Kopfhaut mindern).

Das richtige Shampoo (3)

Shampoos für empfindliche Haut, müssen gut haut- und schleimhautverträglich sein. Sie können Kräuterextrakte, zum Beispiel Kamille enthalten. Duftstoffe und Konservierungsstoffe werden nur in geringsten Konzentrationen zugesetzt.

Kurbehandlungen

Spezielle Kuranwendungen sind besonders angebracht nach Behandlungen, die mit einer Beeinträchtigung der Haarstruktur verbunden sind.

Kurbehandlungen (1)

Kuren sind auch zu empfehlen wenn der Haarzustand aus anderen Gründen unbefriedigend ist (z.B. glanzlos, schlaff, gespaltene Spitzen). Eine wesentliche Aufgabe dieser Haarpflegemittel ist es auch, das "Fliegen" zu beseitigen.

Dieses "Fliegen" entsteht dadurch, dass sich die Haare durch Waschen und chemischen Behandlungen, aber auch durch Kämmen und Bürsten negativ aufladen und sich dadurch gegenseitig abstoßen.

Kurbehandlungen (2)

In diesem Zustand lassen sich die Haare schlecht frisieren. Cremekuren sind meist cremige Emulsionen. Sie werden als Pflege für Haare mit ausgeprägten Strukturschäden empfohlen.

Da sie sauer reagieren, sind sie auch zum Neutralisieren und Adstringieren (straffen) nach Färbungen und Blondierungen geeignet. Spülungen sind meist flüssige Emulsionen, deren Pflegewirkung vor allem auf das Haar abzielt.

Kurbehandlungen (3)

Kuren können ebenfalls nach chemischen Behandlungen, aber auch nach Haarwäschen angewendet werden. Da auch sie sauer eingestellt sind, wirken sie ebenfalls neutralisierend und adstringierend und verbessern dadurch die Kämmbarkeit und den Glanz des Haares.

TIPP: Von Haarpflegeprodukten mit zu vielen Silikonen und zu viele Do-ityourself-Anwendungen besser die Finger lassen

Weitere Informationen:

Bayerischer Rundfunk:

Hintergrund Haare

www.br.de/themen/ratgeber/ inhalt/gesundheit/haarehaarausfallhaarpflege108. html

Ökotest Haarshampoos

www.oekotest.de/cgi/ index.cgi?artnr=101231&bernr=10