Mo 23.03.15

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
Radfahren und Recht

Regeln im Straßenverkehr (1)

Gekennzeichnete Radwege (blaues rundes Verkehrszeichen mit einem Fahrrad) müssen im Straßenverkehr grundsätzlich benutzt werden. Wer das als Radfahrer missachtet, zahlt 20 Euro.

Das gilt auch für Rennradfahrer und für sogenannte Liegeräder. Ausnahme: Die Radwege sind zugeparkt oder mit Schlaglöchern übersät.

Regeln im Straßenverkehr (2)

Achten Sie auf die Fahrtrichtung! Nur wenn Radwege mittels Schildern dafür freigegeben sind, dürfen auch beide Fahrtrichtungen befahren werden.

Fehlt auf einer Fahrbahnseite der Radweg, muss ansonsten auf der Straße gefahren werden. Das Fahren gegen die Fahrtrichtung kann mit einem Verwarnungsgeld belegt werden.

Regeln im Straßenverkehr (3)

Ist kein Radweg vorhanden, darf man nicht auf dem Fußweg fahren. Ausnahme: Kinder bis 8 Jahre müssen auf dem Fußweg fahren, Kinder bis 10 Jahre dürfen es. Mitfahrende Eltern müssen aber auf die Straße.

Fußgängerzonen dürfen nur mit dem Fahrrad befahren werden, wenn dies durch Schilder erlaubt ist. Ansonsten droht eine Strafe von 15 Euro.

Regeln im Straßenverkehr (4)

Bei Einbahnstraßen gilt: Nur in die richtige Richtung mit dem Rad, sonst kostet es mindestens 20 Euro. Nur wenn ein Zusatzschild "Fahrrad frei" vorhanden ist, darf man in beide Richtungen der Straße fahren.

Irrtümer rund ums Fahrradfahren (1)

"Telefonieren auf dem Rad ist erlaubt."

Irrtum: 25 Euro zahlt, wer mit dem Handy auf dem Fahrrad erwischt wird.

Irrtümer rund ums Fahrradfahren (2)

"Man darf auf dem Gepäckträger eine andere Person mitnehmen."

Irrtum: Nur Kinder unter 7 Jahren dürfen mitgenommen werden und das nur in einem Kindersitz. Der Fahrer muss mind. 16 Jahre alt sein. Wer sein Kind auf dem Gepäckträger mitnimmt,zahlt 5 Euro.

"Freihändig fahren ist erlaubt."

Irrtum: Das Kunststück schlägt mit

5 Euro zu Buche.

Irrtümer rund ums Fahrradfahren (3)

"Nebeneinanderfahren ist erlaubt"

Irrtum: Nur wenn niemand behindert wird, darf man nebeneinander fahren. Ausnahme: Mehr als 15 Radfahrer bilden einen Verband, dann dürfen zwei Radler nebeneinander fahren, ebenso in Fahrradstraßen.

"Moutain-Bikes brauchen kein Licht."

Irrtum. Alle Räder benötigen nach der Straßenverkehrszulassungsordnung Licht.

Irrtümer rund ums Fahrradfahren (4)

"Beim Abbiegen muss man die ganze Zeit dem Arm herausstrecken."

Irrtum: Der Radfahrer muss vorm Abbiegen mit dem Arm die Fahrtrichtung anzeigen. Beim Abbiegen soll er beide Hände an das Lenker nehmen.

"Radfahrer dürfen keinen Hund Gassi führen." - Irrtum. Ein Radfahrer darf vom Fahrrad aus einen Hund an der Leine mitführen (§ 28 StVO).

Irrtümer rund ums Fahrradfahren (5)

"Wer als Fahrradfahrer den Zebrastreifen überquert, hat Vorrang"

Irrtum. Am Zebrastreifen haben nur Fußgänger Vorrang. Autofahrer sind wartepflichtig. Wer sein Fahrrad schiebt, gilt aber als Fußgänger.

Irrtümer rund ums Fahrradfahren (6)

"Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten nicht für Fahrradfahrer"

Irrtum. Wenn durch Verkehrszeichen die Geschwindigkeit begrenzt ist, auch in verkehrsberuhigten Zonen, darf man auch als Radfahrer nicht schneller fahren.

Kurios: Nur wenn keine Beschilderung vorhanden ist, darf man innerorts mit dem Fahrrad schneller als 50 km/h fahren.

Punkte in Flensburg (1)

Wer als Fahrradfahrer eine Geldbuße von 60 Euro oder mehr zahlen muss, bekommt automatisch auch Punkte in der Verkehrssünderkartei.

Wer bespielweise betrunken mit dem Rad unterwegs ist, bekommt Ärger. Ab 1,6 Promille liegt eine absolute Fahruntüchtigkeit vor. Man bekommt ein Strafverfahren, 2 Punkte und die Behörde kann den Führerschein entziehen.

Punkte in Flensburg (2)

Aber auch mit weniger Alkohol im Blut droht bei einem Unfall oder Ausfallerscheinungen Ärger. Wer sich nach einem Unfall unerlaubt entfernt, begeht auch mit dem Fahrrad Unfallflucht.

Es droht eine Geldstrafe oder gar eine Freiheitstrafe von bis zu drei Jahren, außerdem gibt es 2 Punkte. Beim Überfahren von roten Ampeln sind 60 Euro fällig und es gibt einen Punkt.

Punkte in Flensburg (3)

Ist die Ampel bereits länger als 1 Sekunde rot, kostet es 100 Euro und es gibt 2 Punkte.

Richtiges Licht am Fahrrad (1)

Damit Ihr Fahrrad der StVO entspricht, sollten Sie schon beim Kauf auf die Beleuchtungsanlage achten. Richtige Beleuchtung erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern ist auch Pflicht.

Richtiges Licht am Fahrrad (2)

Folgende Beleuchtungseinrichtungen müssen am Fahrrad sein und sind zulässig:

- Dynamo verbunden mit Scheinwerfer

und Schlussleuchte oder

- Akkubetriebene oder batteriebetrie-

bene Scheinwerfer und Schlussleuchte

Bei Rennrädern bis 11 kg müssen Scheinwerfer und Schlussleuchten nicht ständig angebracht sein. Bei schlechter Sicht müssen sie aber montiert sein.

Richtiges Licht am Fahrrad (3)

Fahrräder müssen zudem einen nach vorn wirkenden weißen Rückstrahler haben und zwei rote Rückstrahler nach hinten.

Elektrofahrräder (1)

Elektrofahrräder (Pedelecs) sind Räder, die eine elektrische Tretkraftunterstützung bis 25 km/h haben. Diese kann man ohne Führerschein und Helm fahren. Es besteht keine Versicherungspflicht.

Elektrofahrräder (2)

Bei schnellen S-Pedelecs geht die Tretkraftunterstützung bis 45 km/h. Zum Fahren braucht man einen Führerschein (Klasse M) und ein Versicherungskennzeichen. Radwege darf man nicht benutzen. Zudem gilt eine Helmpflicht.

Sogenannte E-Bikes, die mittels Gasgeben bis 20 km/h oder auch schneller fahren, sind ebenfalls keine Fahrräder mehr und müssen versichert werden.

Elektrofahrräder (3)

Zudem gilt eine Helm- und Führerscheinpflicht. Ausnahme: Für E-Bikes mit Fußpedalen bis 20 km/h besteht keine Helmpflicht.

Inlineskater (1)

Im Straßenverkehr gelten Inlineskater als Fußgänger (§24 I StVO). Auf der Straße dürfen Inlineskater daher nicht fahren.

Inlineskater (2)

Eine Ausnahme gilt, wenn die Fahrbahn extra für Inlineskater freigegen ist. Dann darf am rechten Rand der Fahrbahn in Fahrtrichtung gefahren werden.

Weitere Informationen

Bußgeldkatalog für Fahrradfahrer (adfc)

www.adfc.de/bussgeldkatalog

Rechtsfragen zu Pedelecs/E-Bikes (VCD)

www.e-radkaufen.de/recht