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Mo 20.10.14

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
Schlichten statt klagen

Reisenden mit Bahn, Bus, Flugzeug oder Schiff stehen Reisenden laut Gesetz eine Reihe von Entschädigungen zu, z.B.

bei Ausfällen und Verspätungen.

Doch immer wieder kommt es vor, dass Verkehrsunternehmen die Zahlung verweigern, die Beschwerden ihrer Kunden nicht ernst nehmen oder einfach nicht reagieren. Hilfe verspricht hier die unabhängige Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e.V. (SÖP) in Berlin.

Wer auf eine Beschwerde hin vom Verkehrsunternehmen keine zufriedenstellende Antwort bekommen hat, kann sich an die Schlichtungsstelle wenden und seine Passagierrechte geltend machen.

Anlass für eine Reisebeschwerde können z.B. Verspätung, verpasster Anschluss, Ausfall eines Zuges oder Annullierung eines Fluges, eine Nichtbeförderung, Überbuchung oder Probleme mit dem Gepäck (Verspätung/ Beschädigung/ Verlust) sein.

So funktioniert die Schlichtung (1)

Richten Sie Ihre Beschwerde an das Verkehrsunternehmen, mit dem Sie die Reise unternommen haben. Dabei ist erforderlich, dass Sie Angaben zu den Daten der reklamierten Reise machen und den Grund Ihrer Beschwerde kurz erläutern.

Das Verkehrsunternehmen prüft dann Ihren geltend gemachten Anspruch und gibt Ihnen eine Antwort. Hierzu hat das Verkehrsunternehmen maximal einen Monat Zeit, zwei Monate bei Flugunternehmen.

So funktioniert die Schlichtung (2)

Ist diese Antwort aus Ihrer Sicht nicht zufriedenstellend oder erhalten Sie gar keine Antwort, können Sie sich an die Schlichtungsstelle wenden. Für Bahn- und Flugreisenden steht ein spezielles Online-Formular zur Verfügung.

Reisende mit Fernbus, Schiff oder sonstigen öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, Tram, U-Bahn) wenden sich per eMail oder FAX an die Schlichtungsstelle.

So funktioniert die Schlichtung (3)

Senden Sie hier eine Kopie der für ihren Fall relevanten Unterlagen (Reise-dokumente, vollständige Korrespondenz mit dem Verkehrsunternehmen, ggf. auch mit dem Inkassobüro oder Rechtsanwalt) sowie eine Schilderung des Sachverhaltes mit Angaben zum geplanten/ tatsächlichen Fahrtverlauf per eMail oder FAX an die Schlichtungsstelle.

So funktioniert die Schlichtung (4)

Alle Unterlagen können aber auch per Briefpost an die Schlichtungsstelle gesendet werden.

Keine Hilfe bei Pauschalreisen (1)

Die Schlichtungsstelle kann nur bei Beschwerden tätig werden, die sich auf Verkehrsunternehmen beziehen. Sollte sich Ihr Anliegen allein gegen einen Pauschalreiseveranstalter richten, kann kein Schlichtungsverfahren durchgeführt werden.

Keine Hilfe bei Pauschalreisen (2)

Geschlichtet werden können jedoch Ansprüche im Zusammenhang mit einer Bahnfahrt oder einem Flug als Teil einer Pauschalreise, wenn sich die Beschwerde gegen das Verkehrsunternehmen selbst richtet.

Rechte von Busreisenden (1)

Rechte auf Fahrten über 250 km (Langstreckenfahrten) ...

Rechte von Busreisenden (2)

Angemessene Hilfeleistungen bei Annullierungen oder Verspätungen von mehr als 90 Minuten bei Fahrten von mehr als drei Stunden (Bereitstellung von Imbissen, Mahlzeiten oder Erfrischungen bzw.

Hotelunterbringung für max. zwei Nächte und max. 80 Euro pro Peron, außer bei widrigen Wetterbedingungen oder schweren Naturkatastrophen.

Rechte von Busreisenden (3)

Fahrpreiserstattung oder Weiterreise mit geänderter Streckenführung bei Überbuchung oder Annullierung oder Verspätung von mehr als 120 Minuten gegen-über der fahrplanmäßigen Abfahrtszeit;

zusätzlich Entschädigungsanspruch in Höhe von 50 % des Fahrpreises, wenn der Beförderer dem Fahrgast weder die Weiterreise mit geänderter Streckenführung noch die Erstattung des Fahrpreises anbietet.

Rechte von Busreisenden - Langstreckenfahrten (4)

Information über Verspätung oder Annullierung (spätestens 30 Minuten nach fahrplanmäßiger Abfahrtszeit).

Anspruch auf angemessene und verhältnismäßige Hilfe für unmittelbare praktische Bedürfnisse der Fahrgäste nach einem Unfall (z. B. Hotelunterbringung für max. zwei Nächte und max. 80 Euro pro Person).

Rechte von Busreisenden (5)

Kostenlose Hilfe für behinderte oder mobilitätseingeschränkte Menschen an Busbahnhöfen und in den Fahrzeugen (gegebenenfalls kostenlose Beförderung von Begleitpersonen).

Rechte auf Fahrten auch unter 250 km

Diskriminierungsverbot von behinderten und mobilitätseingeschränkten Menschen sowie finanzielle Entschädigung bei Verlust oder Beschädigung ihrer Mobilitätshilfen infolge eines Unfalls ...

Rechte von Busreisenden (6)

Dazu bestehen ebenfalls Informationspflichten vor und während der Fahrt sowie allgemeine Unterrichtung über die Fahrgastrechte an den Busbahnhöfen und im Internet.

Rechte von Bahnreisenden (1)

Entschädigungsansprüche bei Verspätung am Zielbahnhof

- ab einer Stunde 25 % des Fahrpreises,

- ab zwei Stunden 50 % des Fahrpreises,

außerdem, bei mehr als einer Stunde:

Rechte von Bahnreisenden (2)

Bereitstellung von kleinen Mahlzeiten und Erfrischungen (soweit verfügbar) sowie bei Erfordernis Erstattung der Übernachtungskosten inklusive Transfer.

Ist bei Reiseantritt bereits eine Verspätung von mehr als einer Stunde absehbar, besteht die Wahl zwischen der Erstattung des vollen Fahrpreises und späterer Zugfahrt unter vergleichbaren Beförderungsbedingungen (gegebenenfalls mit geänderter Streckenführung).

Rechte von Bahnreisenden (3)

Darüber hinausgehende Regelungen für den Nahverkehr:

- Ist vernünftigerweise davon auszugehen, dass der Zielort erst mit mindestens 20 Minuten Verspätung erreicht werden kann, besteht die Möglichkeit für den Reisenden, einen höherwertigen Zug zu nutzen (falls keine Reservierungspflicht besteht und es sich um keinen Sonderzug handelt).

Rechte von Bahnreisenden (4)

- Fällt die fahrplanmäßige Ankunftszeit zwischen 0.00 und 5.00 Uhr und muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass der Zug mit mindestens 60 Minuten Verspätung am Zielort ankommt, oder handelt es sich bei dem Zug um die letzte fahrplanmäßige Verbindung des Tages und kann aufgrund eines Zugausfalls der Zielort ohne die Nutzung eines anderen Verkehrsmittels nicht bis 24.00 Uhr erreicht werden:

Rechte von Bahnreisenden (5)

Hier ist eine Kostenerstattung bis max. 80 Euro für die Fahrt mit Bus oder Taxi möglich.

Rechte von Flugpassagieren (1)

Die wichtigsten Regelungen für Flugreisende, anwendbar, wenn der Flug in einem EU-Mitgliedstaat angetreten wurde oder

im Falle eines Antritts außerhalb der EU die Fluggesellschaft ihren Sitz in der EU hat:

Rechte von Flugpassagieren (2)

... bei Überbuchung

- Unterstützung zum Flug selbst: Wahl zwischen Flugpreiserstattung, Rückflug zum ersten Abflugort oder Ersatzbeförderung zum frühestmöglichen Zeitpunkt,

- Betreuungsleistungen: Mahlzeiten und Getränke, zwei kosten-lose Telefonate, Faxe oder E-Mails,gegebenenfalls Hotelunterkunft inklusive Transfer, Ausgleichszahlung (Tabelle weiter unten)

Rechte von Flugpassagieren (3)

... bei Annullierung

- wie bei Überbuchung, aber Entschädigungszahlung entfällt,wenn Annullierung rechtzeitig vor Abflug mitgeteilt wurde oder wenn Annullierung auf unvermeidbare Ereignisse zurückgeht;

... bei Verspätung

- prinzipiell wie bei Überbuchung, aber es gelten andere Fristen (siehe auch "Weitere Informationen", weiter unten)

Rechte von Flugpassagieren: Tabelle

Flugdistanz und Ausgleichszahlung

- bis 1.500 km: 250 EUR

- bis 3.500 km: 400 EUR

(u. Flüge innerhalb EU über 3.500 km)

- über 3.500 km: 600 EUR

Weitere Informationen: (1)

söp Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e.V.

Fasanenstraße 81, 10623 Berlin

E-Mail: kontakt@soep-online.de

Internet: www.soep-online.de

Beschwerdeformular für Bahnreisende

https://soep-online.de/

beschwerdeformular_bahn.html

Beschwerdeformular für Fluggäste

https://soep-online.de/

beschwerdeformular_flug.html

Beschwerden von Reisenden mit Fernbus, Schiff oder sonstigen öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, Tram, U-Bahn)

- fernbuskontakt@soep-online.de

- schiffkontakt@soep-online.de

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