Ratgeber: Morgenmagazin

Hilfe bei Alzheimer

Heute leben in Deutschland etwa 1,6 Mio Menschen mit Demenzerkrankungen. Ungefähr 60 Prozent davon leiden an einer Demenz vom Typ Alzheimer. Sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt, wird ihre Zahl bis 2050 auf 3 Mio steigen.

Ursachen und Symptome: Gedächtnisstörungen sowie leichte Probleme mit der Sprache und bei der zeitlichen und räumlichen Orientierung können erste Anzeichen für eine Alzheimer- Erkrankung sein. Aber: Gehirnzellen, die den Botenstoff Acetylcholin produzieren, nehmen im Alter allgemein ab.

Ein nachlassendes Gedächtnis muss daher nicht automatisch ein Zeichen für eine beginnende Erkrankung sein. Bei dieser sind die Geschwindigkeit und das Ausmaß dieses Zellsterbens enorm beschleunigt.

Folgendes Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Wer als alter Mensch vergisst, wo er seine Brille abgelegt hat, leidet vielleicht unter einer leichten Gedächtnisstörung. Häufen sich solche Situationen und immer mehr Dinge werden verlegt oder der Betreffende vergisst, dass er überhaupt eine Brille trägt, liegen ernste Warnzeichen für eine Demenzerkrankung vor.

Früherkennung:

Die Beantwortung der folgenden Fragen können Ihnen erste Hinweise auf eine beginnende Demenzerkrankung geben. Suchen Sie bei einem Verdacht unbedingt einen Arzt oder eine Ärztin auf. Dort kann dann auch festgestellt werden, um welche Form der Demenz es sich handelt.

- Hat Ihr/Ihre Angehörige(r) sich in seinem/ihrem Verhalten im Alltag verändert?

- Ist er/sie ruhiger geworden, in sich gekehrt, traurig oder depressiv?

- Weigert er/sie sich, das Haus zu verlassen? Zieht er/sie sich von seiner/ ihrer Umwelt zurück?

- Wehrt er/sie sich gegen Veränderungen, gegen alles Neue in seiner/ihrer Umgebung?

- Lebt er/sie mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart?

- Macht er/sie einen unsicheren Eindruck? Verliert er/sie leicht die Orientierung, z.B. bei einem Spaziergang?

- Vergisst er/sie häufiger Geburtstage und andere wichtige Termine?

- Leidet der/die Angehörige unter Schlafstörungen?

- Reagiert er/sie übertrieben ängstlich?

- Misstraut er/sie seiner/ihrer Umwelt?

- Hört Ihr/Ihre Angehörige(r) Stimmen und bedrohliche Geräusche?

- Erkennt er/sie sich im Spiegel selbst nicht mehr?

- Ist Ihr/Ihre Angehörige(r) ständig unruhig, wandert plan- oder ziellos umher?

- Reagiert er/sie öfter ohne ersichtlichen Grund gereizt oder nervös?

- Beschimpft er/sie die Betreuer?

- Wird er/sie eventuell aggressiv und greift andere tätlich an?

Behandlung:

Verhaltensauffälligkeiten und Gedächtnisstörungen sind teilweise behandelbar. Allerdings helfen Medikamente nur für eine begrenzte Zeit. Wesentlich ist eine frühzeitige Therapie. Ein Arztbesuch zur exakten Diagnose ist daher bereits im Anfangsstadium dringend erforderlich.

Hauptziel einer erfolgreichen Demenzbehandlung muss sein, dem Demenzkranken noch möglichst viele gute Tage zu verschaffen, indem die geistige Leistungsfähigkeit des Erkrankten so lange wie möglich aufrecht erhalten wird.

Ebenso wie die Linderung der Verhaltensauffälligkeiten. Auch sollte der Patient in die Lage versetzt werden, alltägliche Tätigkeiten, z.B. Ankleiden und Essen, so lange wie möglich selbst zu erledigen. Die Demenztherapie steht auf zwei Säulen: der medikamentösen Behandlung und der psychosozialen Betreuung.

Vollmachten und Verfügungen:

Nach der Diagnose einer Demenzerkrankung stellen sich viele Fragen zur Zukunft des Betroffenen in Bezug auf Betreuung und Pflege, finanzielle Hilfen sowie rechtliche Schritte.

Wenn möglich sollte der Betroffene selbst seine Wünsche äußern und Entscheidungen über die Verwaltung seines Vermögens, über die zukünftige Pflege, Erbschaften und gewünschte oder nicht gewünschte ärztliche Maßnahmen treffen.

Dies kann in einer Vorsorgevollmacht, einer Betreuungsverfügung und einer Patientenverfügung festgelegt werden. Allerdings nur so lange, wie die Geschäftsfähigkeit des Patienten noch gegeben ist.

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