Do 30.07.15

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
Tatort Straßenverkehr

Auf unseren Straßen herrscht zwischen Verkehrsteilnehmern manchmal ein rücksichtloser Kleinkrieg. Im Radio hört man oft Warnmeldungen von Geisterfahrern auf Autobahnen oder Steinewerfern auf Brücken; auch Volltrunkene setzen sich viel zu oft ans Steuer.

Bei solchem schwerwiegenden Fehlverhalten im Straßenverkehr droht kein Bußgeld, sondern es liegen Straftaten vor, die eine empfindliche Geldstrafe oder Freiheitsstrafe nach sich ziehen.

Führerscheinentzug (1)

Wer als Führer eines Kraftfahrzeuges eine Straftat begeht, riskiert seinen Führerschein. In einem Urteil oder Strafbefehl kann neben der Verhängung einer Geld- oder Freiheitsstrafe auch die Fahrerlaubnis entzogen werden.

Die Sperrfrist beträgt zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Nach Ablauf der Sperrfrist erhält man - anders als bei einem Fahrverbot - seinen alten Führerschein nicht zurück.

Führerscheinentzug (2)

Nach Sperrfristablauf muss eine neue Fahrerlaubnis beantragt werden. Bestehen Zweifel an der Eignung zur Teilnahme am Straßenverkehr, kann eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) verlangt werden.

Punkte in Flensburg (1)

Fahrzeugführer bekommen bei Straftaten im Straßenverkehr zwei Punkte; wird der Führerschein entzogen, sind drei Punkte fällig.

Punkte in Flensburg (2)

Ein Eintrag mit zwei Punkten wird nach fünf Jahren aus dem Fahreignungsregister gelöscht, ein Eintrag mit drei Punkten erst nach zehn Jahren.

Häufige Straftaten auf den Straßen (1)

Drängeln: Wer viel zu nah auf seinen Vordermann auffährt, um sich so freie Fahrt zu schaffen, gefährdet sich und andere. Diese aggressive Fahrweise kann schnell den Tatbestand der Nötigung (§240 StGB) erfüllen.

Häufige Straftaten auf den Straßen (2)

Bei Nötigung droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren

Unfallflucht: Nach einem Unfall - sei es auch nur bei einem Parkrempler - müssen dem Geschädigten die Personalien gegeben oder die Polizei verständigt werden. Keine Milde vor Gericht kann erwarten, wer den Unfallort einfach verlässt. §142 StGB sieht für unerlaubtes Entfernen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren vor.

Häufige Straftaten auf den Straßen (3)

Alkoholfahrten: Ab 0,5 Promille beim Steuern eines Fahrzeuges liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, Strafe: mindestens 500 Euro und ein Monat Fahrverbot.

Ab 1,1 Promille besteht eine absolute Fahruntüchtigkeit, für Fahrradfahrer liegt die Grenze bei 1,6. Nach §316 StGB wird die Rauschfahrt mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bestraft.

Häufige Straftaten auf den Straßen (4)

Geisterfahrer

Wer auf der Autobahn oder Kraftfahrstraße entgegen der Fahrrichtung unterwegs ist, spielt mit dem Leben anderer Verkehrsteilnehmer.

Diese rücksichtslose Fahrweise bildet eine Straftat wegen Gefährdung des Straßenverkehrs (§315c StGB) und wird mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft.

Häufige Straftaten auf den Straßen (5)

Rücksichtloses Überholen Fahrzeugführer, die rücksichtlos überholen und dabei Leib und Leben anderer gefährden, begehen eine Straftat (§315c StGB), die mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet wird.

Ebenso wird jemand bestraft, der grob verkehrswidrig und rücksichtslos die Vorfahrt nicht beachtet.

Häufige Straftaten auf den Straßen (6)

Bestraft wird auch, wer an Fußgänger-überwegen falsch fährt oder an unübersichtlichen Stellen zu schnell, und dadurch andere gefährdet.

Steinewerfer: Leider gibt es im Radio viel zu oft Meldungen, dass von einer Autobahnbrücke Steine oder andere Gegenstände auf die Fahrbahn geworfen werden. Die Täter begehen eine schwere Straftat - einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr (§315b StGB).

Häufige Straftaten auf den Straßen (7)

Wer beabsichtigt, einen Unglücksfall herbeizuführen, kann mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren rechnen.

In Betracht kommt auch eine Bestrafung wegen versuchten Mordes oder bei tatsächlichem Unglücksfall, wegen Mordes (§211 StGB) mit der Strafandrohung einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Häufige Straftaten auf den Straßen (8)

Unterlassene Hilfeleistung:

Wer zu einem Unfallort kommt und Verletzten nicht hilft, obwohl dies erforderlich und zumutbar ist, begeht nach §323c StGB eine Straftat wegen unterlassener Hilfeleistung.

Es droht eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr.