Do 20.11.14

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
Wenn das Wetter Termine verhagelt

In der kalten, dunklen Jahreszeit kommt es auf vielen der täglichen Wege durch Regen, Stürme, Laub, Eis und Schnee zu Behinderungen.

Der Weg zur Arbeit (1)

Das pünktliche Erscheinen am Arbeitsplatz ist die Pflicht jedes Arbeitnehmers,er trägt das zeitliche Wegerisiko. Wer witterungsbedingt zu spät kommt, muss sich umgehend beim Arbeitgeber melden und auf die Verspätung hinweisen, sonst droht eine Abmahnung.

Der Weg zur Arbeit (2)

Schlechtes Wetter ist aber keine Entschuldigung für ständige Verspätungen. Herrschen über Tage hinweg Eis- und Schneeglätte, muss sich der Arbeitnehmer darauf einstellen und entsprechend früher aufbrechen.

Das gilt auch, wenn besorgte Eltern ihre kleinen Kinder bei Eis- und Schnee auf dem Schulweg begleiten wollen.

Der Weg zur Arbeit (2)

Kommt man dennoch zur spät zur Arbeit, muss der Arbeitgeber die ausgefallene Arbeitszeit nicht vergüten oder es kann vereinbart werden,die Zeit nachzuarbeiten.

Wer als Arbeitnehmer auf dem Weg zum Arbeitsplatz oder zurück nach Hause verunglückt, erleidet einen Wegeunfall, der als Arbeitsunfall über die gesetzliche Unfallversicherung versichert ist

Sichere Wege (1)

Städte und Gemeinden müssen dafür Sorge tragen, dass Gehwege sicher sind. Diese Pflicht wird zumeist auf die Grundstückseigentümer übertragen.

Grundstückseigentümer müssen daher den Bürgersteig vor ihrem Haus für Fußgänger sicher machen, bei Eis und Schnee gilt eine Räum- und Streupflicht. Vermieter haben die Möglichkeit, diese Pflicht auf die Mieter zu übertragen.

Sichere Wege (2)

Bereits im Herbst müssen Gehwege öfter gereinigt werden, denn auch bei Laubfall gilt, dass der Gehweg nicht zur gefährlichen Rutschbahn werden darf. Gerade heruntergefallenes Laub wird im nassen Zustand äußerst glitschig.

Wer seinen Pflichten nicht nachkommt, haftet dafür, wenn ein Passant ausrutscht und zu Schaden kommt.

Der Zug kommt nicht (1)

Herbststürme oder Eisregen führen dazu, dass es bei der Bahn zu Verspätungen oder Zugausfällen kommt. Platzt durch einen ausgefallenen Zug ein Geschäftstermin, verpasst man einen Flug oder ein Konzert, hat der Fahrgast Pech. Die Bahn muss den Schaden nicht ersetzen.

Wer aber bei Zugausfällen oder großen Verspätungen nicht mehr mitfahren will, bekommt seinen Ticketpreis erstattet.

Der Zug kommt nicht (2)

Bei Verspätungen hat der Bahnkunde ein Recht zur Preisminderung, auch wenn die Verspätung auf Witterungsbedingungen zurückzuführen ist. Ab einer Verspätung

von 60 Minuten kann das den Fahrpreis um 25 Prozent mindern, ab 120 Minuten um 50 Prozent.

Bei Zeitkarten gibt es je nach Art der Zeitkarte eine Entschädigung zwischen 1,50 Euro und 15 Euro.

Der Zug kommt nicht (3)

Der Bahnkunde sollte sich die Verspätung im Zug oder nach Ankunft auf dem Bahnhof unbedingt am Service-Schalter auf der Fahrkarte bestätigen lassen.

Ab einer Stunde Verspätung muss die Bahn auch kostenfrei Getränke und Snacks zur Verfügung stellen, soweit dies organisatorisch machbar ist.

Der Flieger hebt nicht ab (1)

Der Flugverkehr ist im besonderen Maß vom Wetter abhängig.Führen Herbststürme oder Schneefall dazu, dass es zu einer großen Verspätung kommt, bieten die Fluggastrechte der EU Hilfe.

Diese Rechte gelten für alle Flüge ab einem Flughafen innerhalb der EU und für Flüge mit einer EU-Fluggesellschaft aus einem Drittstaat in die EU (z.B. aus den USA nach Deutschland).

Der Flieger hebt nicht ab (2)

Auf der Kurzstrecke (bis 1.500 Kilometer) muss die Airline ab zwei Stunden Wartezeit kostenfreie Betreuungsleistungen, z.B. Getränke und Verpflegung, bereitstellen.

Das gilt bei Mittelstreckenflügen (alle Flüge innerhalb der EU und andere Flüge bis 3.500 Kilometer) ab drei Stunden und auf der Langstecke (über 3.500 Kilometer) ab vier Stunden.

Der Flieger hebt nicht ab (3)

Wird aufgrund der Verspätung oder Flugannullierung eine Übernachtung notwendig, muss die Airline kostenfrei ein Hotelzimmer und den Transfer dorthin zur Verfügung stellen.

Bei Flugüberbuchungen, Annullierungen und großen Verspätungen hat der Passagier in vielen Fällen einen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung zwischen 250 und 600 Euro (je nach Flugstrecke).

Der Flieger hebt nicht ab (4)

Ist allein das Wetter verantwortlich an einer Verspätung oder Flugstreichung, hat der Passagier jedoch keinen Anspruch auf diese Ausgleichszahlung.

Das Auto winterfest machen und sicher unterwegs sein (1)

Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen unterwegs ist, muss mit Winterreifen fahren. Wer ohne erwischt wird, zahlt 60 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg. Behindert man andere,

werden schon 80 Euro fällig.

Wichtig: Das gilt auch, wenn man nicht mit dem eigenen Auto unterwegs ist, sondern es gemietet oder geliehen hat.

Das Auto winterfest machen und sicher unterwegs sein (2)

Wer in der kalten Jahreszeit früh morgens startet, hat oft eine mühevolle Pflicht. Vereiste Scheiben müssen ausreichend frei gekratzt werden. Das gilt für Front-, Heck- und auch Seitenscheiben.

Wer nur mit einem Guckloch unterwegs ist, wird mit einem Verwarnungsgeld bestraft.

Das Auto winterfest machen und sicher unterwegs sein (3)

Bei schlechter Sicht durch Schnee,Regen oder Nebel muss auch am Tag das Abblendlicht eingeschaltet werden. Wer ohne Licht fährt, zahlt innerorts 25 Euro, außorts 60 Euro, und es gibt zusätzlich einen Punkt in Flensburg.

Übrigens: Wer seinen Motor bei Kälte im Stand unnötig lange warmlaufen lässt, riskiert ein Verwarnungsgeld von 10 Euro. Warmlaufen schadet zudem dem Motor.

Verkehrsunfall (1/5)

Dunkelheit, schlechte Sicht, glatte Straßen oder auch vermehrter Wildwechsel: Gründe, warum es vermehrt zu Verkehrsunfällen kommt, gibt in der kalten Jahreszeit genug.

Erstes Gebot nach einem Unfall ist, dass die Unfallstelle abgesichert wird. Warnblinker einschalten, Warndreieck aufstellen und eine Warnweste anlegen.

Verkehrsunfall (2)

Seit dem 1. Juli gilt auch in Deutschland eine Warnwestenpflicht! Ist nur ein kleiner Blechschaden zu beklagen, muss die Polizei nicht gerufen werden (außer z.B. bei Nutzung eines Mietwagens). Bei kleineren Blechschäden muss die Unfallstelle zügig geräumt werden.

Bei Personenschaden,sollten sofort Rettungsdienst und Polizei informiert und verletzten Personen geholfen werden.

Verkehrsunfall (3)

Bei einem Verkehrsunfall ist es wichtig, dass alle Personalien unter den Beteiligten ausgetauscht werden. Dazu dient ein Unfallbericht (erhältlich z.B. bei Automobilclubs), der immer im Fahrzeug mitgeführt werden sollte.

Namen und Anschriften von Unfallzeugen sollten notiert und Fotos von der Unfallstelle sowie der Fahrzeugstellung und -schäden gemacht werden.

Verkehrsunfall (4)

Informieren Sie nach dem Unfall sofort Ihre Kfz-Versicherung. Wer Schadenersatz vom Unfallgegner bekommen möchte, muss den Schaden am eigenen Kfz nachweisen (Reparatur-Kostenvoranschlag, Schadensgutachten o. Reparaturrechnung)

Es ist ratsam, den Anspruch mit anwaltlicher Hilfe geltend zu machen. Die Ansprüche, die ein Geschädigter hat, können vielseitig sein, vor allem bei einem Personenschaden.

Verkehrsunfall (5)

Als Haftungsgegner steht auf der anderen Seite eine Versicherung, die auch eine umfangreiche juristische Prüfung der Sach- und Rechtslage vornimmt.

Trägt der Unfallgegner die Alleinschuld am Unfall, übernimmt die gegnerische Versicherung die Anwaltskosten. Bei Mitschuld oder im Falle eines juristischen Streits hilft eine Verkehrsrechtsschutzversicherung.