Ratgeber: Morgenmagazin

Do: Schadenersatz bei Verkehrsunfällen

Bei Eis und Schnee, Sturm und Regenwetter kracht es besonders oft. Ein Verkehrsunfall ist immer ein Ereignis, das einen völlig unvorbereitet trifft, und die Regulierung von Sach- und Personenschäden kann sehr komplex sein.

Anwalt einschalten: Kommt es bei einem fremdverschuldeten Verkehrsunfall zu größeren Sach- oder gar zu Personenschäden, sollte immer ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden, um Ansprüche geltend zu machen. Die KFZ-Haftpflichtversicherung der Gegenseite hat viele Spezialisten in Sachen Unfallregulierung.

Für den Geschädigten ist es daher legitim, sich ebenfalls juristischer Unterstützung zu bedienen. Trägt der Unfallgegner die Alleinschuld, übernimmt die gegnerische Versicherung die Anwaltskosten.

Bei Mitverschulden oder im Streitfall hilft eine Verkehrsrechtsschutzversicherung.

Personenschaden: Für die Schadensregulierung ist es wichtig, sich unfallbedingte Verletzungen detailliert attestieren zu lassen.

Mögliche Schadensersatzansprüche des Verletzten sind - soweit diese nicht auf z.B. die Krankenversicherung übergegangen sind–- Schmerzensgeld, Verdienstausfall, Rente, Haushaltsführungskosten etc.

Fahrzeugschaden: Schäden am Fahrzeug unter ca.1.000 Euro können mittels Kostenvoranschlag einer Werkstatt beziffert bzw. kann eine Entschädigung mittels einer Reparaturrechnung eingefordert werden.

Bei größeren Schäden ist es ratsam, vor Erteilung eines Reparaturauftrages den Schaden von einem Sachverständigen begutachten und beziffern zu lassen.

Den Gutachter darf der Geschädigte selbst auswählen, ein von der gegnerischen Versicherung benannter muss nicht akzeptiert werden.

Fahrzeugreparatur: Der Geschädigte kann sein Fahrzeug in einer Werkstatt seiner Wahl reparieren lassen, die gegnerische Versicherung darf ihm auch hier nichts vorschreiben.

Liegen die Reparaturkosten allerdings viel höher als der Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges, handelt es sich um einen Totalschaden, und der Gegner muss nur noch den Wiederbeschaffungswert bezahlen, ggf. abzüglich des Restwerts.

Der Geschädigte kann aber auch anhand eines Schadensgutachtens bzw. mit einem Kostenvoranschlag den Schaden abrechnen. Das gilt auch bei einer Eigenreparatur. In diesem Fall können die veranschlagten Reparaturkosten als Schadensbetrag eingefordert werden, allerdings nur der ausgewiesene Nettobetrag.

Wertminderung: Durch einen größeren Unfallschaden erfährt ein Auto meist, auch nach erfolgter Reparatur, eine Wertminderung, da dieser bei einem Weiterverkauf angegeben werden muss. Dem Geschädigten steht daher eine Entschädigung zu. Das gilt in der Regel aber nur für Fahrzeuge, die nicht älter als 5 Jahre und nicht mehr als 100.000 km gelaufen sind.

Nutzungsausfall/Mietwagen: Muss das verunfallte Fahrzeug in die Werkstatt, steht dem Geschädigten für die Dauer der Reparatur eine Nutzungsausfallentschädigung zu.

Er kann stattdessen aber auch einen Ersatzwagen anmieten, wenn er auf ein Fahrzeug angewiesen ist. Dabei sollte es sich um ein "kleineres" Fahrzeug handeln, um die Mietwagenkosten in voller Höhe ersetzt zu bekommen.

Bei der Nutzung eines gleichwertigen Fahrzeuges wird nur ein Teil erstattet, da die gegnerische Versicherung meistens sogenannte ersparte Aufwendungen für das eigene Fahrzeug abzieht. Der Geschädigte muss verschiedene Mietwagenangebote einholen und ein günstiges Angebot wählen.

Weitere Informationen:

https://www.adac.de/der-adac/ rechtsberatung/unfallabwicklung/unfallin-deutschland/

http://www.polizei.bayern.de/muenchen/

verkehr/recht/index.html/8171

https://www.verkehrsanwaelte.de/unfall/

unfall-1x1/

>> Fr: Heißhunger