Ratgeber: Morgenmagazin

Apfelernte

Äpfel sind das beliebteste Obst der Deutschen - und wer einen Garten mit eigenem Apfelbaum besitzt, kann sich glücklich schätzen, denn er bekommt die gesunden Früchte im Herbst frisch auf den Tisch.

Ein gutes Apfeljahr?

Das Jahr 2017 verheißt für Apfelliebhaber in vielen Regionen Deutschlands starke Einbußen in der Ernte, denn das Frühjahr hat mit seinen Wetterkapriolen für viele Turbulenzen gesorgt. Frost während der Blüte hat vor allem dazu geführt, dass die Erträge in diesem Jahr um 30 bis 50 Prozent sinken.

Umso wichtiger ist es jetzt, die vorhandene Ernte sicher ins Lager zu bringen und dafür zu sorgen, dass die Äpfel dort keine Schäden davontragen. In Obststiegen werden die Früchte auf Zeitungspapier gelegt. Sie sollten in jedem Fall trocken und sauber sein. Beim Ernten wird erst dann das reife Obst abgepflückt, wenn sich der Stiel des Apfels bei einer leichten Drehbewegung löst.

Wird der Apfel abgerissen oder abgeschnitten, entsteht eine Eintrittsstelle für Fäulnisbakterien, die bis ins Fruchtfleisch vordringen.

Eine Frage der Sorte und der Unterlage

Ein Apfelbaum besteht aus der Sorte, die die Früchte trägt, und aus der sogenannten Unterlage, die für die Wurzelbildung zuständig ist. Die Unterlage ist abgestimmt auf die Bodenqualität und auf die Wüchsigkeit des Baumes.

Manche Unterlage garantiert einen starken Wuchs, eine andere dagegen einen eher schwachen, so dass auch ein kleiner Garten Platz für einen Apfelbaum bietet. Ohne Zweifel ist die Sorte eine Frage des Geschmacks. Es sollte aber auch beachtet werden, wann die Früchte reifen.

Die Saison beginnt im August und dauert bis Oktober. Auch die Lagerfähigkeit hängt von der Sorte ab. Ebenfalls wichtig ist es, dass die Pflanzen reichlich Äpfel ansetzen. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass die Äpfel, die meist keine Selbstbestäuber sind, in der Nachbarschaft andere Apfelbäume haben, die die Bestäubung garantieren. Dabei können auch Zieräpfel eine Hilfe sein.

Der Einfluss des Bodens auf die Ernte

Nur wenn die Wurzeln gut wachsen können, kann der Baum viele Blüten ansetzen und sie zu Früchten zu entwickeln.

Daher liegt auf der Bodenpflege ein besonderes Augenmerk. Grundsätzlich sollte die Baumscheibe, also der Wurzelbereich unter der Krone des Baumes, gut gepflegt werden und mit Häcksel, Kompost und organischem Dünger verbessert werden. So gelingt die gleichmäßige Nährstoffversorgung.

Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass immer genügend Kalk vorhanden ist. Die sogenannte Stippe beruht auf einem Kalkmangel in den Früchten, aber auch darauf, dass die Triebe kräftig wachsen und so die Blätter stärker mit Kalk versorgt werden als die Früchte.

Schnitt sorgt für Licht und Luft

Im Winter, wenn das Astgerüst gut zu sehen ist, werden die Apfelbäume in Form gebracht. Dabei dreht sich alles darum, dass die Krone luftig ist und nicht zu dicht voller Äste sitzt, damit die Pflanzen nach einem Regen immer wieder abtrocknen können und sich keine Pilzkrankheiten festsetzen.

Außerdem sollte viel Licht in das Innere des Baumes vordringen, was die Fruchtreife begünstigt.

Das ist auch das Ziel bei Spalierbäumen, bei denen die Anzahl der Triebe stark reduziert wird auf ein Grundgerüst, das dicht mit den reifenden Früchten besetzt ist.

Lange Wassertriebe müssen immer entfernt werden, da sie keine Früchte tragen. Bei jungen Bäumen wird die Blütenbildung gefördert, indem man die Triebe möglichst waagerecht abbindet.