Das Erste: Fr 29.07.16

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ARD-Morgenmagazin
Ärger auf der Urlaubsfahrt

Auch in diesem Sommer sind Millionen Deutsche mit dem eigenen Wagen oder einem Mietwagen im Ausland unterwegs. Andere Verkehrsregeln oder ein Unfall können zu erheblichen Problemen führen.

Bußgelder aus dem Ausland (1)

Wer im Ausland Verkehrsregeln missachtet, muss grundsätzlich dafür geradestehen. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Sie sollten sich vor Beginn der Reise über die wichtigsten Verkehrsvorschriften im Reiseland informieren.

Bußgelder aus dem Ausland (2)

Informationen darüber gibt es entweder im Internet, bei Automobilclubs, den Fremdenverkehrsämtern der Reiseländer oder in aktuellen Reiseführern. Wer aus dem Ausland ein Knöllchen bekommt, sollte es genauso ernst nehmen als wäre es von einer deutschen Bußgeldstelle.

Ausländische Bußgeldbescheide aus EU- Ländern können auch in Deutschland vollstreckt werden, wenn die Strafe inkl. Verwaltungsgebühren mindestens

70 Euro beträgt.

Verkehrsverstöße im Ausland (1)

Viele Verkehrsverstöße sind im Ausland erheblich teurer als bei uns.

Handy am Steuer kostet hier 60 Euro, in der Schweiz 90 Euro, in Belgien mindestens 110 Euro, in Schweden 170 Euro, in Dänemark 200 Euro, in Holland 230 Euro. Wer bei uns eine rote Ampel überfährt, zahlt mindestens 90 Euro, in Belgien mindestens 165 Euro, in Spanien mindestens 200 Euro, in Holland 230 Euro und in Norwegen über 600 Euro.

Verkehrsverstöße im Ausland (2)

Das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes kostet in Deutschland 30 Euro, in der Schweiz 55 Euro, in Luxemburg 75 Euro, in Italien ab 80 Euro und in Frankreich ab 135 Euro.

Alkohol am Steuer (1)

Viele Länder haben eine strikte 0-Promillegrenze, z.B. Rumänien, Ungarn, Slowakei und Tschechien. In Norwegen, Schweden und Polen liegt die Grenze bei 0,2 Promille.

Alkohol am Steuer (2)

Bei Alkoholverstößen gelten oft höhere Strafen als bei uns. Wer einen Unfall mit Personenschaden wegen Alkohol verursacht, findet sich in manchen Ländern ggf. in Untersuchungshaft wieder.

Fahrverbot und Punkte

Vollstreckt werden in Deutschland nur Geldstrafen aus dem Ausland, nicht aber Fahrverbote. Für Verkehrsverstöße, die man im Ausland begeht, bekommt man in Deutschland keine Punkte in Flensburg.

Fahrzeugausstattung (1)

Vor der Fahrt ins Ausland sollte man sich über die Vorschriften bezüglich der Mitnahmepflicht von Warnwesten oder Feuerlöschern im Fahrzeug informieren. Wer einen Mietwagen anmietet, muss kontrollieren, ob die vorgeschriebenen Dinge im Fahrzeug sind.

Warnwestenpflicht gilt u.a. in Belgien, Frankreich, Kroatien, Österreich, Potugal und Rumänien.

Fahrzeugausstattung (2)

In vielen Ländern gibt es empfindliche Geldstrafen, wenn verbotene technische Einrichtungen im Fahrzeug mitführt werden (z.B. Radarwarner). Das kostet z.B. in Italien ab 760 Euro oder in Luxemburg bis 5000 Euro; ferner droht die Einziehung des Geräts.

Mautverstöße und Lichtpflicht (1)

Wer im Ausland gegen die Mautpflicht verstößt, zahlt hohe Strafen.

Mautverstöße und Lichtpflicht (2)

In Italien gibt es eine Geldbuße ab 84 Euro, in Österreich für Pkw 120 Euro (Ersatzmaut), in Frankreich bis 150 Euro, in der Schweiz ca. 165 Euro.

In zahlreichen Ländern gilt eine Lichtpflicht am Tag, u.a. in Bulgarien, Dänemark, Finnland, Island, Italien (außerhalb geschlossener Ortschaften und auf Autobahnen), Litauen, Norwegen, Polen, Schweden, Schweiz, Serbien und Tschechien.

Versicherungsschutz im Ausland (1)

Informieren Sie sich, ob ihre Kfz-Haftpflichtversicherung im Ausland gilt. In der EU ist das kein Problem. Außerhalb Europas muss das jeweilige Land im sogenannten "Grüne-Karte-Abkommen" sein. Die jeweilige Kfz-Versicherung gibt Auskunft.

Wer einen Mietwagen hat, sollte unbedingt auf die Deckungssumme der Haftpflichtversicherung achten, die meist niedriger als in Deutschland ist.

Versicherungsschutz im Ausland (2)

Damit man nicht ohne Versicherungsschutz ist, empfiehlt es sich, eine sogenannte "Mallorca-Police" (für Europa) oder"Traveller-Police" (für Fahrten au-ßerhalb Europas) abzuschließen, die die Versicherungslücke abdeckt.

Unfall im Ausland (1)

Auf jeden Fall sollte man einen europäischen Unfallbericht mitführen. Der ist in mehreren Sprachen abgefasst.

Unfall im Ausland (2)

Kommt es zu einem Unfall, unbedingt sämtliche Daten des Unfallgegners notieren, ebenso das Kennzeichen des Gegners sowie Name und Anschriften von Zeugen.

Für die Schadensregulierung ist es wichtig, dass vor Ort auch eine Unfallskizze und Fotos von der Unfallstelle und den beteiligten Fahrzeugen angefertigt werden.

Unfall im Ausland (2)

Bei Personenschäden oder Streit mit dem Unfallgegner immer die Polizei rufen. Bei Unfällen mit einem Mietwagen steht zumeist in den Mietbedingungen drin, dass bei jedem Unfall die Polizei grufen werden muss.

Wichtig: Niemals am Unfallort ein Schuldanerkenntnis unterschreiben.