Fr 19.12.14

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
Recht rund ums Weihnachtsgeschenk

Recht auf Umtausch (1)

Grundsätzlich gilt:Gekauft ist gekauft. Solange die Ware fehlerfrei ist, haben Käufer kein Recht, auf einen Umtausch zu bestehen. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass man ein generelles Recht auf Umtausch hat.

Umtausch ist eine Frage der Kulanz des Geschäftsinhabers, es sei denn, Händler haben explizit ein Umtauschrecht eingeräumt, beispielsweise damit geworben.

Recht auf Umtausch (2)

Dann können Kunden dieses innerhalb vorgegebener Fristen auch in Anspruch nehmen.

Nicht immer Geld zurück (1)

Für die Rücknahme eines ungeliebten Geschenks wird in der Regel ein Gutschein ausgestellt oder der Verkäufer bietet dem Kunden an, sich etwas anderes aus dem Sortiment auszusuchen.

Nicht immer Geld zurück (2)

Um sicherzustellen, dass das Geschenk bei Nichtgefallen umgetauscht werden kann, sollte dieses Umtauschrecht bereits beim Einkauf bestätigt und auch schriftlich festgehalten werden.

Die Rückerstattung von Bargeld wird allerdings nur manchmal angeboten. Vor dem Kauf sollte man sich daher genau über ein Umtausch- und Rückgaberecht informieren. Generell gilt: Unbedingt den Kaufbeleg aufbewahren.

Vom Umtausch ausgeschlossen (1)

Doch auch wenn der Händler ein Umtauschrecht einräumt, hat man nicht immer das Recht dazu. Vom Umtausch gänzlich ausgeschlossen ist Ware, die bereits Gebrauchsspuren aufweist.

Auch Kosmetika und Lebensmittel können aus hygienischen Gründen nicht zurückgegeben werden. Oft ist auch bei reduzierter Ware ein Umtausch ausgeschlossen.

Wenn Kinder teure Geschenke kaufen

Kaufen Kinder ohne Genehmigung der Eltern ein teures Geschenk, ist der Kaufvertrag schwebend unwirksam.

Der Kauf kann von den Eltern rückgängig gemacht werden. Kinder dürfen nur über ihr Taschengeld frei verfügen.

Gewährleistung bei Mängeln (1)

Wenn sich herausstellt, dass das im Geschäft, auf dem Weihnachtsmarkt, aus dem Katalog oder beim Onlinehändler gekaufte Weihnachtsgeschenk mangelhaft ist, gilt eine gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren:

Der Verkäufer muss in diesem Zeitraum für Mängel haften, die zum Zeitpunkt des Kaufs schon vorhanden, aber noch nicht sichtbar waren.

Gewährleistung bei Mängeln (2)

Reklamiert der Käufer das Produkt, hat der Verkäufer das Recht zur Nachbesserung.

Erst wenn Reparatur oder Ersatzlieferung scheitern, kann der Käufer die Minderung des Kaufpreises oder Rückabwicklung des Kaufvertrages verlangen. Beim Kauf von gebrauchten Gegenständen kann vom Händler die Mängelhaftung vertraglich auf ein Jahr verkürzt werden.

Gewährleistung bei Mängeln (3)

Oft gibt es aber Streit darüber, ob der Käufer den Mangel selbst verschuldet hat.

In den ersten sechs Monaten ist der Verbraucher gut geschützt: Bis zu einem halben Jahr nach dem Kauf wird vermutet, dass der Mangel bereits bei der Übergabe vorhanden war. Somit muss in diesem Zeitraum der Händler beweisen, dass die Ware beim Kauf keinen Mangel hatte.

Gewährleistung bei Mängeln (4)

Danach ist es Sache des Käufers, Beweise für den Mangel zum Übergabezeitpunkt vorzubringen. Nicht jeder Verschleiß stellt auch einen Mangel dar. Bei normaler Abnutzung kann man sich nicht auf die Gewährleistung berufen.

Rückgabe ohne Kassenzettel (1)

Zweifelsohne ist ein Umtausch einer mangelhaften oder defekten Ware für alle Beteiligten am einfachsten, wenn ein Kassenbon vorliegt.

Rückgabe ohne Kassenzettel (2)

Doch ein Umtausch ist grundsätzlich auch ohne Kassenbon oder Originalverpackung möglich.

Im Zweifelsfall kann der Kauf anhand des Kontoauszugs oder der Kreditkartenabrechnung belegt werden, sofern die Ware unbar gekauft wurde. Zur Not würde auch ein Zeuge genügen, der beim Kauf des Geschenks anwesend war.

Garantie

Neben der gesetzlichen Gewährleistung geben viele Verkäufer auch noch zusätzlich eine Garantie.Die Garantie bezieht sich auf Schäden, die erst im Laufe des Gebrauchs entstehen.

Die Garantie ist eine freiwillige Leistung des Händlers oder Herstellers. An die gesetzliche Gewährleistung dagegen ist jeder gebunden.

Geschenke im Internet kaufen (1)

Für Geschenke aus dem Katalog oder von einem Internethändler gelten besondere Regeln zugunsten des Verbrauchers: Nach Zusendung der Ware haben Käufer zwei Wochen Zeit, einen Widerruf zu erklären

Die Ware muss dabei weder fehlerhaft sein, noch muss der Käufer einen Grund für die Rückgabe angeben. Der Widerruf sollte am besten schriftlich erfolgen mittels Einschreiben mit Rückschein.

Geschenke im Internet kaufen (2)

Das Widerrufsrecht gilt aber nicht für alle Waren.

Ausgenommen sind z.B. entsiegelte Datenträger (CDs, DVDs), frische Lebensmittel, Blumen, Eintrittskarten, gebuchte Reisen oder Hotelzimmer oder auch extra für den Käufer angefertigte Waren (z.B. Kleidung).

Postversand

Möchte man einem anderen eine Freude machen, legt man natürlich Wert darauf, das Pakete rechtzeitig ausgeliefert werden.

Will man auf Nummer Sicher gehen, muss man nicht nur frühzeitig das Paket auf den Weg geben, sondern sich auch einen Liefertermin vom Versender bzw. dem Paketdient garantieren lassen.

Gutscheine (1)

Bei geschenkten Gutscheinen muss man auf die Gültigkeitsdauer achten. Für Gutscheine gilt eine gesetzliche Verjährungsfrist von drei Jahren. Diese Frist beginnt am Ende des Jahres, in dem der Gutschein ausgestellt wurde.

Der Händler kann den Gutschein jedoch auch kürzer befristen. Diese auf dem Gutschein festgelegte Frist muss dann auch eingehalten werden.

Gutscheine (2)

Laut diverser Gerichtsurteile sind Fristen von unter einem Jahr in der Regel nicht hinnehmbar. Eine eindeutige gesetzliche Regelung zur zeitlichen Gutscheinbefristung gibt es aber nicht.

Nach Ablauf der Gültigkeit muss der Händler immer noch zumindest einen Teil des Geldes auszahlen, darf aber seinen entgangenen Gewinn einbehalten. Nach Ablauf der Verjährungsfrist verfällt der Gutschein aber gänzlich.

Gutscheine (3)

Für Gutscheine, die für ein bestimmtes Ereignis ausgestellt werden, zum Beispiel für einen terminlich festgelegten Theater- oder Konzertbesuch, gibt es keinen Ersatz, wenn man den Gutschein ungenutzt verfallen lässt.

Gutscheine kann man in der Regel auch weiterverschenken, erst recht, wenn kein Name auf dem Gutschein steht.

Gutscheine (4)

Doch auch namentlich ausgestellte Gutscheine können weiterverschenkt werden, es sei denn, der Aussteller kann im Ausnahmefall ein berechtigtes Interesse darlegen, dass ein Gutschein an eine namentlich bestimmte Person gebunden ist.