Ratgeber: Morgenmagazin

Fr: Gemüse selbst gezogen

Gemüse und Obst aus dem eigenen Anbau - das klingt erst mal nach reichlich Arbeit und einem großen Garten. Zu Unrecht. Denn zum einen macht die eigene kleine Gemüsefarm viel mehr Spaß als Mühe, zum anderen wächst die neue Lust am Eigenanbau fast überall - selbst in kleinsten Gärtchen, auf Terrassen und Balkonen.

Auch auf überschaubarem Raum lässt sich in Kästen, Kübeln oder Töpfen sehr viel mehr ernten als nur ein paar Stängel Petersilie. Der Einstieg in den eigenen Obst- und Gemüsegarten ist leichter, als man denkt.

Gesundes Gemüse - was ist alles möglich?

Verlockend, was so alles im eigenen Garten wächst: Salate, Kräuter, Möhren, Radieschen, Erdbeeren und bei den Profis wird sogar Spargel gestochen.

Damit nicht alles gleichzeitig erntereif ist und plötzlich viel Arbeit anfällt, ist es wichtig, sich einen Plan zu machen, was wann gesät, gepflanzt, gepflegt und geerntet wird. Gerade für Anfänger macht diese Vorbereitung viel Sinn, schließlich werden so Erfahrungen gesammelt, die einen von Jahr zu Jahr ein Stück mehr zum Profi werden lassen

Wurzelgemüse, Blattgemüse, Fruchtgemüse und frische Kräuter - richtig pflegen für den guten Ertrag

Im Garten unterscheidet man zwischen Blatt-, Wurzel- und Fruchtgemüse, je nachdem, was geerntet wird. Für alle Gemüsearten ist das gesunde Blatt der Ausgangspunkt für eine reiche Ernte.

Die Pflanzen sollten viele, kräftige Blätter haben, die saftiggrün aussehen und stabil gebaut sind. Beschädigungen mindern nicht nur die Qualität von Blattgemüse, sondern auch die Produktion von Energie, die für die Wurzel- und Fruchtbildung von Bedeutung ist.

Die Versorgung mit Nährstoffen variiert zwischen diesen drei verschiedenen Gemüsegruppen. Während Blattgemüse mit eher wenig Nährstoffen auskommt, brauchen Frucht- und Wurzelgemüse relativ viele Nährstoffe, um die Substanz von Wurzel und Früchten aufzubauen.

Eine Ausnahme sind Erbsen und Bohnen, die zu den Schmetterlingsgewächsen zählen. Sie haben durch ihre sogenannten Knöllchenbakterien an den Wurzeln die gute Eigenschaft, Stickstoff selber zu binden, um ihn als Nährstoff für das Wachstum verwenden zu können.

Grundsätzlich müssen Schädlinge abgehalten und Krankheiten vermieden werden, denn sie mindern die Leistungsfähigkeit der Blätter und können Qualität sowie Geschmack von Erntegut erheblich beeinträchtigen.

Gemüseanbau ist Bodenpflege

Je mehr Wurzeln eine Pflanze hat, desto besser können die oberirdischen Teile versorgt werden. Daher sollte der Boden immer mit Mulchmaterial angereichert werden, um das Bodenleben anzuregen. Außerdem hilft Brennnesselbrühe auf natürliche Art und Weise die Nährstoffsituation zu verbessern.

Grundsätzlich sollte mit einer Bodenprobe der Nährstoffgehalt überprüft werden, damit gezielt zugesetzt werden kann. Das Hacken gehört zu den wichtigsten Arbeiten im Gemüsegarten, damit der Boden gut durchlüftet ist und Wasser gut aufnehmen kann.

Mulchmaterial hilft außerdem dabei, Wasser zu sparen, denn es verhindert eine ungenutzte Verdunstung des kühlen Nass' aus dem Boden. Unkraut sollte möglichst ferngehalten werden, denn es verbreitet zum einen Krankheiten und ist immer auch Konkurrent in Hinblick auf Wasser, Nährstoffe und Sonnenlicht.