Fr 29.05.15

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
Haftpflichtversicherung

Haftpflicht ist wirklich Pflicht (1)

Es gibt diese eine Versicherung, die jeder haben sollte: Die private Haftpflicht. Aber auch wer schon eine abgeschlossen hat, sollte sie prüfen. Denn welche Schäden wie gut versichert sind, unterscheidet sich von Police zu Police erheblich.

Die Haftpflicht ist eine existenzielle Versicherung, die uns davor schützt, mehr zu verlieren, als wir besitzen.

Haftpflicht ist wirklich Pflicht (2)

Wie leicht kann es passieren, dass man unaufmerksam auf die Straße tritt, einem Radler ausweichen muss und vom Auto erfasst wird. Wenn Menschen verletzt werden, können die Haftungssummen schnell in die Zehntausende Euro gehen.

Verursacher müssen das alles bezahlen, so lange sie können, möglicherweise ihr Leben lang. Solche Fälle sind natürlich unwahrscheinlich. Sie passieren aber.

Alte Policen schlechter als neue (1)

In den vergangenen Jahren sind die Versicherungsbedingungen im Konkurrenzkampf der Anbieter besser geworden.

Ein Beispiel: Wer Freunden beim Umzug hilft und den Kühlschrank umkippen lässt, musste früher selbst für den Schaden aufkommen, wenn der Freund nicht ein Auge zudrückte. So einen "Gefälligkeitsschaden" schließen viele ältere Policen nicht ein, neuere schon.

Alte Policen schlechter als neue (2)

Auch gemietete Ferienhäuser oder verlorene Schlüssel sind manchmal versichert, manchmal nicht. Bei den Schlüsseln einer Schließanlage kann es auch hier um sechsstellige Summen gehen.

Preislich sind die guten Policen kaum teurer als die schlechten, manchmal sind sie sogar preiswerter.

Neue Zeiten, neue Schäden

Hinzu kommen einige Probleme, die es früher nicht gab. Die Tochter lädt Musik aus dem Netz und wird teuer abgemahnt.

Oder Kunden reichen Daten an Bekannte weiter zusammen mit einem Computervirus. Auch hier fahren Versicherte mit einer neuen Police womöglich besser.

Rechtsschutz inbegriffen (1)

Was vielen nicht klar ist: Eine Privathaftpflicht schützt Kunden auch rechtlich. Sie stellt sich zwischen ihre Kunden und den Geschädigten, wehrt unberechtigte Ansprüche ab.

Das kann im Einzelfall sehr hilfreich sein, falls die Rechtslage schwierig ist: wenn z.B. ein 6-jähriges Kind mit der Schaufel seines Spielzeugbaggers an einem Neuwagen entlang schrammt.

Rechtsschutz inbegriffen (2)

Dann haften die Eltern nur, falls sie die Aufsichtspflicht verletzt haben. Die Versicherung klärt solche Fälle für die Kunden.

Falls Sie selbst den Schaden haben (1)

Obwohl die Privathaftpflicht so wichtig ist, ist noch immer jeder siebte Haushalt nicht versichert. Das heißt auch: Sofern Kunden selbst geschädigt sind, kann es passieren, dass der Verursacher Ihren Schaden gar nicht zahlen kann.

Falls Sie selbst den Schaden haben (2)

Für solche Fälle lohnen sich Policen, die eine "Ausfalldeckung" enthalten. Das heißt: Kann ein Verursacher nicht zahlen, tritt Ihre Versicherung am Ende für den Schaden ein. Das schützt insbesondere bei wirklich großen Schäden.

Denn klar ist: Erst mal müssen Kunden versuchen, sich selbst bei dem Verantwortlichen das Geld zu holen.

Was zahlt die Privathaftpflicht auf keinen Fall? (1)

Gegen einige Dinge sichert auch die beste Haftpflicht nicht ab. Das sind zum einen Schäden, die ein eigener Hund oder ein eigenes Pferd anrichten kann. Dazu braucht man eine Tierhalter-Haftpflicht.

Für Häuslebauer, auf deren Baustelle Dritte zu Schaden kommen, gibt es die spezielle Bauherrenhaftpflicht.

Was zahlt die Privathaftpflicht auf keinen Fall? (2)

Anders als bei der Autohaftpflicht gibt es keine Wechselsaison bei der Privathaftpflicht: Die Laufzeit ist in der Regel zwar auch ein Jahr, der Ablauftermin ist aber oft unterjährig und nicht am 1.Januar.

Falls Sie nicht drei Monate vor Ablauf kündigen, verlängert sich die Versicherung automatisch um ein weiteres Jahr.