Das Erste: Fr 02.12.16

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ARD-Morgenmagazin
Wundbehandlung bei Haustieren

Verletzungen der äußeren Haut, die zu einer Wunde führen, sind bei unseren Haustieren relativ häufig anzutreffen. Neben Bissverletzungen entstehen sie durch Autounfälle, Schussverletzungen oder anderen Traumata.

So vielfältig wie die Wunden sind auch die notwendigen Maßnahmen. Auch wenn der überwiegende Teil der Verletzungen komplikationslos heilt, können selbst bei kleinen Wunden Infektionen und Wundheilungsstörungen auftreten.

Dann sind häufig langwierige Behandlungen in der Tierarztpraxis oder

-klinik nötig, die viel Zeit und Geld verschlingen und eine erhebliche Belastung für den Tierpatienten und Besitzer darstellen.

Immer jedoch beginnt die Behandlung mit einer sorgfältigen Reinigung der Wunde von Dreck, Haaren, Fremdkörpern und abgestorbenem Gewebe. Im nächsten Schritt werden die verbliebenen Keime so weit wie möglich abgetötet.

Wird die Gabe eines Antibiotikums unerlässlich, gilt es, den Wirkstoff so gezielt wie möglich einzusetzen. Deshalb sollte vorher immer ein Keimabstrich gemacht werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 50 Euro - viel Geld für manchen Tierbesitzer.

Doch wegen der steigenden Antibiotika-Resistenz von Keimen sollten Patienten und Tierbesitzer verantwortungsvoll und bedacht mit der Gabe von Antibiotika umgehen.

Denn immer häufiger sind auch bei Haustieren Infektionen mit Antibiotikaresistenten Erregern zu finden.

Was der Tierhalter tun kann (1):

Bei oberflächlichen Kratzern, die die Haut nicht penetrieren, reicht es häufig, diese zu reinigen und die Tiere davon abzuhalten, daran zu schlecken.

Was der Tierhalter tun kann (2):

Um eine Infektion zu verhindern, können Tierhalter bei Verletzungen, die über kleine Schrammen hinausgehen, vielfach vor Ort selbst erste Hilfe leisten, bevor Sie ihr Tier einem Tierarzt vorstellen. So kann wertvolle Zeit gewonnen werden.

Fremdkörper entfernen (1): Blätter, Dornen, kleine Äste oder rostige Metallteile müssen aus der Wunde entfernt werden.

Fremdkörper entfernen (2): Erde und Speichel (nach Bisswunden) können vor Ort mit sauberem Wasser ausgespült werden, um so die Keime zu verdünnen. Größere Fremdkörper, die z.B. tief im Auge, Brustkorb oder Bauchraum sitzen, müssen in der Wunde belassen werden.

In diesem Fall sind eine sterile Abdeckung und ggf. eine Polsterung der Wunde (besonders im Bereich der Zwischenzehenräume) vorzunehmen und der Transport zum Tierarzt zu veranlassen.

Wunde versorgen (1): Lassen Sie viel frisches Wasser über die Wunde laufen, um diese zu reinigen und decken Sie sie mit einer sterilen Gaze oder einem sauberen, fusselfreien Tuch (keine Watte!) ab und verbinden sie das Tier vorsichtig.

Im Notfall geeignete Materialen: Tücher aus fusselfreiem Stoff, Hemdsärmel, Mullbinden, Klebeband, Pflaster.

Wunde versorgen (2): Ist die Wunde nur ein oberflächlicher Kratzer, reicht das Säubern, und danach kann man die Wunde an der Luft trocknen lassen.

Handelt es sich um Verletzungen, die die gesamte Haut durchdringen, stellen Sie Ihr Tier vorsichtshalber einem Tierarzt vor, um die genaue Tiefe und gegebenenfalls tiefere Verletzungen festzustellen.

Wunde versorgen (3): Wenn eine Wunde stark blutet, versuchen Sie die Blutung durch Druck mit einem trockenen, sauberen Tuch, Kleidungsstück oder (wenn Sie haben) sterilen Tupfern zu stillen und fahren Sie umgehend zu einem Tierarzt!

Geben Sie in keinem Fall selbständig ohne Rücksprache mit dem Tierarzt Medikamente - vieles, was für den Menschen hilft, ist für Hunde und Katzen giftig!

Weitere Informationen im Internet

http://www.br.de/themen/ratgeber/

inhalt/familie/erste-hilfe-

erste-hilfe-kurs-tiere100.html

http://www.tierklinik.de/erste-hilfe/

behandlung-von-wunden

https://www.youtube.com/watch?

v=eWBiWprxEc4