Fr 21.11.14

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ARD-Morgenmagazin
Espressomaschinen im Test

Espressomaschinen gehören zu den Objekten, die in der Vorweihnachtszeit besonders häufig verkauft werden. Doch die wenigsten denken darüber nach, welcher Kaffee-Typ sie sind und vergessen Reinigung, Wasserverbrauch, Stromkosten oder gar die Lautstärke, die so eine Maschine macht.

In einem Test der Stiftung Warentest haben elf Maschinen gezeigt, ob sie es mit Kaffee vom Italiener aufnehmen können.

Bis auf ein Modell sind alle mit "One-Touch"-Funktion für Cappuccino ausgestattet.

Viele der rund 365 bis 1.100 Euro teuren Automaten überzeugen, darunter auch ein Schnäppchen. Sie arbeiten zuverlässig, Tag für Tag.

Eine jedoch hat ein Sicherheitsleck. Eine ist ein Entkalkungswunder, andere sind aufwendig zu pflegen.

Welcher Kaffeetyp sind Sie? (1)

Espresso für Eilige

Espresso heißt Ihre Liebe, aber Hektik bestimmt Ihren Tag. Machen Sie es wie die Italiener: Trinken Sie Ihren Café in einer Kaffeebar auf dem Weg zur Arbeit und natürlich im Stehen.

Alternative für daheim: Eine Kapselmaschine brüht Espresso mit viel Druck, einfach und schnell.

Welcher Kaffeetyp sind Sie? (2)

Espresso für Pragmatiker

Sie lieben Espresso, achten aber auch auf den Preis.

Greifen Sie zum Espressokocher für den Herd. Er macht leckeren Mokka, wie Espresso, nur ohne Crema.

Wer Crema liebt, wählt eine preisgünstige Siebträgermaschine.

Welcher Kaffeetyp sind Sie? (3)

Espresso für Genießer

Klare Sache: Sie brauchen einen Vollautomaten oder eine Siebträgermaschine. Experimentieren Sie mit Kaffeesorten, Mahlgrad, Wassermenge und Brühtemperatur. Wer das Beste aus seiner Maschine herausholen will, braucht Übung.

Tipp:

Kaffeeschulen bieten Barista-Kurse.

Welcher Kaffeetyp sind Sie? (4)

Milchkaffee für Eilige

Trinken Sie Ihren Kaffee mit Milch statt Milchschaum, wenn es morgens ganz schnell gehen muss.

Wer ein paar Minuten Zeit hat, erhitzt die Milch in der Mikrowelle und schäumt sie von Hand, etwa mit einem kleinen Batteriequirl. Eine Pad- oder Kapselmaschine liefert den Kaffee.

Welcher Kaffeetyp sind Sie? (5)

Milchkaffee für Pragmatiker

Als praktisch veranlagter Milchkaffeefan brauchen Sie einen elektrischen Milchaufschäumer.

Er liefert guten Milchschaum und ist einfach zu reinigen.

Für Familien lohnt sich auch ein Vollautomat mit Milchschaumfunktion.

Welcher Kaffeetyp sind Sie? (6)

Milchkaffee für Genießer

Sie sind milchschaumsüchtig und bestehen auf höchste Qualität.

Wählen Sie zwischen Vollautomat und Siebträger für Espressovariationen oder klassischer Kaffeemaschine für französischen Milchkaffee.

Dazu passt dann ein elektrischer Milchaufschäumer.

Geräte - Espressovollautomat (1)

Macht alles auf Knopfdruck: Espresso, Ristretto, Lungo (verlängerter Espresso) und Milchschaum. Die Maschine für alle, die viel trinken.

Einige Automaten schäumen die Milch separat auf, bei Modellen mit Cappuccino-Automatik kommt der Schaum direkt in die Tasse. Vollautomaten brühen mit frisch gemahlenen Bohnen, die Mühle ist eingebaut, sie funktioniert automatisch.

Espressovollautomat (2)

Die Maschine lässt sich mit jeder Art von Kaffeebohnen füttern. Ein Tässchen Espresso enthält etwa 40 Milligramm Koffein.

Vorteile: Guter Espresso mit Crema, freie Wahl der Kaffeesorte, individuell einstellbar, vollautomatisch, brüht auch viele Tassen

Nachteile: Pflegeintensiv, teuer in der Anschaffung

Geräte: Siebträgermaschine

Mit Handarbeit: Kaffee mahlen, Kaffeepulver dosieren, andrücken, brühen und wieder ausklopfen: Siebträgermaschinen machen Espresso zur Obsession. Puristen wollen nichts anderes.

Vorteile: Guter Espresso möglich, freie Wahl der Kaffeesorte, individuell einstellbar (nur bei teuren Maschinen)

Nachteile: Braucht Übung, viel Handarbeit

Geräte - Espressokocher

Typisch Italien - Einfaches Kännchen für den Herd. Im Test eine Variante mit Elektrobetrieb. Der Kocher baut weniger Druck auf als eine Maschine und liefert Mokka - starken Kaffee mit schwacher Crema, wie ihn die Italiener zuhause trinken.

Vorteile: Preisgünstig, einfach, freie Wahl der Kaffeesorte

Nachteile: Kein echter Espresso, keine typische Crema, reine Handarbeit

Tipps - Mahlgrad (1)

In der Werkseinstellung der Geräte ist in der Regel ein mittlerer Mahlgrad programmiert. Die Maschinen können die Kaffeebohnen aber auch gröber oder feiner mahlen.

Ein grober Mahlgrad führt zu einer helleren Crema, der Espresso schmeckt weniger intensiv und bitter, dafür etwas wässriger. Mögen Sie Ihren Kaffee kräftig, stellen Sie einen feinen Mahlgrad ein.

Mahlgrad (2)

Das empfiehlt sich auch für Cappuccino und Latte Macchiato, damit die Milch den Kaffeegeschmack nicht dominiert.

Tipps - Kaffeemenge (1)

Mit ihr lässt sich die Stärke des Getränks ebenfalls regeln. Mit dem höchsten Wert steigt die Intensität des Espressos. Er schmeckt bitterer und weniger wässrig als in der niedrigsten Aromastufe. Außerdem produzieren die Maschinen dann mehr Crema.

Kaffeemenge (2)

Zum Teil wird sie auch dunkler und fester. Bei dem einen Gerät hat die Kaffeemenge einen deutlich größeren Einfluss auf den Espresso als der Mahlgrad. Bei einem anderen ist es andersherum.

Tipps - Volumen (1)

Die Wassermenge wirkt sich vor allem auf die Menge der Crema aus. In der Werkseinstellung brühen fast alle Geräte Espresso mit 40 Millilitern.

Volumen (2)

Ein Lungo oder Doppio entsteht klassisch mit doppelt so viel Wasser, ein kräftiger Ristretto mit halb so viel.

Mehr Volumen bringt mehr Crema, allerdings lässt die Intensität des Kaffees nach. Er wird weniger rauchig, weniger bitter und weniger säuerlich. Beim kleinen Ristretto bildet sich dagegen weniger Crema, er schmeckt stärker verbrannt, bitterer und etwas säuerlicher als Espresso und Lungo.

Volumen (3)

Bei vielen Geräten ist das Getränkevolumen individuell einstellbar. Probieren Sie die verschiedenen Möglichkeiten aus.

Je nach Maschine wirken sie sich unterschiedlich stark auf den Espresso aus. Bei einigen Geräten lassen sich sogar Justierungen abspeichern. So kann jedes Familienmitglied seinen Lieblingskaffee programmieren und auf Knopfdruck in die Tasse fließen lassen.

Tipps - Milchschäumer

Milchschaum sollte feinporig sein, leicht süß schmecken und sich auf der Zunge cremig anfühlen. Bis auf zwei Modelle schäumen alle Milch gut auf.

Beim einen ist der Schaum vergleichsweise grobporig, weniger cremig und beständig.

Beim zweiten nahmen die Tester ein leichtes Fremdaroma wahr, das an Kunststoff erinnert.

Tipps - Kaffee: Neben der Maschine spielen Kaffeeart und Röstung eine wichtige Rolle. Probieren Sie verschiedene Sorten aus. Robustabohnen enthalten mehr Koffein als Arabica und schmecken daher kräftiger. Ihr höherer Fettanteil soll für mehr Crema sorgen.

Tipps - Milch: Verwenden Sie kühlschrankkalte Milch für optimalen Schaum. Für die fluffige Konsistenz ist ein hoher Eiweißanteil wichtig, der Fettgehalt spielt dagegen kaum eine Rolle.

Reinigung

Nur wer seine Maschine täglich umsorgt, hält sie hygienisch in Ordnung und beugt Macken vor.

Weitere Informationen zum Thema

finden Sie im Heft "test 12/2014" (Artikel "Wie beim Italiener",S.60 ff.)

Das Morgenmagazin im Internet:

http://www.daserste.de/moma/