Fr 27.02.15

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ARD-Morgenmagazin
Energy-Drinks

Der Boom koffeinhaltiger Energy-Drinks ist ungebrochen - allein in den Jahren 2011 bis 2012 kamen in der Europäischen Union über 600 verschiedene Sorten Energy-Drinks auf den Markt. Handel und Hersteller freuen sich über den stetig wachsenden Absatz.

Doch auch die Kritik an den Powerbrausen wächst. Jetzt weisen erstmals Forscher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf die schädlichen Wirkungen von Energy-Drinks hin.

Besonders Kinder und junge Erwachsene sind gefährdet. Energy-Drinks sollen wach halten, die Konzentration stärken und leistungsfähiger machen. Für den "Energie-Kick" sorgen dabei zwei altbekannte Zutaten: Zucker und Koffein.

Zucker liefert Energie, Koffein wirkt wie ein Aufputschmittel. Es hält die Nervenzellen im Gehirn auf Trab und regt den Kreislauf an. Dadurch wird die Atmung beschleunigt, die Blutgefäße weiten sich, das Herz pumpt schneller.

Koffein (1)

Für Erwachsene gilt ein Koffeinkonsum von bis zu 300 Milligramm pro Tag als unbedenklich. Das entspricht etwa drei Tassen Kaffee oder sieben Tassen Tee.

Energy-Drinks können ähnlich viel Koffein enthalten wie Kaffee. Sie werden häufig jedoch schneller und in größeren Mengen konsumiert. Diese hohen Mengen an Koffein bergen laut einer aktuellen Studienauswertung der WHO gesundheitliche Risiken.

Koffein (2)

Eine Überdosis Koffein kann neben Herzrasen und Bluthochdruck u.a. zu Übelkeit, Erbrechen, Krämpfen und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Nicht nur die Menge, auch in welcher Form Koffein verzehrt wird, ist entscheidend. Heißer Kaffee wird langsam und nicht in großen Mengen auf einmal getrunken. Anders bei kühlen Energy-Drinks: Sie werden schneller und tendenziell in größeren Mengen getrunken.

Koffein (3)

Hinzu kommt, dass der bittere Geschmack von Kaffee Kinder und Jugendliche eher abschreckt, während die süßen Energy-Drinks für sie attraktiv sind.

Zucker (1)

Energy-Drinks sind oft sehr energiereich. Kein Wunder: Schließlich enthalten die meisten von ihnen so viel Zucker wie Cola.

Zucker (2)

Wie auch bei anderen gesüßten Getränken besteht die Gefahr, dass durch die Zuckeraufnahme dem Körper mehr Kalorien zugeführt werden, als er tatsächlich benötigt. Bei Kindern und Jugendlichen, die dosenweise zulangen, erhöht sich damit das Risiko von Übergewicht.

Die Stiftung Warentest rät daher, Energy-Drinks, wenn überhaupt, nur in Maßen und keinesfalls als Durstlöscher zu trinken.

Alkohol (1)

Besonders gefährlich wird es, wenn Energy-Drinks mit Alkohol gemischt werden. Eine schwedische Studie aus dem Jahr 2006 berichtet in diesem Zusammenhang sogar von einigen Todesfällen, in denen die Betroffenen größere Mengen Energy-Drinks mit Alkohol getrunken hatten.

Ein eindeutiger, kausaler Zusammenhang ist bislang allerdings nicht belegt.

Alkohol (2)

Die WHO-Forscher sehen solche Fallbeispiele dennoch als wachsenden Beweis dafür, dass sich der Konsum von Energy-Drinks zusammen mit Alkohol negativ auf die Gesundheit auswirkt. (Quelle: Stiftung Warentest)

Gesunde Alternativen ohne Koffein und Zusatzstoffe (1)

Um Müdigkeit und Kraftlosigkeit zu überwinden, helfen Wasser, Vitamine und verträglichere Alternativen nicht nur langanhaltender, sondern auch mit zusätzlichen positiven Aspekten für die Gesundheit.

Koffein als schneller Wachmacher hat den Nachteil, nur kurzfristig zu wirken und häufig Probleme wie Übelkeit zu verursachen.

Matcha-Tee: Grüner Tee als Kraftpaket

Er wird entweder heiß zubereitet oder als Pulver Smoothies und Säften zugefügt. Das grüne Pulver macht schnell wach und steigert die Konzentrationsfähigkeit, ohne so unruhig wie Koffein zu machen.

Dextrose: Treibstoff für Gehirn und Nerven (1)

Dieser Stoff wird auch als Traubenzucker bezeichnet und geht als schneller Energielieferant rasch ins Blut.

Dextrose: Treibstoff für Gehirn und Nerven (2)

Dextrose hilft die Konzentration zu steigern und leichte Müdigkeit zu überwinden.

Ingwer: Scharfe Wurzel - große Wirkung

Die Ingwerwurzel hat einen zitronigen, leicht scharfen Geschmack und wird wegen ihrer wohltuenden Wirkung geschätzt. Ingwer wirkt sehr anregend.

Ingwer: Scharfe Wurzel - große Wirkung

Schnelles Rezept: Ingwer in dünne Scheiben schneiden, mit Zitrone mischen, heiß aufgießen und mit Honig süßen. Dieses Getränk eignet sich gut für lange Autofahrten.

Kokosnussmilch/-wasser: Gut für Nerven und Durchblutung

Ein Trendgetränk mit hohem Kaliumgehalt aus Amerika, das gut gegen Dehydrierung, für die Muskeln und das allgemeine Wohlbefinden ist.

Fruchtsaft: Ohne Zucker der Fitmacher schlechthin

Orangen-, Ananas- oder Grapefruitsaft wirken gegen Kraftlosigkeit und Müdigkeit. Besonders gut nach dem Essen, wenn der Körper mit Verdauung beschäftigt ist. Tipp für unterwegs: Gekauften Saft mit Kokoswasser mischen.

Grüne Smoothies:Power gegen Eisenmangel

Oft ist zu wenig Eisen im Blut der Grund für Erschöpfung. Hier können selbstgemachte Smoothies helfen.

Beerensmoothie

2 Handvoll Salat der Saison (kein Eisberg-Salat), 1 Handvoll Spinat,

3 Handvoll gemischte Beeren (Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren),

1 Banane, Wasser nach Geschmack

Orangen-Trauben-Fitdrink

3 Handvoll Feldsalat, 500 g blaue Weintrauben, 2 (Blut-)Orangen, 1 kleines Stück Ingwer, Wasser nach Geschmack

Smoothies (Fortsetzung)

Je nach Wunsch etwas Matcha-Pulver und/oder Traubenzucker hinzufügen, mit Joghurt mischen oder auch Kokosnussmilch/-wasser hinzugeben.