Extra: Berlinale

1951: Jury-Einsatz verboten

Am Anfang gab es Streit: Die erste Berlinale 1951 hatte zwar eine Spielfilmjury - zu der u.a. auch ein Kinobesitzer, ein Komponist und ein Mitglied des Abgeordnetenhauses gehörten - allerdings gab es prompt ein Veto der FIAPF, der internationalen Interessenvertretung der Filmproduzenten.

Die FIAPF, gegründet 1933, verstand sich schon damals als Regulator von Filmfestivals - und nur "A-Festivals" durften einen internationalen Wettbewerb mit Jury abhalten. Die FIAPF bestimmte, wer den sogenannten A-Status bekommen sollte: die Berlinale nicht.

Publikum bestimmte den Sieger

Berlin wäre nicht Berlin, wenn es nicht einfach weitermachen würde. Folgerichtig gab es die nächsten vier Jahre weiterhin internationale Filme und Goldene Bären auf der Berlinale, nur entschied über die Hauptpreise nun das Publikum.

Es dauerte bis 1955, ehe die FIAPF der Berlinale den "A-Status" zuerkannte. Seit 1956 gibt es die Internationale Jury bei der Berlinale, die die wichtigsten Preise des Festivals - den Goldenen und die Silbernen Bären - vergibt. Mittlerweile gibt es auch andere unabhängige Jurys, die über weitere Preise des Filmfestivals entscheiden.