ARD-Text
Seite:  822
« Zurück Weiter »
Extra ARD Text

26 Jahre für "Ring des Nibelungen"

Wagner arbeitet an mehreren Projekten gleichzeitig. Sein Opus magnum, der "Ring des Nibelungen", nimmt ihn 26 Jahre lang in Anspruch. Unterstützt wird er von großzügigen Gönnern wie dem Tuchhändler Otto Wesendonck.

Prompt beginnt Wagner eine Affäre mit dessen Frau Mathilde. Frucht der Liaison ist die Oper "Tristan und Isolde" - Wagners wohl radikalstes Werk, was die inhaltliche Zuspitzung betrifft: Erlösung vom "Willen" durch den "Liebestod". Die kühne Harmonik streift an die Grenzen der Tonalität.

Hilfe von König Ludwig II.

Die Uraufführung in München markiert auch einen Wendepunkt in Wagners Privatleben: Er verbindet sich mit Cosima, der Tochter seines Freundes Franz Liszt. Die ist damals noch mit Hans von Bülow verheiratet, der die Premiere des Tristan dirigiert.

Am Tag, als die Proben beginnen, wird die erste gemeinsame Tochter geboren: Isolde. Von seiner ersten Frau Minna hatte sich Wagner nach 26 Ehejahren 1862 getrennt. Bayerns junger König Ludwig II. hatte Wagner nach München geholt. Ludwig war ein glühender Verehrer, nennt ihn "Geliebten".

Die Bayreuther Festspiele

Die Protektion missfällt Hof und Regierung, bereits nach einem Jahr muss Wagner München verlassen. Doch Ludwig unterstützt ihn weiter. Auch für die Bayreuther Festspiele gibt Ludwig den entscheidenden Kredit von 400.000 Mark.

Die erste Aufführung des Ring-Zyklus im August 1876 ist ein Ereignis höchsten Ranges. Kaiser Wilhelm I. sitzt im Publikum neben führenden Komponisten, Dichtern und Philosophen. Sein letztes Werk "Parsifal" beinhaltet noch einmal die Kernelemente des Wagnerschen Musikdramas.

"Parsifal": Tod in Venedig

Bei "Parsifal" bündelt er auch die Erfahrungen, die er in der speziellen Akustik des Festspielhauses mit seinem unsichtbaren Orchestergraben gemacht hat. Das Werk, verfügte er, dürfe ausschließlich im Festspielhaus aufgeführt werden.

Friedrich Nietzsche, auch er ein Wagner-Anhänger, nahm ihm die Rückwendung zur christlichen Mythologie im Parsifal allerdings übel und zum Anlass für den Bruch: Wagner sei der "Ruin der Musik", weil er sie nach der Pfeife theatralischer Attitüde tanzen lasse. Wagner starb am 13.Februar 1883 in Venedig.

Weiter »
Home Home Impressum