ARD Text - Der Teletext im Ersten
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Sa 23.08.14Seite 521

17.03 - 17.30 Uhr
Ratgeber: Gesundheit

Krankhaftes Schwitzen (1)

Eigentlich ist Schwitzen ein lebenswichtiger Vorgang. Etwa zwei Millionen Schweißdrüsen sondern Schweiß ab. Besonders dicht liegen diese Drüsen unter den Achseln, an den Handinnenflächen und an den Fußsohlen sowie der Stirn. Der Schweiß verdunstet auf der Körperoberfläche und kühlt sie dadurch. Das schützt uns vor Überhitzung.

Schwitzen kann auch krankhaft sein, Mediziner sprechen dann von der sogenannten Hyperhidrose.

Krankhaftes Schwitzen (2)

Prinzipiell unterscheiden die Mediziner dabei zwischen der primären und der sekundären Hyperhidrose. Bei der sekundären Hyperhidrose liegt immer eine bestimmte Krankheit zugrunde, die letztlich auch eine Ursache für das übermäßige Schwitzen ist.

Mögliche Krankheiten sind dabei eine Schilddrüsenüberfunktion, Hypoglykämie (zu niedriger Blutzuckerspiegel) bei einer Zuckerkrankheit,chronische Infekte, bösartig Tumoren oder Übergewicht.

Krankhaftes Schwitzen (3)

Bei der primären Hyperhidrose allerdings kennt man die Gründe nicht. Lediglich genetische Veranlagungen stehen bisher in Verdacht, dafür ursächlich zu sein.

Lokales Schwitzen (1)

Die primäre Hyperhidrose kann auf den ganzen Körper oder nur auf wenige Körperstellen begrenzt sein. Meist tritt sie als fokale Hyperhidrose auf. Die Betroffenen schwitzen dann lokal an den Handinnenflächen und Fußsohlen, unter den Achseln oder auf der Stirn.

Krankhaftes Schwitzen (2)

Dieses Schwitzen ist dann übermäßig und vollkommen unabhängig von Temperaturen, Stress oder Aufregung. Viele fühlen sich dadurch so belastet, dass sie sich zurückziehen und ihre sozialen Kontakte mehr und mehr einschränken.

Es gibt keinerlei Tests, Labor- oder exakte Messwerte, die das übermäßige Schwitzen definieren würden. Der Arzt erkennt die Krankheit bei einer Anamnese, bei der die Symptome genau geschildert werden.

Anti-Schwitz-Deos (1)

Spezielle Deos oder Cremes bieten die einfachste Möglichkeit, das krankhafte Schwitzen an Händen, Füßen oder unter den Achseln zu bekämpfen.

Diese Präparate enthalten Aluminium-Salze. Diese dringen beim Einwirken der Cremes in die Gänge der Schweißdrüsen ein und verstopfen sie. Dadurch wird der Schweißfluss verringert. Meist müssen die Präparate einige Zeit angewendet werden, bis schließlich eine deutliche Wirkung bemerkbar wird.

Anti-Schwitz-Deos (2)

Allerdings können diese Deos die Haut reizen. Zusätzlich sind Aluminium-Salze in Kosmetika in Verruf geraten, da sie im Verdacht stehen, Brustkrebs auszulösen. Wissenschaftlich ist das aber noch nicht bewiesen.

Trotzdem sollte darauf geachtet werden, die Anti-Schwitz-Deos nicht unmittelbar nach einer Rasur anzuwenden, da dann die Inhaltsstoffe zu stark in die Haut eindringen könnten. Etwa fünf bis sechs Stunden warten.

Botox gegen Schweiß

Eine sehr effiziente Bekämpfung von Achselschweiß kann durch das Einspritzen von Botulinumtoxin erreicht werden. Das Bakteriengift unterbricht die Kommunikation zwischen Nerven und Schweißdrüsen und lässt die Nerven zudem verkümmern.

Allerdings wird die Behandlung nicht von den gesetzlichen Kassen bezahlt. Sie kostet etwa 700 Euro und muss nach sechs bis neun Monaten wiederholt werden.

Strom erlahmt Drüsen (1)

Bei übermäßigem Schwitzen an Händen und Füßen steht zusätzlich noch die sogenannte Leitungswasser-Iontophorese zur Verfügung. Dabei werden Hände und Füße in zwei kleine Wasserschalen getaucht, die unter niedriger Wechselspannung stehen.

Der Wirkmechanismus ist noch nicht ganz geklärt. Aber bei mehrmaliger und konsequenter Anwendung werden die Schweißdrüsen weniger erregbar. Allerdings ist diese Methode sehr zeitaufwendig.

Strom erlahmt Drüsen (2)

Daneben können auch Anticholinergika, Psychopharmaka oder Beta-Blocker übermäßige Schweißproduktion verhindern. Diese Arzneien kommen hauptsächlich beim Ganzköperschwitzen zum Einsatz.

Operation (1)

Versagen die oben genannten konservativen Therapien, stehen auch operative Verfahren für die Betroffenen zur Verfügung. So können zum Beispiel durch einen minimal-invasiven Eingriff die Schweißdrüsen in den Achseln entfernt werden, eine Art Ausschabung.

Operation (2)

Doch durch diese Operation werden selten alle Drüsen entfernt, und nach einer gewissen Zeit bilden sie sich nach.

Vereinzelt wird auch noch ein Abklemmen des Sympathikus-Nervs im Brustbereich angeboten. Bei richtiger Anwendung kann das Schwitzen an den Händen dabei unterbrochen werden. Aber hier kann es zu diversen Nebenwirkungen kommen, z.B. kompensatorisches Schwitzen am Rücken, oder auch Veränderungen im Geschmacksempfinden. Diese Art der Therapie zählt insgesamt zu der risikoreichsten.

Schwitzen - nicht immer gesund

Experten:

Dr.med. Gerd Gauglitz, MMS

Leiter Abteilung für Ästhetische Dermatologie

Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität München

Frauenlobstrasse 9-11

80337 München

E-Mail: gerd.gauglitz@med.unimuenchen.de

Mythos Müsli: Immer eine gesunde Mahlzeit? (1)

Müsli ist sehr beliebt zum Frühstück oder als Zwischenmahlzeit. Es liefert Kohlenhydrate, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Doch es ist gar nicht so einfach, ein gesundes Müsli zu finden.

In den Supermarktregalen finden sich vermehrt Fertigmüslis, in denen sich neben gesunden Haferflocken Kalorienbomben verstecken, die nicht immer sofort erkennbar sind. Was gehört in ein gesundes Müsli, was besser nicht?

Müsli: Zu viel Zucker (1)

Vielen Fertigmüslis wird Zucker zugesetzt. Das Problem daran: Zucker liefert zwar schnell Energie, lässt aber den Blutzuckerspiegel rapide wieder sinken. Nach kurzer Zeit kommt der Hunger wieder.

Es stecken zum Beispiel im Schnitt in 100 g Früchte-Müslis 36 g Zucker. Das sind 12 Stück Würfelzucker; eine Heißhungerattacke ist vorprogrammiert. Die Ernährungsberaterin Susanne Demmeler rät, vor dem Kauf immer auf die Zutatenliste schauen.

Müsli: Zu viel Zucker (2)

Nachdem mittlerweile jeder weiß, dass Zucker gemieden werden sollte, gibt es Tricks auf den Etiketten, wie man Zucker verschleiern kann.

Was man wissen sollte als Verbraucher: Hinter Begriffen, die auf "-ose" enden, versteckt sich Zucker; z.B. Dextrose, Glucose, Fruktose, Saccharose; aber auch hinter Namen wie "Invertzuckersirup", "Gerstenmalzextrakt" oder "Maltodextrin" verbirgt sich Zucker. Auf der Verpackung steht genau, wie viel Zucker pro 100 Gramm enthalten ist.

Müsli: Zu viel Fett (1)

Ein weiteres Problem: zu viel Fett. So werden alle Knuspermüslis in Fett gebacken, damit sie zusammenkleben und knusprig schmecken.

"Gerade in Crunch-Müslis steckt zu viel Fett. Grob gesehen ist alles, was knackt oder knusprig ist, und bei dem es sich nicht um Nüsse oder Kerne handelt, ein Indiz dafür, dass viel Fett drin steckt", so die Ernährungsberaterin Susanne Demmeler.

Sind Light-Müslis sinnvoll? (1)

Wer Zucker und Fett einsparen möchte, für den erscheinen die Light-Müslis in den Regalen ideal. Hier gibt es Angebote mit 30 % weniger Fett und 30 % weniger Zucker. Hauptsächlich handelt es sich um reduzierte Knusper- oder Schokoladenmüslis.

Aber ist das sinnvoll? "Ratgeber: Gesundheit" hat sich drei Schokoladenmüslis von einem Hersteller angeschaut: ein normales Schokomüsli,ein Schokomüsli mit 30 % weniger Zucker und ein Schokomüsli mit 30 % weniger Fett.

Sind Light-Müslis sinnvoll? (2)

Der Blick auf die Kalorientabelle erstaunt:Das normale Schokoladenmüsli hat 406 kcal/100 Gramm. Das Light-Müsli mit 30 % weniger Zucker, 398 kcal/100 Gramm und das Light-Müsli mit 30 % weniger Fett, 409 kcal, haben sogar mehr Kalorien als im Original. Die Werte sind fast identisch.

Susanne Demmeler kommentiert: "Bei fettreduzierten Artikeln ist es in der Regel so, dass der Zuckeranteil dann sogar steigt. "

Sind Light-Müslis sinnvoll? (3)

Weiter sagt sie: "Bei zuckerreduzierten Produkten werden einfach andere Mehrfachzucker verwendet oder auch Zuckeraustauschstoffe, was aber nicht gleichzeitig bedeutet, dass man tatsächlich Kalorien spart."

Was gehört in ein gesundes Müsli? (1)

Die wichtigste Zutat im Müsli sind Getreideflocken. Besonders beliebt sind Haferflocken. Sie enthalten viele Kohlenhydrate, Eiweiß, ungesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, Vitamine, Zink, Eisen und Calcium.

Was gehört in ein gesundes Müsli? (2)

Auch Flocken aus Gerste, Roggen oder Dinkel gibt es zu kaufen. Wichtig ist: Es sollte Vollkorn auf der Verpackung oder in der Zutatenliste stehen. Nur dann sind die wertvollen Stoffe auch enthalten, weil die Randschicht des vollen Korns und der Keimling noch existieren.

Bei gepufftem Getreide hingegen wird die Schale vom Korn entfernt. Vitamine und Ballaststoffe gehen so verloren. Eine weitere gesunde Zutat: Nüsse und Samen.

Was gehört in ein gesundes Müsli? (3)

Nüsse sind zwar kalorienreich, machen aber lange satt und enthalten viel Eiweiß, Kalium, Eisen und ungesättigte Fettsäuren.

Für viele ein Muss: Früchte. Doch sollte man Trockenobst oder Frischobst wählen? Nach dem Trocknen enthalten die Früchte noch wertvolle Mineralien, wie Kalium, Phosphor und Vitamine. Das Vitamin C geht allerdings beim Trocknen teilweise verloren; und: Einige Hersteller zuckern es zusätzlich. Ein Blick auf die Zutatenliste hilft.


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