ARD Text - Der Teletext im Ersten
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Di 26.08.14Seite 531

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
Schwer hören

Etwa 15 Millionen Menschen in Deutschland sind schwerhörig. Immer mehr Kinder und Teenager leiden unter Hörschäden durch Freizeitlärm; Spielzeugwaffen und zu lautes Musikhören können das Gehör dauerhaft schädigen.

Einmal eingetretene Hörschäden sind nicht mehr heilbar und Betroffene bleiben ihr Leben lang dadurch beeinträchtigt. Schwerhörigkeit ist also keine Sache des Alters.

Doch weil wir das Hören als etwas ganz Selbstverständliches hinnehmen, wird der Hörverlust meist erst spät bemerkt und behandelt.

Dass bei Fernseher und Radio die Lautstärke hochgedreht werden muss, der Betroffene im Gespräch öfter mal nachfragt oder der Klang der geliebten Opernaufnahme plötzlich fad und schlecht erscheint - all dies sind erste Hinweise auf schlechtes Hören.

Meist aber bemerken es die Betroffenen selbst erst spät, oft sind es Partner und Nahestehende, die auf die Hörminderung hinweisen.

Für die Betroffenen bedeutet die Schwerhörigkeit jedoch einen dramatischen Einschnitt in ihr bisheriges Leben. Viele ziehen sich dann zurück, vernachlässigen soziale Kontakte, was bis zur Vereinsamung führen kann. Viele Schwerhörige bezeichnen diesen Zustand als "Leben unter einer Glocke".

Bleibt die Schwerhörigkeit bereits länger unbehandelt, dann verlernt auch das Hörzentrum im Gehirn, die verschiedenen Höreindrücke zu differenzieren. Wird dann eine Hörhilfe angepasst, muss der Patient erst wieder lernen, mit den "neuen" Geräuschen umzugehen - vollständig gelingt das dann oft nicht.

Deshalb: Im Zweifel das eigene Hörvermögen beim Facharzt oder Akustiker testen lassen!

Akute oder chronische Schwerhörigkeit

Je nach Ursache und Ort der Schädigung werden zwei Arten von Schwerhörigkeit unterschieden, die Schallleitungs- und die Schallempfindungsschwerhörigkeit.

Schallleitungsschwerhörigkeit (syn: Mittelohrschwerhörigkeit):

Bei dieser Form ist die Schallübertragung im äußeren Ohrbereich oder im Mittelohr gestört. Das wird durch verschiedene Erkrankungen verursacht:

Einen Ohrenschmalzpfropf (sogenanntes Cerumen) verschließt den äußeren Gehörgang vor dem Trommelfell. Die Betroffenen verspüren einen plötzlichen, meist einseitigen Hörverlust, der Arzt findet bereits bei der Inspektion des Gehörganges mit dem Otoskop den Pfropf als Übeltäter.

Der lässt sich ggf. unter Zugabe von entsprechenden Ohrentropfen auflösen und entfernen.

Als Folge von Verletzungen (z. B. Reinigen des äußeren Gehörganges mit spitzen Gegenständen) oder indirekt durch starke Druckschwankungen (Explosion, Barotrauma) kann das Trommelfell zerreißen.

Neben dem plötzlichen Hörverlust zeigt sich oft ein akuter Schwindel, vor allem wenn kaltes Wasser in das Mittelohr eindringt. Je nach Ausmaß der Verletzung muss das Trommelfell rekonstruiert werden.

Als Trommelfellersatz wird körpereigegenes Gewebe, meist Muskelhaut, verwendet. Sind die Gehörknöchelchen stark zerstört, können Prothesen aus Keramik oder Titan eingesetzt werden.

Lärmschwerhörigkeit ist in der Regel das Ergebnis jahrelanger starker Lärmeinwirkungen am Arbeitsplatz und in der Freizeit. Bereits ab einem Pegel von 85 dB(A) beginnt die Gefährdung für das Ohr. Die Hörzellen werden geschädigt und sterben ab.

Das Ohr kann die Schallsignale nicht mehr oder nur noch verstümmelt an das Gehirn weitergeben. Lärmschwerhörigkeit ist eine schleichende Krankheit. Wird der Hörverlust bemerkt, ist er nicht mehr rückgängig zu machen.

Gegen Lärmschäden helfen keine Medikamente und keine Operationen. Sie sind unheilbar. Nichts kann die Hörleistung unseres Ohrs ersetzen, nicht einmal das beste Hörgerät.

Schwerhörigkeit bei Kindern (1)

Damit Kinder richtig sprechen lernen und sich altersgemäß entwickeln, müssen sie gut hören können. Immer mehr Kinder und Teenager leiden jedoch unter Schwerhörigkeit durch Lärmeinwirkung.

Oft sind laute Spielzeuge, Feuerwerkskörper sowie häufiges und lautes Musikhören die Ursachen für Hörprobleme und dauerhafte Hörschäden. 100 Dezibel und mehr werden hierbei schnell erreicht.

Schwerhörigkeit bei Kindern (2)

Bereits ab 85 Dezibel werden die empfindlichen Sinneszellen im Ohr geschädigt. Besonders gefährdend ist Lärm mit Schalldruckspitzen.

Spielzeuge wie Kinderpistolen, Knackfiguren oder Trillerpfeifen erzeugen hohe Schalldruckpegel. Sie schädigen schon bei kurzer Einwirkung das Innenohr. Betroffene Kinder nehmen ihre Lärmschwerhörigkeit oft lange Zeit nicht bewusst wahr.

Schwerhörigkeit bei Kindern (3)

Wenn ein Kind zum Beispiel auffällig lauter als andere spricht, vorrangig ein bestimmtes Ohr einer Geräuschquelle zuwendet oder im Gespräch häufig nachfragt, sollte es beim HNO-Arzt einen Hörtest absolvieren.

Der Test weist eine etwaige Schwerhörigkeit anhand einer Hörkurve nach. Lärmschäden können verhindert werden, indem Lärmquellen abgeschaltet oder verändert werden.

Schwerhörigkeit bei Kindern (4)

Zum Beispiel sollten elektroakustische Geräte beim Abspielen von vornherein keine kritischen Lautstärken ermöglichen. Auch eine Änderung des Umganges mit Lärm durch ein bewusstes Hörverhalten kann Hörschäden vermeiden.

Hilfestellung bietet die kostenlose "LärmApp""des Berufsverbandes der HNO- Ärzte. Sie misst den Geräuschpegel in Dezibel/dB am jeweiligen Standort.

Zeit für den Arztbesuch

Wenn Sprache und Musik leiser, dumpfer und verwaschener wahrgenommen werden; Geräusche sich zu vermischen scheinen; ein ständiges Pfeifen, Brummen, Rauschen oder Zischen im Ohr zu hören ist; dann ist es höchste Zeit, die Ohren zu checken.

Behandlungsmethoden (1)

Je nach Ursache wird therapiert: Möglich sind neben Medikamenten und Operationen natürlich auch Hörgeräte.

Behandlungsmethoden (2)

Moderne Hörgeräte sind eine wertvolle Hilfe, um wieder besser hören zu können. Sie verstärken den Schall und damit die Bewegung des Trommelfells.

Sie klingen deshalb nicht natürlich und nicht jeder mag mit einem sichtbaren Hörgerät durch die Gegend laufen, das die meisten als Stigma empfinden. Eine neue Generation von Hörgeräten für besondere Schwerhörigkeit wird vollständig implantiert.

Unsichtbares Hörgerät (1)

Ein Hörgerät unter der Kopfhaut eignet sich nicht für alle Schwerhörigkeiten. Es eignet sich für Menschen ab 18 Jahren, die an mittelbis hochgradiger Schwerhörigkeit, einer Schallempfindungsschwerhörigkeit, leiden.

Das flache Gerät, das nur halb so groß wie eine Streichholzschachtel ist, wird in einer Operation über dem Ohr in den Schädelknochen gelegt und ist von außen nicht mehr zu sehen.

Unsichtbares Hörgerät (2)

Außen ist nur ein ca. 2 cm großes Teil sichtbar, das Akku und Sender beinhaltet und magnetisch mit dem Gerät im Schädelknochen verbunden ist. Das Gerät besteht aus einer Elektronikkapsel, einem Mikrophonsystem und einem Wandler an den Gehörknöchelchen, die direkt bewegt werden.

Das Gerät überträgt Signale auf die Gehörknöchelchen simuliert eine Schall-übertragung wie beim normalen Gehör.

Unsichtbares Hörgerät (3)

Die Kosten von mehreren Tausend Euro müssen Patienten aus eigener Tasche bezahlen, wenn es keine medizinische Indikation gibt.

Weitere Informationen (1):

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie (DGHNO KHC): www.hno.org

Weitere Informationen (2):

Deutsche Gesellschaft der Hörgeschädigten - Selbsthilfe und Fachverbände e.V. www.deutsche-gesellschaft.de

Kostenloser Hörtest im Internet:

http://hearcom.eu/main/

Checkingyourhearing/publicarea/

3digit_de.html

(Es sind ein Headset oder Lautsprecher und Mikrofon erforderlich)

Weitere Informationen (3):

Hörtest per Telefon:

www.hoertest-per-telefon.de

Der "Hörtest per Telefon"" dauert nur ca. 5 Minuten und kostet 0,99 Euro.

Dabei werden mehrere zufällige Dreierkombinationen von Ziffern dargeboten. Nach der akustischen Wiedergabe der Ziffern müssen diese über die Tastatur eingegeben werden. Im Anschluss erhalten Sie das Testergebnis.


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