ARD Text - Der Teletext im Ersten
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Mi 10.09.14Seite 532

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
Krebstherapie und Naturheilverfahren

Durch Fortschritte in der Medizin überleben heute viel mehr Krebspatienten als noch vor zehn Jahren. Ca. 1,4 Millionen Menschen gelten als geheilt und bei mehr als 2,1 Millionen liegt die Krankheit mehr als zehn Jahre zurück.

Der Ansatz, mit Naturheilverfahren Krebstherapien zu begleiten und in der Folge auch die Begleiterscheinungen der Chemotherapie zu behandeln, ist ein wichtiges Thema. Allerdings muss jeder Tumor individuell bewertet werden.

Dabei ist die Naturheilkunde im Rahmen der angewandten integrativen Onkologie als gleichberechtigter Partner zur klassischen onkologischen Behandlung zu verstehen. Die dabei eingesetzten Verfahren sind wissenschaftlich durch Studien belegt.

Was ist Krebs? (1)

Unter Krebs versteht man Zellen, die sich der Wachstumskontrolle des Körpers entzogen haben. Dabei vermehrt sich die Zelle stärker als ihre Nachbarzellen.

Was ist Krebs? (2)

Gebildet wird ein ganzer Zellhaufen. Die eigentliche Kontakthemmung durch die anliegende Nachbarzelle ist aufgehoben, die Tumorzelle hat sich unabhängig gemacht.

Solange sich der Tumor nur in einem Organ festgesetzt hat, kann man ihn als Ganzes entfernen und so die Krankheit heilen. Bildet eine Zelle Metastasen, können sie und ihre Nachkommen im Körper umherwandern und sich einnisten.

Was ist Krebs? (3)

Metastasierte Krebserkrankungen sind nach jetzigem Stand der Wissenschaft nur selten heilbar; der Verlauf der Krankheit jedoch kann gebremst werden.

Im Alter steigt die Wahrscheinlichkeit für Krebs an, denn im Laufe des Lebens sind die Zellen vielen Gefahren ausgesetzt: Umwelt- und Nahrungsgifte, Zigarettenrauch, sogar Viren und Radioaktivität oder Sonnenstrahlen können Mutationen hervorrufen.

Was ist Krebs? (4)

Zudem besteht die Vermutung, dass im Alter die Schutzfunktionen und (Immun-) Abwehrmechanismen zunehmend erschöpft sind, sodass Tumorzellen nicht mehr vom Immunsystem erkannt und/oder unschädlich gemacht werden können.

Genetische Veränderungen können durch äußere Einflüsse, durch zufällige Fehler bei der Zellteilung entstehen oder bereits vererbt sein. Diese Genveränderungen lassen sich nicht verhindern.

Was ist Krebs? (5)

Dagegen lässt sich das Krebsrisiko, das von persönlichen Verhaltensweisen und von äußeren Einflüssen ausgeht, durchaus vermindern.

Risikofaktoren sind Rauchen, Ernährung, Alkohol, berufliche Faktoren, genetische Faktoren und Luftschadstofe. Welchen Anteil einzelne Risikofaktoren haben, lässt sich nicht pauschal beantworten.

Behandlung (1)

Klassische Therapien in der Krebsbehandlung sind Operation, Chemotherapie und Bestrahlung, die oft langwierig und mit starken Nebenwirkungen (körperlicher und seelischer Stress) verbunden sind.

70 Prozent der Krebspatienten leiden nach der Behandlung unter körperlichen Leistungseinschränkungen, Fatigue-Syndrom oder chronische Müdigkeit genannt.

Behandlung (2)

Diese wird durch Abnahme der Muskelmasse, Verlust von Lungenvolumen sowie einer Einschränkung der Herzfunktion hervorgerufen.

Allein diese Auswirkungen lassen alltägliche Handlungen sehr schwer fallen. Doch gerade die Einschränkung körperlicher Betätigung fördert den weiteren Abbau von Muskeln und Kondition. Ein Teufelskreis, den man jedoch mit sportlicher Betätigung durchbrechen kann.

Behandlung (3)

Die Psychoonkologie ist ein noch junges Forschungs- und Arbeitsgebiet, das sich mit den seelischen Faktoren befasst, die bei einer Krebserkrankung eine Rolle spielen. Hauptsächlich wendet sie sich den drängenden Problemen in der Versorgung von Krebspatienten zu.

Trotz erweiterter Therapiemöglichkeiten und verbesserter Heilungschancen wird noch heute die Diagnose Krebs vielfach als Schock erlebt.

Behandlung (4)

In fortgeschrittenen, metastasierten Stadien sind die meisten Krebsleiden mit den heute verfügbaren Mitteln nicht dauerhaft heilbar. Hier geht es darum, die Erkrankung so gut und so lange wie möglich unter Kontrolle zu halten und die krankheitsbedingten Symptome und Beschwerden zu lindern.

Eine solche Behandlung nennt man palliative Therapie.

Behandlung (5)

Während man bei einer Behandlung, die mit dem Ziel der Heilung oder Lebensverlängerung durchgeführt wird, eher gewisse Beeinträchtigungen durch die Behandlung in Kauf nimmt, müssen bei der Anwendung palliativer Therapien der zu erwartende Nutzen der Behandlung für den Patienten und die mit der Behandlung verbundenen Nebenwirkungen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.

Behandlung (6)

Denn wo Heilung nicht möglich ist, geht es ganz wesentlich darum, die Lebensqualität und ein bestmögliches Wohlbefinden so lange wie möglich zu erhalten

Diese Abwägung des Nutzens erfolgte oft nicht konsequent und klar genug, was zu einem negativen Bild vor allem von der Chemotherapie geführt hat. Wird diese sinnvoll eingesetzt, so kann sie dem Erkrankten auch bei palliativer Anwendung deutliche Vorteile bringen.

Naturheilverfahren begleiten die Krebstherapie (1)

Die Deutsche Krebshilfe fördert den Aufbau eines deutschlandweiten Netzes "Komplementärmedizin in der Onkologie" (KOKON). Unter der Leitung der Onkologie des Klinikums Nürnberg sind daran verschiedene Institutionen beteiligt.

Zahlreiche Krebszentren bieten komplementäre Behandlungsmethoden an, um die Nebenwirkungen einer Chemotherapie zu mildern:

Naturheilverfahren begleiten die Krebstherapie (2)

- Qi Gong und chinesische Akupunktur zur Stärkung des Immunsystems und zur Anregung der Selbstheilungskräfte

- Wassergüsse nach Kneipp

- Bewegungs- und Atemtherapie

- Yoga und Meditation zur Steigerung der Entspannung

- gesunde Ernährung zur Steigerung des gesamten Wohlbefindens

Naturheilverfahren (3)

Diese begleitende Behandlung mit Naturheilverfahren kann eine notwendige Krebstherapie niemals ersetzen, aber dazu beitragen, die schwierige Zeit während oder nach einer Krebstherapie leichter zu bewältigen.

Wichtig ist, dass alle Maßnahmen immer in Absprache mit den Ärzten stattfinden und individuell auf den Patienten abgestimmt sind.

Natürliche Hilfe gegen körperliche Nebenwirkungen (1)

Linderung von körperlichen Beschwerden:

- Appetitlosigkeit: Tee aus Schafgarbe oder Enzianwurzel

- Übelkeit und Erbrechen: Tee aus Ingwerstücken, Pfefferminztee-Eiswürfel

- Durchfall: geriebener Apfel,Leinsamen

- Mundschleimhautentzündung: Kamille- Salbei-Spülungen, gefrorene Ananas

- Leberbeschwerden: Mariendistel-Tee

Aufbau eines deutschlandweiten Netzes "Komplementärmedizin in der Onkologie"

(KOKON) (1)

Leitung: Onkologie Klinikum Nürnberg

Beteiligung:

- Charité Berlin

- Universitätsklinik Hamburg Eppendorf

- Universitätsklinik München

- Universitätsklinik Rostock

- Universität Frankfurt

- Universität Greifswald

- Klinik für Turmorbiologie in Freiburg

(KOKON) (2)

Beteiligung (Fortsetzung):

- Hans-Bredow-Institut für Medienforforschung an der Universität Hamburg

- Klinik Essen-Mitte

http://www.kliniken-essen-mitte.de/

mind-body-medizin@kliniken-essen-

mitte.de

- Klinik Fürth

- Medizinische Hochschule Hannover

- Klinikum St.Marien Amberg

http://www.klinikum-amberg.de/

Hier kann man sich über Studien und Krebszentren bundesweit informieren:

http://www.dkfz:de/de/index.html

Literatur:

Gustav Dobos, Sherko Kümmel:

Gemeinsam gegen Krebs

Verlag Zabert und Sandmann

ISBN 978-3-89883-265-6


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