ARD Text - Der Teletext im Ersten
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Mi 09.04.14Seite 532

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
Servicethema:
Arthrose

Arthrose ist die am weitesten verbreitete Gelenkerkrankung der Welt. Etwa fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Rheuma-Liga unter den Folgen ihrer geschädigten Gelenkknorpel.

So kann schon in jungen Jahren die Arthrose ihren Anfang nehmen und über Jahre hinweg voranschreiten. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu. Bei über 80% aller 70 Jähri-gen finden sich arthrotische Gelenkveränderungen.

Was ist Arthrose? (1)

Eine Arthrose entwickelt sich - unabhängig vom betroffenen Gelenk - meist auf die gleiche Art und Weise. In der Anfangsphase verliert der Gelenkknorpel seine Elastizität, einzelne Knorpelzelzellen sterben ab. Schließlich wird das Knorpelgewebe dünner und reißt ein.

Die Gelenkflächen, beim Gesunden mit elastischem Knorpel überzogen, verdichten und verhärten sich.

Was ist Arthrose? (2)

An den Rändern der Gelenkflächen bilden sich wulstartige Knochenvorsprünge. Während die Arthrose fortschreitet, werden die Gelenkflächen und der Gelenkspalt immer kleiner. Im Endstadium kommt es zu einer vollkommenen Verknöcherung des Gelenks.

Da dem Knorpelgewebe schmerzleitende Nerven fehlen, beginnt eine Arthrose zunächst ohne Beschwerden.

Was ist Arthrose? (3)

Mit zunehmendem Knorpelschaden kommt es zu den typischen Arthrosebeschwerden: starke Gelenkschmerzen, morgendliche Gelenksteife und Knacken oder Knirschen im Gelenk. Schließlich kommt es zu entzündlichen Prozessen im Gelenk, man spricht von "aktivierter" Arthrose.

Ein natürlicher Alterungsprozess (1)

Mit dem zunehmenden Lebensalter wächst das Risiko, Arthrose zu bekommen.

Ein natürlicher Alterungsprozess (2)

Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Ursache können Verschleiß mit Knorpelschäden wegen schwerer körperlicher Arbeit, regelmäßige Überlastung zum Beispiel durch zu viel Sport, aber auch frühere Verletzungen oder Gelenkfehlstellungen sein.

All dies hat zur Folge, dass die Gelenke mechanisch stärker beansprucht und abgenutzt werden.

Ein natürlicher Alterungsprozess (3)

Auch Übergewicht stellt - durch die ständige Überlastung etwa der Kniegelenke - ein hohes Arthrose-Risiko dar.

Beschwerden bei Arthrose

Typischerweise treten Arthroseschmerzen zusammen mit Steifigkeit in den Gelenken nach einer längeren Ruhephase auf, z.B. beim Aufstehen aus dem Bett oder nach längerem Sitzen.

Beschwerden bei Arthrose (2)

Diese "Anlaufschmerzen" gehen bei leichtem Verschleiß unter Bewegung zurück, können aber je nach Ausprägungsgrad der Arthrose bei stärkerer Belastung wieder auftreten.

Im späten Stadium sind ständige Schmerzen - auch in der Nacht - keine Seltenheit. Überlastungen führen häufig in allen Arthrosestadien von einer ruhenden Arthrose zu einer "aktivierten" Arthrose.

Beschwerden bei Arthrose (3)

Diese zeigt entzündliche Reaktionen und Ergussbildung im Gelenk. Je weiter die Arthrose fortschreitet, desto stärker wird das Gelenk abgenutzt und verformt. Um Schmerzen zu vermeiden, wird die Bewegung des Gelenkes häufig vermindert, was zu einem Schwund der umgebenden Muskulatur führt.

So kann ein Gelenk völlig unbeweglich werden.

Beschwerden bei Arthrose (4)

Besonders anfällig für Arthrose sind die Knie, die Hüfte, die Wirbelsäule, das Sprunggelenk und die Finger der Arbeitshand.

Diagnostik

Beim Röntgen, der zur Zeit häufigsten Art der Diagnostik, bzw. der Kernspintomographie zeigen sich bei einer Arthrose typische Veränderungen.

Diagnostik (2)

Dabei gehen allerdings die Veränderungen im radiologischen Bild nicht immer parallel mit den Beschwerden des Patienten einher.

Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt eine Unzahl von Medikamenten und Medizinprodukten, die gegen Arthrose vorbeugen oder die Frühformen behandeln sollen. Viele dieser, oft in den Anzeigenteilen von Illustrierten angepriesenen Produkten sind wirkungslos.

Behandlungsmöglichkeiten (2)

Knorpelgewebe bildet sich nicht komplett neu. Es kann auch noch nicht durch künstliches Gewebe ersetzt werden. Unterschiedliche Ansätze, Knorpelgewebe zu züchten oder zu transplantieren, können bisher nur kleinere Defekte ersetzen.

Die schulmedizinischen und alternativen Therapien zielen daher primär daraufhin, den noch gesunden Knorpel bestmöglich zu erhalten und zu nutzen.

Behandlungsmöglichkeiten (3)

Dies geht häufig mit einer Umstellung der Lebensgewohnheiten, wie Ernährungs- und Belastungsumstellung einher. Dabei ist die häufige Bewegung des Gelenks bei geringer Belastung von zentraler Bedeutung.

Die medikamentöse Behandlung der Arthrose hat zum Ziel, Schmerzen zu lindern und den Zustand der Gelenkflüssigkeit (Synovia) oder des Knorpels zu verbessern.

Behandlungsmöglichkeiten (4)

So kann eine Operation des Gelenks so lange wie möglich hinaus gezögert oder vermieden werden. Meist erfolgt dies mit Injektionen in das Gelenk.

Kommt es trotz der konservativen Behandlungsmethoden zu keiner ausreichenden Beschwerdelinderung, bleibt neben einigen operativen Möglichkeiten nur der Gelenkersatz, der meist bei den großen Gelenken, wie Hüfte und Knie, notwendig ist.

Behandlungsmöglichkeiten (5)

Diese Kunstgelenke halten 10-20 Jahre und erlauben in der Regel schmerzfreie Gelenkbewegungen.

Radiosynoviorthese heißt eine Therapie gegen die quälenden Schmerzen bei Polyarthritis. Behandelt man die nur mit Medikamenten, kann es sein, dass ein Gelenk über Jahre langsam zerstört wird. Bei der Radiosynoviorthese wird das erkrankte Gelenk mit Strahlen behandelt.

Behandlungsmöglichkeiten (6)

Bei dieser "unblutigen Methode" wird die Gelenkinnenhaut des behandelnden Gelenks verödet. In das entzündete Gelenk wird mit Hilfe einer Röntgendurchleuchtung je nach Gelenkgröße das entsprechende Radioisotop injiziert.

Wichtig ist, dass die radioaktive Substanz genau dorthin gelangt, wo der Entzündungsherd sitzt.

Therapiemethoden (Auswahl der vielfältigen Angebote):

- Massagen der gelenksumgebenden

Muskulatur

- Elektro-/Ultraschalltherapie,

Stangerbäder

- Akupunktur, therapeutische Lokal-

anästhesie

- Paracetamol bei leichten Schmerzen

- kurzfristig: nichtsteroidale Antirheumatika

- Opioide bei starken Schmerzen

Therapiemethoden (2) (Auswahl)

- knorpelschützende Mittel (Chondroprotektiva)

- Viskositätssteigerung der Gelenksflüssigkeit:Hyaloronsäure-Injektionen

- intraartikuläre Behandlung mit Orthokin zur Entzündungshemmung

- Radiosynoviorthese: Injektion von leicht radioaktiven Strahlenpräparaten

- Prothesenimplantation (Hüfte, Knie, Schulter)

Was kann man selbst tun?

- viel Bewegung, wenig Belastung, auch bei einer aktivierten Arthrose (hier jedoch vorsichtig)

- Gewicht normalisieren

- Sport: Radfahren, Schwimmen, Gymnastik, Walking

- Wärme bei ruhender, Kälte bei aktivierter Arthrose

- Entspannungsübungen, um die Musku-

latur zu relaxen

Literatur und weitere Informationen:

- "Arthrose - beweglich bleiben", Stiftung Warentest, 160 Seiten,

17,90 Euro im Handel oder kann

online bestellt werden unter www.test.de/arthrose.

- Fischer, Jürgen, "Das Arthrose-

Stopp-Programm", Trias Verlag, ISBN: 9783830466376, 14,99 Euro

Anlaufstelle für Spezialisten für Gelenkoperationen

http://www.gelenkchirurgie-nrw.de

Weitere Informationen

Selbsthilfeforum von Arthosebetroffenen

http://www.deutsches-arthrose-forum.de/

Patienten-Flyer Arthrose:

http://www.bvou.net/fe/index.php?do=pub

_presse&thema_id=1562&artikel_id=3772

Faktenblatt Arthrose:

http://www.bvou.net/fe/index.php?do=pub

_presse&thema_id=1567&artikel_id=3507


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