ARD Text - Der Teletext im Ersten
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Do 25.09.14Seite 533

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
Mütterrente

(1)

In den nächsten Tagen verschickt die Deutsche Rentenversicherung Rheinland die Bescheide zur Mütterrente.

Wer bereits Rente erhält und die Voraussetzungen für die so genannte Mütterrente erfüllt, erhält damit rückwirkend für die Zeit ab dem 1. Juli einen monatlichen Zuschlag in Höhe

von 28,61 Euro brutto pro Kind zur bisherigen Rentenzahlung.

(2)

Die Deutsche Rentenversicherung Rheinland weist darauf hin, dass der tatsächliche Zahlbetrag jedoch niedriger ausfallen kann: Bspw., wenn die Rentnerin oder der Rentner kranken- und pflegeversicherungspflichtig ist. Dann beträgt der monatliche Mütterrenten-Zuschlag pro Kind zirka 25 Euro netto.

Die Anlage 6 des Bescheides erläutert die Anzahl der Kinder, die für die Mütterrente berücksichtigt wurden.

(3)

Die rückwirkenden Mütterrenten-Zuschläge bekommen die berechtigten Rentnerinnen und Rentner in der zweiten Septemberhälfte als Einmalzahlung überwiesen. Bei den nachfolgenden Rentenzah-

lungen sind dann die Mütterrenten-Zuschläge im neuen Rentenzahlbetrag enthalten.

Mit dem Begriff Mütterrente ist eine bessere rentenrechtliche Anerkennung von Erziehungszeiten für Kinder gemeint, die vor 1992 geboren wurden.

(4)

Für sie konnte bisher ein Jahr Kindererziehungszeit berücksichtigt werden. Seit dem 1. Juli 2014 können für alle Mütter oder Väter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, ein weiteres Jahr mit Kindererziehungszeiten angerechnet werden.

Dadurch können sich Altersrenten, Erwerbsminderungsrenten und Hinterbliebenenrenten verändern.

(5)

Beispiel: Hat ein Hinterbliebenenrentner Einkommen oberhalb eines Freibetrags (z.B. 755,30 Euro bei Witwen- und Witwerren-ten in den alten Bundesländern), wird dieses Einkommen zu 40% auf die Hinterterbliebenenrente angerechnet

Als Einkommen zählen auch Erwerbsminderungs- und Altersrenten. Überschreiten durch die Mütterrente und hier die Zahlbeträge den Freibetrag, verringert sich die Hinterbliebenenrente.

(6)

Bestand am 30. Juni 2014 Anspruch auf eine Rente, wird diese für jedes vor 1992 geborene Kind pauschal um einen zusätzlichen Entgeltpunkt erhöht.

Das entspricht seit dem 1. Juli 2014 an regelmäßig einer Erhöhung der Bruttorente von 28,61 Euro im Westen und 26,39 Euro im Osten. Davon werden im Regelfall Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen. Eventuell fallen auch Steuern an.

(7)

Die Erhöhung gilt vom 1. Juli 2014 an. Rentennachzahlungen für Zeiträume davor gibt es nicht.

Wer am 30. Juni 2014 bereits eine Rente bezogen hat, bei der für den zwölften Kalendermonat nach dem Monat der Geburt Kindererziehungszeiten für ein vor 1992 geborenes Kind berücksichtigt wurden, erhält die Mütterrente ohne Antrag.

(8)

Wer am 30.Juni 2014 noch keinen Renten-

anspruch hatte und die Berücksichtigung der Kindererziehungszeiten bereits beantragt hat, der braucht ebenfalls nicht von sich aus tätig zu werden. Hier sind die Kindererziehungszeiten bereits im Rentenkonto gespeichert.

Die Rentenversicherung prüft hier die Berücksichtigung der Mütterrente und speichert die weiteren Kindererziehungszeiten im Versicherungskonto nach.

(9)

Etwas anderes gilt für Personen mit Kindern, die bislang noch keine Zeiten der Kindererziehung bei der Rentenversicherung geltend gemacht haben und für die daher auch noch keine Kindererziehungszeiten im Rentenkonto gespeichert sind.

Sie sollten die Berücksichtigung der Kindererziehungszeiten für ihre Kinder beantragen. Damit wird auch die Berücksichtigung der Mütterrente geprüft.

(10)

Auch Personen, die am 1. Juli 2014 schon im Rentenalter gewesen sind, können durch die Mütterrente erstmals einen Rentenanspruch erwerben.

Versicherte mit Beitragszeiten von fünf Jahren können eine Regelaltersrente erhalten. Durch die Mütterrente wird dann für jedes vor 1992 geborene Kind ein weiteres Jahr Kindererziehungszeit (= Beitragszeit) angerechnet.

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Wenn Berechtigte dadurch auf fünf Jahre Beitragszeiten kommen, haben sie Anspruch auf Regelaltersrente. Diese kann aber nur gezahlt werden, wenn sie beantragt wird.

Damit die Rente zum frühestmöglilichen Zeitpunkt (rückwirkend ab Juli 2014) beginnen kann, muss der Rentenantrag bis Ende Oktober diesen Jahres gestellt werden. Wird die Rente später beantragt, kann sie erst von dem Monat der Antragstellung an gezahlt werden.

(12)

Auch Personen im Rentenalter, die die Wartezeit für einen Rentenanspruch (noch) nicht erfüllen, können einen solchen erwerben. Und zwar indem sie freiwillige Beiträge zahlen.

Fehlen trotz Mütterrente noch Versicherungszeiten für einen Rentenanspruch, so kann diese Lücke durch eine freiwillige Zahlung geschlossen werden.

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Wenn beispielsweise einer Frau mit zwei vor 1992 geborenen Kindern, der bislang zwei Jahre Kindererziehungszeiten angerechnet wurden, künftig vier Jahre angerechnet werden, reicht ein Jahr mit freiwilligen Beiträgen aus, um die Wartezeit für eine Regelaltersrente zu erfüllen.

Wer schon im Rentenalter ist, kann die für den Rentenanspruch fehlenden Beiträge auf Antrag nachzahlen.

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Der notwendige Mindestbeitrag für zwölf Monate beläuft sich derzeit auf 1.020 Euro. Insgesamt ergibt sich daraus eine monatliche Bruttorente von ca.120 Euro.

Treffen Kindererziehungszeiten mit Beitragszeiten (z. B. aufgrund einer versicherungspflichtigen Beschäftigung) zusammen, so werden zu den Entgeltpunkten aus eigener Beitragsleistung zusätzlich Entgeltpunkte für Kindererziehungszeiten berücksichtigt.

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Die Summe der Entgeltpunkte aus Beitragszeiten und Kindererziehungszeiten sind allerdings durch die Beitragsbemessungsgrenze begrenzt.

Das gilt jedoch nicht für Personen, deren Rente schon vor dem 1. Juli 2014 begonnen hat. Hier wird ein pauschaler Zuschlag in Höhe eines persönlichen Entgeltpunktes gezahlt (eben die erwähnten 28,61 Euro beziehungsweise 26,39 Euro).

(16)

Eine während der Erziehung ausgeübte Beschäftigung hat bei diesem Personenkreis keine Auswirkung auf die Höhe des Zuschlags an Mütterrente.

Weitere Informationen:

- Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat eine kostenlose Telefon-Hotline

für Fragen rund um die Mütterrente

eingerichtet: 0800 - 1000 48 055


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