

Er liebte den Luxus. Teure Möbel, edle Gewänder aus Seide, Brokat oder Samt, hochwertiges Papier und erlesene Schreibfedern. Dies brauche er, um kreativ sein zu können, behauptete er - und fand es auch ganz natürlich, dass andere all diese Dinge bezahlten. Richard Wagner (1813-1883) hat es an Selbstbewusstsein nicht gemangelt. Vor 200 Jahren, am 22.Mai 1813, wurde er in Leipzig geboren.
Die zentrale Rolle in der neueren europäischen Kulturgeschichte, die ihm heute von vielen zugeschrieben wird - er besetzte sie schon zu Lebzeiten.
Als Geschichtsschreiber in eigener Sache arrangierte er seine Biografie wie seine mythologischen Opernstoffe, auf Wirkung und Botschaft bedacht.
Seine musikalische Initiation macht Wagner an einer Aufführung von Beethovens 9.Symphonie fest - ein Schlüsselwerk für die Entwicklung seiner Ästhetik. 1833 wird er "Choreinstudierer" in Würzburg, es folgen Lehr- und Wanderjahre als Kapellmeister. Die deutschen Opernbühnen empfindet er als erstarrt. "Kinder, schafft Neues" lautete seine Devise.
Mit 29 Jahren wird Wagner Hofkapellmeister in Dresden, "Rienzi" und "Fliegender Holländer" bringen ihm Erfolg. Dass sie überhaupt gespielt werden, verdankt er der Empfehlung des französischen Operndoyens Giacomo Meyerbeer.
Später, im Pamphlet "Das Judentum in der Musik", wird er den Kollegen als "täuschenden Künstler" verunglimpfen, ebenso wie Felix Mendelssohn oder Heinrich Heine. Seine antisemitischen Gedanken entfalten ihre fatale Wirkung später in Bayreuth, wo Antisemitismus, Chauvinismus und Rassenwahn über Jahrzehnte zum guten Ton gehörten.
Künstlerisch entwickelt Wagner in Dresden seine Idee, die Einzelgattungen - Musik und Sprache, Bewegung, Kostüme, Bühnenbild und Licht - zu einer Einheit zu verbinden. Dieses "Kunstwerk der Zukunft", das die traditionelle Nummernoper ablöst, ist für ihn auch Ausdruck einer gesellschaftlichen Reform.
Mit dem russischen Anarchisten Michael Bakunin steigt Wagner im Zuge der Revolution von 1848/49 auf die Barrikaden. Als die Revolution scheitert, muss er fliehen. Der steckbrieflich gesuchte Umstürzler darf elf Jahre lang deutschen Boden nicht mehr betreten.
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