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EU: Vier Impfstoffe zugelassen

In Deutschland wurden bislang die Impfstoffe des US-Herstellers Pfizer und seines Mainzer Partners BioNTech, des US-Herstellers Moderna und des britisch-schwedischen Unternehmens Astra- Zeneca angewandt. In der EU zugelassen ist auch das Vakzin von Johnson & Johnson.

Die Ständige Impfkommission (StiKo) empfiehlt eine Impfung mit AstraZeneca nur noch für Menschen über 60. Für die unter 60-Jährigen empfiehlt die Kommission als Zweitimpfung anstelle von AstraZeneca eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs etwa von BioNTech oder Moderna.

EMA: Impfung mit AstraZeneca sicher

Die Impfungen mit AstraZeneca waren Ende März kurzzeitig ausgesetzt worden. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat den Impfstoff erneut geprüft.Nun werde eine Warnung vor Thrombosen aufgenommen.

Als mögliche Impfreaktion können laut RKI Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Schüttelfrost auftreten. Wer sich mehr als vier Tage nach der Impfung unwohl fühlt, starke Kopfschmerzen oder punktförmige Hautblutungen hat, sollte einen Arzt aufsuchen.

Impfstoffe: Eine neue Generation

Das Ziel aller Impfstoffkandidaten ist: Im Körper eine Immunreaktion auszulösen, ohne dass eine Infektion stattgefunden hat. Dadurch soll ein Schutz aufgebaut werden.

Die Impfstoffe von BioNTech und Moderna basieren auf der sogenannten mRNA-Methode. mRNA steht für messenger-Ribonukleinsäure, auch als Boten-RNA bezeichnet. Das Prinzip stammt aus der Krebsforschung. Die Impfstoffe sind eine neue Generation von Seren, die noch nie zum Einsatz kamen. Ihr Vorteil: wegen ihrer einfachen Struktur können schnell viele Impfdosen produziert werden.

Wie wirken die Impfstoffe?

Die mRNA ist die Bauanleitung für einen Bestandteil des Covid-19-Erregers und gelangt mit Hilfe winziger Fetttröpfchen in die Körperzellen. Diese stellen dann das Virusprotein her,gegen das der Körper seine Immunantwort entwickelt.

Das AstraZeneca-Produkt beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Es enthält genetisches Material eines Proteins, mit dem Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Auch beim Serum von Johnson & Johnson wurde der genetische Bauplan eines Teils des Coronavirus in ein abgeschwächtes Trägervirus verpackt.

Zwei Dosen müssen geimpft werden

Die Impfstoffe von BioNTech, Moderna und AstraZeneca müssen in zwei Dosen verimpft werden. Zwischen der Erst- und Zweitimpfung liegen mehrere Wochen. Die Mittel von AstraZeneca und Johnson & Johnson sind bei Kühlschranktemperaturen haltbar. Moderna und BioNTech müssen deutlich kühler gelagert werden.

Moderna und BioNTech geben eine Wirksamkeit von 94 % beziehungsweise 95 % an. Während Moderna erst für Menschen ab 18 Jahren zugelassen ist, kann BioN- Tech ab 16 Jahren angewandt werden. Ein Impfstoff für Kinder ab 12 Jahren könnte im 3.Quartal zugelassen werden.

>> WHO: Remdesivir wenig wirksam