Ratgeber: Morgenmagazin

Mo: Arbeitnehmer und Corona

In manchen Ländern haben die Sommerferien gerade erst angefangen, in anderen gehen sie schon zu Ende. Nach dem Urlaub ergeben sich vor allem für Arbeitnehmer im Zusammenhang mit Corona viele rechtliche Fragen.

Reisewarnungen und Risikogebiete

Bis zum 31.August gilt wegen der aktuellen Covid-19-Lage eine weltweite Reisewarnung. Ausgenommen sind die EU- Staaten - bis auf Luxemburg - sowie die Schweiz, Norwegen, Lichtenstein, Monaco, Island und Großbritannien.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat eine Liste veröffentlicht, auf denen Corona- Risikoländer verzeichnet sind. Wer Urlaub in einem Risikoland macht, muss bei der Wiedereinreise nach Deutschland in häusliche Quarantäne. Wer mittels aktuellem Coronatest nachweisen kann, dass er nicht infiziert ist, muss das nicht. Nähere Informationen erteilen die Gesundheitsämter in den jeweiligen Bundesländern.

Quarantäne

Wer nach seinem Urlaub in Quarantäne muss, muss sofort seinen Arbeitgeber hierüber informieren.

Arbeitnehmer, die ihre Arbeit im Homeoffice wieder aufnehmen können, bekommen weiter Gehalt. Ist kein Homeoffice möglich, entfällt dieser Entgeltanspruch. Es kommt aber eine Entschädigung des Verdienstausfalles nach dem Infektionsschutzgesetz in Betracht, da die Quarantäne auf einer behördlichen Anordnung beruht.

Rückkehr an den Arbeitsplatz Arbeitnehmer müssen ihre Arbeitgeber informieren, falls von ihnen eine Ansteckungsgefahr ausgeht.

Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn jemand mit unmittelbarem Kontakt zum Arbeitnehmer an Corona erkrankt ist. Stellt ein Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer frei, da er eine Corona- Infektion vermutet, behält der Arbeitnehmer Anspruch aufs Gehalt.

Quarantäne kann der Arbeitgeber nicht anordnen, sondern nur die örtlichen Gesundheitsämter. Arbeitgeber haben keinen generellen Anspruch auf die Auskunft darüber, wo ein Arbeitnehmer Urlaub verbracht hat.

Allerdings sehen das viele Arbeitsrechtler dann anders, wenn der Arbeitnehmer in ein Corona-Risikogebiet gereist ist. Hier besteht für den Arbeitnehmer sogar Informationspflicht, aufgrund einer so genannten Neben- und Treuepflicht aus dem Arbeitsvertrag.

Erkrankung an Corona

Ein Arbeitnehmer, der an Corona erkrankt, ist arbeitsunfähig. Er muss sich unverzüglich beim Arbeitsgeber krankmelden. Wer krankgeschrieben ist, bekommt sein Gehalt nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz vom Arbeitgeber für sechs Wochen weiterbezahlt.

Weitere Informationen

- Tagesschau: Arbeitsrecht - Wenn Corona die Urlaubspläne durchkreuzt (8.7.20)

https://http://www.tagesschau.de/inland/

arbeitsrecht-urlaub-101.html

- Auswärtiges Amt: Coronavirus / Covid- 19: Reisewarnung für Staaten außerhalb der EU/Schengen-Gebiet

https://www.auswaertigesamt.de/de/

ReiseUndSicherheit/covid-19/2296762

- Robert-Koch-Institut: Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete (20.7.2020)

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/

Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete

_neu.html

- Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Antworten auf arbeitsrechtliche Fragen (20.6.20):

https://www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/

InformationenCorona/Fragen-und-Antwor-

ten/Fragen-und-Antworten-corona/corona-

virus-arbeitsrechtliche-auswirkungen.

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