Ratgeber: Morgenmagazin

Mo: Kurzsichtigkeit

Kurzsichtigkeit, Myopie genannt, kann eine angeborene oder erworbene Fehlsichtigkeit sein.

Kurzsichtige sehen weiter entfernte Gegenstände undeutlich und verschwommen, erkennen nahe Objekte jedoch problemlos. Die Anzahl der Kurzsichtigen nimmt weltweit zu. In Deutschland ist Schätzungen zufolge mindestens jeder Vierte kurzsichtig. Eine Kurzsichtigkeit kann durch das Tragen einer Brille oder Kontaktlinsen problemlos ausgeglichen bzw. korrigiert werden. Die Kurzsichtigkeit wird eher selten operiert. Gemessen wird sie in Dioptrien.

Starren auf den Bildschirm fördert Kurzsichtigkeit

Durch den Lockdown, Homeschooling und die Kontaktbeschränkungen starren wir alle in dieser Corona-Pandemie noch häufiger als ohnehin schon auf Bildschirme, Tabletts und Mobiltelefone. Durch die ständige Fokussierung auf Objekte im Nahbereich fehlt unseren Augen der Weitblick.

Reduzieren lässt sich das Risiko für Kurzsichtigkeit, indem man nicht zu lange auf einen Gegenstand im Nahbereich schaut.

Dabei ist es unabhängig, ob es sich um ein Smartphone oder ein spannendes Buch handelt. Entscheidend ist die Entfernung und dass der Betrachter regelmäßig aufblickt, damit das Auge den Nahbereich verlässt und der Blick in die Ferne schweifen kann.

Kinderaugen leiden

Anders als bei Erwachsenen, können lange Bildschirmzeiten bei Kindern tatsächlich zu Kurzsichtigkeit führen. Das legt auch eine Studie aus China nahe: Mehr als 120.000 Schulkinder im Alter von 6 bis 13 Jahren wurden beobachtet.

Bei den Sechsjährigen waren etwa dreimal so viele Kinder kurzsichtig wie noch vor wenigen Jahren. Bei den Siebenjährigen war die Kursichtigkeit doppelt so hoch, bei den achtjährigen Kindern 1,4-mal höher.

Nach den Zahlen des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) wächst der Anteil der Brillenträger stetig. 41,1 Millionen Erwachsene ab 16 Jahren tragen in Deutschland eine Brille. Im Jahr 1952 lag der Anteil in Westdeutschland bei 43 Prozent, im Jahr 2019 waren es schon 66,6 Prozent.

Risiko reduzieren

Längere Aufenthalte im Freien reduzieren das Risiko für Kurzsichtigkeit, weil Tageslicht das weitere Wachstum des Augapfels hemmt. In Zimmern beträgt die Lichtstärke im Durchschnitt 300 bis 500 Lux, im Freien dagegen an einem hellen Sommertag rund 100.000 Lux.

Ebenfalls nimmt das Risiko für Kurzsichtigkeit ab, wenn nicht zu lange und zu nah auf einen Gegenstand geschaut wird, der 30 Zentimeter oder weniger entfernt ist. Dabei ist es unerheblich, ob es sich dabei um ein Tablet, Computer, oder Buch handelt.

Entscheidend ist die Entfernung und dass der Betrachter regelmäßig aufblickt, damit das Auge den Nahbereich verlässt und der Blick in die Ferne schweifen kann.

Ebenfalls hilfreich: Eine gute Beleuchtung am (häuslichen) Arbeitsplatz.

Weitere Informationen

Planet Wissen, Gut sehen, wie unsere Augen gesund bleiben

https://www1.wdr.de/mediathek/video-

atropin-gegen-kurzsichtigkeit-100.html

Planet Wissen, Gut sehen

https://www1.wdr.de/mediathek/av/video-

die-sehkraft-veraendert-sich-im-laufe-

des-lebens-100.html

Daily Quarks, Podcast

https://www1.wdr.de/mediathek/audio/

daily-quarks/audio-warum-der-lockdown-

kurzsichtig-macht-100.html

MDR-Ratgeber, Gesundheit

https://www.mdr.de/ratgeber/gesundheit/

handys-computer-homeoffice-bildschirme-

augen-kurzsichtig-welttag-sehen-

100.html

MDR Wissen

https://www.mdr.de/wissen/kinder-

kurzsichtiger-nach-corona-100.html

NDR Visite

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/

visite/Kurzsichtigkeit-Wie-effektiv-

ist-das-Augenlasern,visite19950.html

Br24, Führt der Lockdown zu mehr Kurzsichtigkeit bei Kindern? 04.03.2021

https://www.br.de/nachrichten/wissen/

zu-viel-zeit-mit-dem-smartphone-ist-

schlecht-fuer-kinderaugen,R4BnXqO

tagesschau.de, Homeoffice und Homeschooling: Kurzsichtigkeit als Corona-Folge? 08.02.2021

https://http://www.tagesschau.de/wirtschaft/

unternehmen/kurzsichtigkeit-als-corona-

folge-101.html

Studie aus China

https://jamanetwork.com/journals/

jamaophthalmology/fullarticle/2774808

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