Ratgeber: Morgenmagazin

Mo: Schutz vor Spam

Als Spam werden meist massenhaft und z.B. per Mail versendete, unerwünschte Nachrichten bezeichnet. Spam kann Schadsoftware wie Viren oder Würmer enthalten.

Fachleute gehen davon aus, dass fast die Hälfte aller weltweit verschickten Mails Spam sind. Allein in Deutschland landen laut Mail-Anbietern jeden Tag Millionen Spam-Nachrichten in Postfächern.

Wie gefährlich sind Spam-Nachrichten?

Spam-Nachrichten nerven zwar, gefährlich ist aber nur ein Teil von ihnen. Zu den harmlosen gehören Werbemails, in denen für Produkte und Dienstleistungen geworben wird. Weit verbreitet sind jedoch auch Viren-, Phishing- und Datensammel-Mails.

Viele Spam-Mails enthalten einen Dateianhang oder Link. Wer einen solchen Anhang öffnet oder einen Link anklickt läuft Gefahr, den eigenen Computer oder sein Handy mit einem Virus zu infizieren.

Auch die Methode, per Spam-Mail wichtige Daten abzugreifen, also zu "phishen", ist verbreitet: Man bekommt beispielsweise eine Mail, die angeblich und auf den ersten Blick von der eigenen Bank stammt und in der man aufgefordert wird, Konto-Zugangsdaten anzugeben. Wenn der Empfänger das macht, landen diese Daten bei Hackern und können missbraucht werden.

Seien Sie bei jeder Mail eines unbekannten Absenders vorsichtig. Insbesondere, wenn Sie einen Anhang oder Link beinhaltet, den Sie öffnen oder anklicken sollen.

Leider bieten auch vermeintlich bekannte oder seriöse Absender keine hundertprozentige Sicherheit, denn Absende- Adressen können gefälscht oder gestohlen sein.

Gefälschte Mails im Namen von Freunden, Nachbarn oder Kollegen haben in der Vergangenheit in Deutschland große Schäden angerichtet. Verantwortlich dafür ist die Schadsoftware Emotet. Sie kann Kontakte und Mail-Inhalte aus Postfächern infizierter Systeme auslesen.

Diese Informationen werden zur weiteren Verbreitung des Schadprogramms benutzt: Die Empfänger erhalten Mails mit echt aussehenden, jedoch erfundenen Inhalten von Absendern, mit denen sie erst kürzlich Kontakt hatten. Da Name und Mailadresse des Absenders sowie Betreff, Anrede und Signatur vertraut wirken, kann das zum unbedachten Öffnen des schädlichen Dateianhangs führen.

Tipp: Öffnen Sie grundsätzlich nur Dateianhänge, wenn Sie diese auch erwarten. Das gleiche gilt für Links. Fragen Sie im Zweifelsfall beim Absender nach.

Wie kann ich mich gegen Spam-Mails schützen?

Wichtigste Regel: Hinterlassen Sie die eigene Mail-Adresse an möglichst wenigen Stellen im Netz. Denn die Gefahr, dass diese an Spam-Versender weitergegeben wird, ist groß. Der Handel mit Mail-Adressen ist ein großes Geschäft.

Für bestimmte Dienste, die eine Mail- Adresse benötigen, lohnt sich eine Zweitadresse.

Wer beispielsweise eine Mail-Adresse braucht, um sich bei einem Dienst anzumelden (weil dort die Bestätigungsmail der Anmeldung hingeschickt wird), kann auch auf so genannte Wegwerfadressen zurückgreifen. Diese können nur kurze Zeit genutzt werden.

Zudem sind kostenlose Mail-Anbieter ein beliebtes Ziel von Werbeversendern. Zumal sie sich in der Regel über den Verkauf von Nutzerprofilen und –Daten finanzieren. Einen besseren Datenschutz bieten kostenpflichtige Mailanbieter.

In jedem Fall sollten Sie die Spam- Einstellungen und die Datenschutzbestimmungen Ihres Anbieters beachten.

Wichtig auch: Nicht auf Spam-Mails reagieren. Versender probieren oft einfach aus, ob Mail-Adressen existieren, indem sie Buchstaben und Zahlen kombinieren. Kommt eine Mail zurück, ist klar: Die Spam-Mail ist angekommen. Danach kann man sich vor neuen Spam kaum retten.

Installieren Sie außerdem grundsätzlich immer alle Sicherheitsupdates für Betriebssysteme und Anwendungen (Browser, Mail-Clients, Office, Textverarbeitungsprogramme usw.) und setzen Sie Antiviren-Software ein.

Wichtig: Spam-Mails im Posteingang nicht einfach löschen, sondern besser als Spam markieren und in den Spam- Ordner verschieben. Das trainiert Spamfilter und sorgt dafür, dass Mails dieses Absenders oder solche mit ähnlichem Betreff künftig nicht mehr in Ihrem Posteingang landen, sondern vorher aussortiert werden.

Den Inhalt des Spam-Ordners können Sie anschließend löschen.

Was tun, wenn auch andere Mails im Spamfilter hängen bleiben?

Gerade bei Anbietern von kostenlosen E- Mail-Adressen bleibt gelegentlich auch "normale"“Post im Spamfilter hängen. Hier lohnt es sich, in die Einstellungen zu gehen: Mit Hilfe von Filtern in so genannten Listen (z.B. "Whitelist"“oder "Blacklist"), lässt sich festlegen, welche Mails als vertrauenswürdig und welche als Spam behandelt werden sollen.

Mit einer "Whitelist" legen Sie fest, welche Absender erwünschte Mails schicken, mit der "Blacklist" können Sie unerwünschte Mails blockieren.

Spam-Nachrichten in den sozialen Netzwerken

Oft gibt es auch unerwünschte Nachrichten per Facebook-Messenger oder Whats- App. Allerdings sind solche nicht sofort als Spam zu erkennen, denn man kennt den Absender in der Regel persönlich.

Sehr beliebt sind dabei die Aussicht auf Gutscheine, Gewinnspiele oder Kettenbriefe. In solchen Fällen sollte man den Absender darauf hinweisen, dass man diese Nachrichten nicht bekommen möchte.

Wer Zweifel hat, ob eine beworbene Aktion echt ist, kann auf den Internetseiten vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nachschauen, oder im "Phishing"-Radar der Verbraucherzentralen. Dort finden sich aktuelle Warnungen und Tipps zum Thema.

Es gibt auch eine Internet-Beschwerdestelle der deutschen Internetwirtschaft in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM), die Beschwerden zu Spam entgegennimmt.

Tipp: In sozialen Netzwerken wie Facebook können Sie einen Beitrag als Spam markieren und entfernen lassen: Klicken Sie auf das Dreieck neben dem Beitrag und dann auf "Melden/als Spam markieren".

Weitere Informationen

- SWR3.de: Sicherheits-Irrtümer & Tipps: Wie sicher sind meine E-Mails? (11.2.20):

https://www.swr3.de/aktuell/

sicherheits-irrtmer--tipps-wie-sicher-

sind-meine-e-mails-100.html

- NDR NJOY Spam: So gewinnt ihr den Kampf gegen nervige E-Mails (11.7.21)

https://www.n-joy.de/multimedia/Kampf-

gegen-Spammails-So-gehts,

spambekaempfen100.html

- Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Übersichtsseite "Spam, Phishing & Co"- So erkennen Sie gefälschte und schadhafte E- Mails

https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/

Verbraucherinnen-und-Verbraucher/

Cyber-Sicherheitslage/Methoden-der-

Cyber-Kriminalitaet/Spam-Phishing-

Co/spam-phishing-co_node.html;

jsessionid=8AFDA248A3B4B04E30

881B6241582858.internet082

- Bundesverband Verbraucherzentrale: Übersichtsseite "Phishing-Radar" https://www.verbraucherzentrale.de/

wissen/digitale-welt/phishingradar

- Verein "Sicher im Netz" DsiN unter der Schirmherrschaft des Bundesinnenministeriums: "Viren, Würmer & Co: Vor Schadprogrammen richtig schützen"

https://www.sicher-im-netz.de/viren-

w%C3%BCrmer-co-vor-schadprogrammen-

richtig-sch%C3%BCtzen

Projekt Internet-Beschwerdestelle https://www.internet-

beschwerdestelle.de*

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