Ratgeber: Morgenmagazin

Di: Kontogebühren

Viele Banken berechnen Geld für Girokonten und damit verbundene Leistungen: Oft sind es Kontoführungsgebühren, aber auch solche für Girocard, SMS-Versand von TAN-Nummern oder einzelne Kontobewegungen.

Für Verbraucher wird es deshalb schwieriger zu überblicken, wann bei welchem Konto Kosten anfallen. Genau beschrieben ist das im Kleingedruckten: in den Entgeltinformationen oder den Preis- und Leistungsverzeichnissen.

Die Politik will deshalb eine staatlich zertifizierte Vergleichsplattform für Girokonten auf den Weg bringen, auf der sich Verbraucher informieren können. Hintergrund ist die Umsetzung einer europäischen Richtlinie. Diese Vergleichsplattform soll noch in diesem Sommer online gehen.

Unzufriedene Kunden können Konto wechseln

Von Preiserhöhungen betroffene Kunden müssen nicht so lange warten. Schon heute gibt es Hilfe auf Online-Vergleichsrechnern beim Wechsel des Girokontos.

Dabei werden unter anderem Konto-Grundgebühren oder Kosten für Karten, Geldabheben oder Bezahlen in einer Fremdwährung verglichen. Die bisherige Bank muss einem Kunden beim Kontowechsel helfen, dazu sind Banken gesetzlich verpflichtet. Diese Wechselhilfe ist allerdings oft kompliziert.

Eine Alternative sind digitale Wechselhelfer: private Anbieter, die Daueraufträge und Lastschriften auf dem alten Konto digital erfassen und diese an die neue Bank übertragen. Kunden sollten allerdings ihr altes Konto erst zwei, drei Monate nach dem Wechsel kündigen.

So kann noch reagiert werden, falls beim Wechsel etwas nicht geklappt hat.

Mit Online-Konto sparen

Trotz des Aufwands lohnt sich ein Wechsel oft. Denn es gibt weiterhin Banken, die kostenlose Girokonten anbieten. Bei diesen Angeboten fällt jedoch nur die monatliche Kontoführungsgebühr weg, für einzelne Leistungen verlangen die Banken trotzdem Gebühren. Bei empfehlenswerten Anbietern kostenloser Konten allerdings sind diese Zusatzgebühren gering.

Wer von einem teuren Konto zu einem solchen Angebot wechselt, kann schnell 100 Euro im Jahr und mehr sparen. Girokonten von Filialbanken sind in der Regel meist teurer als die Angebote bei Onlinebanken.

Hier können bei Girokonten Gebühren anfallen:

- Jahresgebühr: Das ist die Grundgebühr für das Girokonto. Einige Banken allerdings verzichten komplett darauf. Oft bewerben sie ihr Konto dann als kostenlos, obwohl an einer anderen Stelle Gebühren anfallen.

- Kreditkarte: Viele Banken bieten zusätzlich eine Kreditkarte an, durch die Kosten entstehen können, meist in Form einer Jahresgebühr für die Karte.

- Girocard: Einige Banken verlangen Jahresgebühren für die Girocard, meistens sind das Filialbanken.

- Zweit- oder Partnerkarte: Banken können Gebühren erheben, wenn eine Zweitkarte (Girocard oder Kreditkarte) für den Lebenspartner oder ein anderes Familienmitglied beantragt wird.

- Überweisungen: Auch beim Geldüberweisen können Kosten entstehen. Vor allem, wenn es sich um Überweisungen auf Papier handelt, zudem bei Sofortüberweisungen oder auch Überweisungen in fremden Währungen.

- Beim Bezahlen und Abheben: Auch beim Bezahlen oder Abheben in fremder Währung können Kosten entstehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie die Girocard oder die Kreditkarte nutzen.

- Sollzinsen: Falls das Konto überzogen wird, verlangen Banken Dispozinsen. Wer darüber hinaus ins Minus rutscht, muss Überziehungszinsen zahlen, die bei einigen Banken deutlich höher sind. Auch die Dispozinsen unterscheiden sich von Bank zu Bank deutlich.

- TAN-Versand: Einige Banken verlangen Gebühren, wenn beim Mobile-Banking die TAN-Nummer auf das Handy gesendet wird.

WEITERE INFORMATIONEN

- Verbraucherzentrale Bundesverband: Was tun, wenn das Konto teurer wird? (16.1.20)

https://www.verbraucherzentrale.de/

wissen/geld-versicherungen/sparen-und-

anlegen/was-tun-wenn-das-konto-teurer-

wird-13252

- Verbraucherportal des Bundesjustizministeriums: Kontowechselhilfe

https://www.bmjv.de/DE/

Verbraucherportal/Finanzen

Versicherungen/Kontowechselhilfe/

Kontowechselhilfe_node.html

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