Ratgeber: Morgenmagazin

Mi: Schnäppchenjagd im Internet

Weltweit locken Online-Shops besonders zurzeit mit Preisrabatten. Extraleistungen und Lieferung frei Haus bieten viele dazu. Auf den ersten Blick verlockend, darunter echte Schnäppchen. Aber nicht jeder Rabatt ist so hoch, wie er scheint. Manche Angebote haben Haken.

Denn hinter attraktiven Versprechungen könnten sich unseriöse Anbieter verstecken. Bei drastisch reduzierten Preisen sollten Kunden immer aufmerksam sein und Angebote genau prüfen.

Empfehlungen von Verbraucherschützern für Schnäppchenjäger.

Bestellungen im Ausland

Bestellungen über das Internet im Ausland werden immer beliebter. Doch gerade dabei sollten Sie vorsichtig sein, denn in dem Fall gelten andere rechtliche Bestimmungen.

Ein Beispiel: So genannte Asia-Shops bieten günstige Textilien. Die gelieferte Ware entspricht aber nicht den Produktbildern auf den Shop-Webseiten. Die Stoffe sind minderwertig, es entstehen hohe Kosten bei der Rücksendung.

Neben langen Lieferzeiten muss bei Bestellungen im außereuropäischen Ausland außerdem mit zusätzlichen Steuern und Zollgebühren gerechnet werden.

Rabatte prüfen, Preise vergleichen, in Ruhe bestellen

Ein Anzeichen dafür, dass sich ein Angebot wirklich lohnt: Suchen Sie das Produkt eines Sonderangebots mit zwei unterschiedlichen Preis-Suchmaschinen. Wenn sich der Preis für das Produkt auch so nicht unterbieten lässt, können Sie davon ausgehen, dass es sich wirklich um ein Sonderangebot handelt.

Außerdem dürfen keine Gebühren für bestimmte Zahlungsmittel verlangt werden.

Auch Rabatte sind oft niedriger als versprochen: Das haben Stichproben der Verbraucherzentrale NRW in den vergangenen Jahren gezeigt. Demnach lagen die Preisreduzierungen an Rabatttagen durchschnittlich statt versprochener 50 Prozent oder mehr in Wirklichkeit oft bei weniger als 20 Prozent.

Lassen Sie sich beim Kauf nicht unter Druck setzen, auch wenn der Shop vermeintlich nur geringe Artikelbestände oder eine ablaufende Bestellzeit angibt

Solche Informationen während des Bestellvorgangs sind beliebte Werkzeuge, um den Interessenten zum schnellen Kaufen zu bewegen.

Gefälschte Shops erkennen

Unseriöse Anbieter nutzen Rabattaktionen auf großen Portalen, um Produkte zu vermeintlichen Traumpreisen anzubieten. Allerdings handelt es sich dabei um gefälschte Aktionen, die etablierten Anbietern ähneln.

Eine Masche: Kunden sollen per Vorkasse zahlen, erhalten dann aber keine Ware.

Gerade an großen Rabatt-Aktions-Tagen, wenn viele Händler mit Schnäppchen werben, ist die Verwechslungsgefahr echter mit falschen Shops oder Anbietern größer als sonst.

Wenn man weiß, woran man solche Fakeshops erkennt und was Gütesiegel und Kundenbewertungen aussagen, kann man recht zuverlässig unseriöse Angebote herausfiltern.

Dennoch sollte man beim Bezahlen auf Nummer sicher gehen: am besten per Lastschrift oder auf Rechnung, nie per Vorkasse.

Widerrufsrecht

Stellt sich ein Schnäppchen als Fehlkauf heraus, können Verbraucher den Vertrag über online gekaufte Waren innerhalb von 14 Tagen ab Erhalt der Ware widerrufen (Ausnahme: Hygieneartikel, verderbliche oder versiegelte Produkte und Maßanfertigungen.)

Bei digitalen Produkten (Software, Filme, Computerspiele und E-Books) kann der Verkäufer das Widerrufsrecht ausschließen, wenn er ausdrücklich darauf hinweist. Ein Grund für Widerruf muss nicht angegeben werden.

Der Verkäufer muss den vollen Kaufpreis inklusive der Versandkosten erstatten (nur günstigsten Standardversand, keine teuren Expresslieferungen). Die Rücksendekosten trägt der Käufer, wenn er vom Verkäufer darauf hingewiesen wurde.

Reklamation

Ist Ware mangelhaft, kann der Kunde bei Neukäufen zwei Jahre Ansprüche beim Händler geltend machen. Die ersten sechs Monate liegt es beim Händler, zu beweisen, dass Defekte an der Ware erst durch den Käufer verursacht wurden.

Für Schäden in Folge schlecht verständlicher oder fehlender Montage- oder Bedienungsanleitungen haftet der Händler ebenfalls.

Ist die Reklamation wirksam, muss der Händler die Ware reparieren, Ersatz liefern oder Kosten erstatten. Bei sperriger Ware muss der Verkäufer auch die Kosten der Abholung übernehmen.

Weitere Informationen:

- Verbraucherzentrale Bundesverband: 5 Tipps für die Schnäppchenjagd bei Rabatt-Aktionen im Online-Handel (19.8.20)

https://www.verbraucherzentrale.de/

wissen/digitale-welt/onlinehandel/

5-tipps-fuer-die-schnaeppchenjagd-bei-

rabattaktionen-im-onlinehandel-37835

- Verbraucherzentrale Bundesverband: Unterschiedliche Preise im Netz (4.2.20)

https://www.verbraucherzentrale.de/

wissen/digitale-welt/onlinehandel/

unterschiedliche-preise-im-netz-28618

- NDR Verbraucher: Internet-Schnäppchen - Ärger mit dem Zoll (19.7.2919)

https://www.ndr.de/ratgeber/verbrau-

cher/Internet-Schnaeppchen-Aerger-

mitdem-Zoll,zoll568.html

- Verbraucherzentrale Bundesverband: Abzocke Online - Wie erkennen ich FakeShops im Internet? (31.8.20)

https://www.verbraucherzentrale.de/

wissen/digitalewelt/onlinehandel/so-

erkennen-sie-fakeshops-im-internet-

13166

- Watchlist Internet (unabhängige österreichische Informationsplattform zu InternetBetrug und betrugsähnlichen Online-Fallen):

Übersichtsseite zum Erkennen von und Hilfe gegen Fake-Shops

https://www.watchlist-internet.at/

fake-shops/

Schlagworte: MOMA, ARD, Service, Verbraucher, Online-Handel, teure Schnäppchen, Online-Shopping, Rabatte, Schnäppchenjagd, Preisrabatte,

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