Ratgeber: Morgenmagazin

Fr: Sicherheit für Kinder

Unfälle sind eine der größten Gefahren für die Gesundheit von Kindern. Über 80% der Unfälle im Säuglings- und Kleinkindalter passieren in der eigenen Wohnung oder im häuslichen Umfeld. Hauptrisikogruppe für schwere Unfälle sind Kinder bis zu einem Alter von vier Jahren.

Die meisten Unfälle könnten vermieden werden, wenn die Erwachsenen wesentliche Punkte zur Sicherheit ihrer Kinder besser beachten würden.

Die häufigsten Unfallhergänge und deren Vermeidung:

Ersticken

Lassen Sie keine Kleinteile herumliegen, die verschluckt werden können! Besonders gefährlich: Erdnüsse. Kinder unter vier Jahren sollten laut Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte keine Nüsse oder Mandeln essen, denn beim Kauen können sie in die Luftröhre gelangen und zum Ersticken führen.

Außerdem können Schnüre zum Beispiel an Kleidung, Spieluhren, oder Rollos gefährlich werden: hier droht Strangulationsgefahr.

Vergiftungen

Bewahren Sie Haushaltschemikalien immer kindersicher auf, vor allem stärk ätzende Reinigungsmittel wie Spülmaschinen, Backofen- oder Rohrreiniger.

Vorsicht auch bei Medikamenten: Bewahren Sie diese für Kinder unzugänglich auf - also nicht in der Handtasche, oder Nachttischschublade. Vergiftungen durch Pflanzen: Die giftigste Pflanze Europas ist der Blaue Eisenhut. Im Familiengarten sollten Sie auf solche und andere Pflanzen, die Kindern gefährlich werden können, verzichten.

Ertrinken

Ein Gartenteich kann für Kleinkinder lebensgefährlich werden. Deshalb: Kinder immer beaufsichtigen, Teich umzäunen, abdecken oder ganz darauf verzichten. Kinder können bereits in wenigen Zentimeter hohem Wasser ertrinken.

Und: Kinder ertrinken leise - sie schlagen also zum Beispiel nicht um sich, so dass ein Ertrinken gar nicht unbedingt bemerkt werden würde. Lassen Sie Kinder auch niemals alleine in der Badewanne.

Verbrühungen

Kleine Kinder kommen häufiger wegen Verbrühungen ins Krankenhaus als wegen Verkehrsunfällen. Daher: Keine heißen Getränke tragen, wenn Sie ein Kind auf dem Arm haben. Keine Tischdecken benutzen, denn wenn das Kind daran zieht, kann Heißes verschüttet werden.

Vorsicht auch bei Wasserkochern und anderen elektrischen Geräten, an denen sich Kinder verbrühen oder verbrennen können. Im Sommer kommt es häufig zu Grillunfällen mit schweren Brandverletzungen. Niemals Spiritus beim Grillen ins Feuer gießen!

Stürze

Die häufigste Unfallart bei Kindern sind Stürze. Zehn Tipps, um Kinder vor solchen Unfällen zu schützen:

- Kinder niemals allein bei geöffnetem Fenster oder auf dem Balkon lassen

- Fenster und Türen mit Sicherheitsriegeln versehen

- Laufwege und Treppen frei räumen und gefährliche Ecken absichern

- Treppensteigen mit Kindern trainieren: Langsam gehen, eine Hand am Handlauf und mit rutschfesten Socken/ Schuhen

- Auf Hochbetten für kleine Kinder zugunsten der Sicherheit verzichten

- Erst Laufrad oder Roller, dann Fahrrad fahren lernen. Immer Helm anziehen!

- Kinder nicht auf Möbel klettern lassen

- Gefahren erklären, Regeln aufstellen und konsequent bleiben

- Kindern vielfältige Bewegungserfahrungen ermöglichen

- Kindern ausreichend Zeit zum Üben geben und dabei weder drängen noch verunsichern

Bewegungsförderung zu Schutz vor Unfällen

Zahlreiche Unfälle von Kindern sind vermeidbar, nicht zuletzt auch, wenn Kinder in ihrer Bewegung ausreichend gefördert würden. Besonders brisant wird dieses Thema durch die Corona- Pandemie.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Kinderärztinnen und -ärzte zeigen sich besorgt über mangelnde Bewegung von Kindern vor dem Hintergrund der letzten zwei Jahre.

Nicht zugängliche Bewegungsangebote in Freizeit und bei Sport- und Schwimmvereinen sowie Homeschooling ohne Schulweg und Bewegungspausen stehen in extremen Kontrast zu den im Jahr 2020 von der WHO neu herausgegebenen Aktivitätsempfehlungen:

Demnach empfiehlt die WHO allen Kindern und Jugendlichen im Alter von fünf bis 17 Jahren, "mindestens 60 Minuten pro Tag mit moderater bis hoher Intensität aktiv zu sein".“

Informationen zur Verhütung von Kinderunfällen

Der Flyer "Kinderunfälle zu Hause vermeiden" gibt einen guten Überblick über alle Unfallgefahren im Kindesalter.

Dieser und weitere Informationsmedien können unter Erstattung der Portokosten bei der BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V. bestellt werden, am besten online unter

https://www.kindersicherheit.de/

service/bestellservice.html

oder telefonisch unter 0228-688 34-0.