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Wo und wie lange leben Viren?

Im März hatte eine Studie zur Haltbarkeit des Virus auf Oberflächen für viel Aufmerksamkeit gesorgt: Das infektiöse Virus ist demnach in Luftpartikeln bis zu drei Stunden nachweisbar. Auf Pappe sei es etwa einen Tag, auf Kunststoff und Edelstahl sogar 2-3 Tage lebensfähig, hieß es im Fachmagazin "NEJM".

Virologe Drosten geht davon aus, dass diese Ergebnisse für die Laborsituation aussagekräftig sind, die Gefahr im Alltag aber geringer ist. Dort spielen Umwelteinflüsse, der Kontakt mit dem sauren Milieu der Haut und wohl geringere Virusmengen als im Labortest eine Rolle

Bargeld als Virenschleuder?

In unmittelbarer Umgebung einer infektiösen Person ist die Ansteckung durch verunreinigte Oberflächen nicht auszuschließen, so das RKI. Die Wahrscheinlichkeit, sich aber beispielsweise an Geldscheinen oder Münzen zu infizieren, ist nach Einschätzung des Virologen Christian Drosten sehr gering. Bei Corona- und Influenzaviren handele es sich um behüllte Viren. Diese seien gegen Eintrocknung "extrem empfindlich".

Anders sei es bei Schnupfenviren, die unbehüllt seien und weniger empfindlich gegen Eintrocknung. Diese würden eher mit den Fingern in die Nase gebracht.

Ansteckung über Lebensmittel?

Bisher gibt es nach Angaben der Verbraucherzentrale keine nachgewiesenen Fälle einer Übertragung des Virus über Lebensmittel oder Verpackungen. Das Virus ist nicht lange stabil in der Umwelt. Dennoch sollte man sich beim Einkauf möglichst nicht ins Gesicht fassen und nach dem Einkauf die Hände waschen.

Die üblichen Hygieneregeln im Umgang mit Lebensmitteln gelten weiterhin. Da Viren hitzeempfindlich sind, kann das Risiko durch das Erhitzen der Lebensmittel zusätzlich gesenkt werden. Ein Merkblatt dazu stellt das Bundesinstitut für Risikobewertung zur Verfügung.

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