Sa 20.06.15

16.00 - 16.30
W wie Wissen: Oneway-Ticket ins Weltall

Unser Sonnensystem - eine faszinierende Reise

Acht Planeten zählen wir in unserem Sonnensystem, dazu 182 Monde, dutzende Zwergplaneten, mindestens 600.000 Asteroiden und Millionen Kometen im Kuipergürtel.

Seit Jahren erforschen Raumsonden unsere "nähere" Umgebung, funken Bilder und Daten zur Erde. Unsere Top-Reiseziele: Neptun und Uranus, Saturn und seine Monde Enceladus und Titan, der Jupiter, die Venus, Merkur und Mars.

Unser Sonnensystem: Eine faszinierende Reise - Weitere Informationen

Offizielle Seite der NASA: http://nasa.gov/

Offizielle Seite der ESA: www.esa.int

Offizielle Seite des Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung: www.mps.mpg.de

Offizielle Seite des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt:

www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/ tabid-10002

Unser Sonnensystem: Eine faszinierende Reise - Weitere Informationen (Forts.)

Buchtipp:

Extreme Orte: Eine Reise zu den 50 ausgefallensten Plätzen unseres Sonnensystems

Rowohlt-Verlag

ISBN-13: 978-3498006600

Mission zum Pluto (1)

Noch nie hat ein menschliches Auge die Oberfläche des Zwergplaneten Pluto erblickt. Derzeit fast 5 Mrd. Kilometer von der Erde entfernt, sind auch modernste Teleskope überfordert.

Um endlich konkrete Informationen vom Pluto zu bekommen, startete die NASA- Sonde "New Horizons" zu einer neunjährigen Reise. Sie soll im Juli 2015 in weniger als 10.000km Entfernung an Pluto vorbei fliegen. In einen Orbit einschwenken kann sie dort nicht.

Mission zum Pluto (2)

Nach einer Beschleunigung am Jupiter wurde sie zur schnellsten Sonde, die je im All unterwegs war. Beim Vorbeiflug an Pluto und seinem Begleiter Charon müssen die Messungen automatisch erfolgen. Dann werden allererste Bilder der Pluto-Oberfläche zur Erde übertragen.

Internet:

Haus der Astronomie Heidelberg:

www.haus-der-astronomie.de

NASA Mission "New Horizons":

www.nasa.gov/mission_pages/newhorizons/ main/index.html

One Way to Mars (1)

Die niederländische Stiftung "Mars One" will 2026 auf dem Mars landen und sogar dort bleiben und eine Kolonie gründen. 200.000 Menschen bewarben sich bei "Mars One". Sie alle wollen auf den roten Planeten fliegen - als Einweg-Astronaut, also ohne Rückflugticket.

Nach ersten Auswahlrunden blieben 100 Bewerber übrig. Robert Schröder aus Darmstadt ist der einzige Deutsche, der noch im Rennen ist. Der 27-jährige studiert Elektrotechnik in Darmstadt und wollte schon als Kind ins Weltall.

One Way to Mars (2)

Robert Schröder reizt die Vorstellung, der Menschheit einen Fortbestand außerhalb der Erde zu ermöglichen. Nach weiteren Tests und einem jahrelangen Training könnte Schröder zu den vier ersten Auserwählten gehören, die den Mars betreten.

Erklärtes Ziel ist es, schon ab 2026 alle zwei Jahre Wohncontainer und jeweils vier weitere Siedler zum roten Planeten zu bringen. Nach und nach soll so eine Kolonie auf dem Mars entstehen.

One Way to Mars (3)

Die Kolonisten erwarteten Entbehrungen: Kosmische Strahlung und Temperaturen um minus 50 Grad zwingen sie, unter Tage zu wohnen. Dort müssten sie auch ihre Nahrung in High-Tech-Gärten selbst anbauen, um zu überleben.

Wasser und auch Sauerstoff lassen sich theoretisch aus dem gefrorenen Boden gewinnen. Das wäre aber mit erheblichen technologischen und finanziellen Aufwand verbunden. Die Kosten für das Projekt will "Mars One" durch den Verkauf von Fernsehrechten refinanzieren.

One Way to Mars (4)

Der Überlebenskampf auf dem Mars - mindestens aber die irdische Vorbereitung darauf - wird also als eine Art kosmisches Dschungelcamp geplant. Nur: Der Zeitplan von "Mars One" ist offenbar unrealistisch. Seriöse Planetenforscher gehen davon aus, dass eine Marsbesiedlung frühestens in 100 Jahren möglich werden wird.

Weitere Informationen

Offizielle Internetseite des Projektes "Mars One" (Engl.): www.mars-one.com

Gefahr aus dem All: Asteroiden (1)

Ein Himmelskörper von etwa 10 Kilometern Durchmesser traf vor rund 65 Millionen Jahren unseren Planeten. Die dadurch verursachten Verwüstungen und ihre klimatischen Folgen waren so gravierend, dass sie zum Aussterben der Dinosaurier führten.

Im Auftrag der EU entwickelt ein internationales Wissenschaftlerteam im Projekt "Neoshield" verschiedene Abwehrstrategien gegen Asteroiden und Kometen.

Gefahr aus dem All: Asteroiden (2)

Im Notfall wollen die Forscher des Projektes "Neoshield" Asteroiden mit Kurs Erde von ihrer Bahn ablenken. Und zwar durch eine tonnenschwere Raumsonde, die neben dem Asteroiden herfliegt. Selbst deren kleine Masse übt eine gewisse Schwerkraft auf den Asteroiden aus. Dadurch kann sie eine leichte Kursänderung seiner Flugbahn bewirken.

Sollte wenig Zeit bleiben, wollen die Forscher einen Asteroiden mit einer Killersonde beschießen. Der Einschlag soll ihn aus seiner Bahn bringen.

Gefahr aus dem All: Asteroiden (3)

Aber wenn ein Asteroid zu spät entdeckt werden sollte, wäre nicht genug Zeit für eine Bahnkorrektur. In diesen Fällen bliebe nur eine ungenaue und sehr riskante Abwehrmethode: Der Beschuss mit Atomraketen. Entscheidend für die Wahl der Mittel sind die verbleibende Zeit und eine möglichst genaue Kenntnis darüber, was da auf uns zurast.

Offizielle Internetseite des Projekts "Neoshield": www.neoshield.net

Rosetta und Tschuri: Was kam denn nun heraus? (1)

Die Raumsonde Rosetta begleitet den Kometen "Tschuri" und ihr Forschungs-Roboter "Philae" soll auf seiner Oberfläche des Kometen landen. Rosetta ist ein Mammutprojekt, 1,4 Mrd. Euro teuer, mehr als 20 Jahre wurde geforscht.

10 Jahre lang war Rosetta unterwegs durch unser Sonnensystem, rund 6,5 Mrd. Kilometer legte die Sonde zurück, umrundete mehrfach die Erde und passierte den Mars. So holte sie Schwung für den Flug bis zu ihrem Ziel: Komet Tschuri.

Rosetta und Tschuri (2)

Rosetta koppelte Philae ab und schickte ihn auf den Weg zum Kometen. 60 Stunden hielt seine Batterie, er sendete Bilder und Daten. Dann stellte er die Arbeit ein. Seitdem warteten die Wissenschaftler darauf, dass Philae wieder hochfährt - und das ist jetzt tatsächlich geschehen. Die Nachricht darüber hat Philae am 13. Juni zur Erde gesandt.

Vielleicht bringt die Rosetta-Mission wirklich mehr Erkenntnisse über den Ursprung des Lebens auf der Erde. Unabhängig davon gilt sie schon als Erfolg.

Rosetta und Tschuri (3)

Weitere Informationen im Internet:

Rosetta-Blog, aktuelle und vergangene Informationen zur Mission:

http://blogs.esa.int/rosetta

Rosetta und Philae bei Twitter:

https://twitter.com/esa_rosetta und https://twitter.com/Philae2014