Das Erste: Sa 30.04.16

16.00 - 16.30 Uhr - W wie Wissen
Die Grenzen der Wettervorhersage

Stürmischer Karneval 2016 (1)

Karneval 2016: Die Düsseldorfer müssen ihren Zug aufgrund der Wetterprognosen absagen.Doch kurz nach der Absage lacht die Sonne in den Karnevalshochburgen. War die Vorhersage falsch?

Der Deutsche Wetterdienst hatte Gewitter und Sturm in mehreren Schüben und Böen mit einer Stärke von über 100 km/h angekündigt. Unberechenbar wie Blasen, die in einem Kochtopf hochsteigen, so beschreiben Meteorologen eine Wettersituation wie die am Rosenmontag, kurz: Aprilwetter.

Stürmischer Karneval 2016 (2)

Die Sonne lässt die Temperaturen ansteigen. Bodenfeuchte bildet kleine Wölkchen. Entweder ziehen sie einfach weiter oder sie steigen höher - wie ein Siedebläschen in einem Topf aufsteigt, wenn das Wasser zu kochen beginnt.

Dann erst verwandelt sich eine zunächst harmlose Wolke plötzlich in ein Gewitter-Monster - Folge: örtlich begrenzte Gewitter mit Blitz, Donner, Graupel, Sturmböen.

Stürmischer Karneval 2016 (3)

Köln sagte dennoch nicht ab, u.a. weil der Zugverlauf hier in der Stadt liegt und nicht so exponiert wie an der Rheinpromenade in Düsseldorf. Auch sind die Fahrzeuge stabiler.

Düsseldorf trifft es schließlich. Um 15.15 Uhr, also zu einem Zeitpunkt, an dem der Zug noch immer unterwegs gewesen wäre, fegen schlagartig Sturmböen mit bis zu 90 km/h durch die Landeshauptstadt. Auf der Königsallee fallen Dachziegel herunter.

Stürmischer Karneval 2016 - Links:

Wie gut wurden die Faschingsstürme vorhergesagt?

https://wetter.tagesschau.de/

wetterthema/2016/02/10/wie-gut-wurdendie-faschingsstuerme-vorhergesagt.html

Warum wurde der Rosenmontagszug am 08.02.2016 in Düsseldorf abgesagt und in Köln nicht?

http://www.dwd.de/DE/leistungen/

besondereereignisse/verschiedenes/

20160208_rosenmontag_deutschland.

pdf?__blob=publicationFile&v=1

Anders: Das Küstenwetter (1)

An der Nord- und Ostseeküste hat man so seine Probleme mit dem Wetterbericht. Oft ist schlechtes Wetter vorhergesagt, während in Wirklichkeit die Sonne lacht.

Heute geht der Blick meist auf das Handy: Sagt die Wetter-App schlechtes Wetter voraus, bleiben die Touristen zuhause. Dabei liegt sogar der Deutsche Wetterdienst mit seinen Prognosen für das Küstenwetter oft falsch. Der Grund ist ein Wetterphänomen:

Anders: Das Küstenwetter (2)

Das Land erwärmt sich tagsüber gegen-über dem Wasser schneller. Die Warmluft über dem Land steigt auf. Da die Luft über dem Wasser noch kühler ist und nicht aufsteigt, herrscht dort ein niedrigerer Luftdruck.

Die aufsteigende Luft vom Land weicht dorthin aus, kühlt sich wieder ab und fällt nach unten. Eine Ausgleichsströmung entsteht - ein Wind. Dieses sogenannte Land-See-Windsystem tritt nur rund einen Kilometer landeinwärts und einen Kilometer seewärts auf.

Anders: Das Küstenwetter (3)

In diesem Bereich vertreibt der Wind die Wolken. Es kann also sein, dass während es ein paar Kilometer landeinwärts regnet, direkt am Strand herrlichstes Badewetter herrscht.

Als eine der ersten Gemeinden an der Ostsee hat das Tourismusbüro von Timmendorfer Strand reagiert und kreative Lösungsansätze gefunden. Zum Beispiel stellt die Gemeinde seither ihren eigenen Wetterbericht mit eigenen Wettersymbolen auf ihre Website online.

Anders: Das Küstenwetter (4)

Die Wetterdaten kaufen sie bei verschiedenen Anbietern ein,zwischen denen sie wechseln können, je nachdem welcher gerade richtiger liegt. Außerdem wurden HD-Webcams installiert, die das aktuelle Wetter vor Ort zeigen.

Link:

Der Deutsche Wetterdienst erklärt die "Land-Seewind-Zirkulation":

https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/

Functions/glossar.html?lv2=101518&lv3=

101564

Das Geschäft mit dem Wetter (1)

Verschiedene Wirtschaftsbranchen nutzen inzwischen Wetterdaten. Auf Basis solcher Daten bestimmen etwa Energiehändler den Strompreis,planen Winterdienste und Landwirte ihre Einsätze und Versicherungen prüfen Schadensmeldungen.

80 Prozent der Wirtschaft ist in irgendeiner Weise vom Wetter beeinflusst. Auch für viele Supermarktketten gehört die Wettervorhersage der kommenden Tage inzwischen zu den wichtigsten Kriterien in ihrer täglichen Planung.

Das Geschäft mit dem Wetter (2)

Sie ist wichtig für die Entscheidung, was wöchentlich auf die Millionen von Paletten kommt, mit denen die Filialen beliefert werden. Für die Erfassung der meteorologischen Messwerte direkt vor Ort und einer besseren Prognose steht immer öfter eine Wetterstation sogar auf dem Dach der Filiale.

Damit immer die richtigen Produkte im Laden liegen, gleicht der Discounter seine Verkaufszahlen aus der Vergangenheit mit dem Wetter ab, bis zu fünf Jahre rückwirkend.

Das Geschäft mit dem Wetter (3)

Aus den Ergebnissen lässt sich schlussfolgern, was die Kunden das nächste Mal kaufen wollen, wenn es draußen regnet, schneit oder die Sonne scheint.

Starkregen: Autofahrer in der Falle (1)

Bei 30 Zentimeter Wasserhöhe stehen die Reifen eines Mittelklasse-PKW etwa zur Hälfte im Wasser.

Bei dieser Tiefe nimmt noch niemand Schaden ... vorausgesetzt, man fährt langsam durch das Wasser.

Starkregen: Autofahrer in der Falle (2)

Schnelles Durchfahren verursacht eine Bugwelle, die leicht sensible Teile wie Luftansaugstutzen oder Zündverteiler erreichen kann. Bei 60 Zentimeter Wassertiefe kommt der Zündverteiler mit Wasser in Berührung. Der Motor läuft nicht mehr.

Und saugt der Motor Wasser anstelle von Luft an, führt das zum sogenannten Wasserschlag, der Motor ist sofort zerstört. Steigt das Wasser höher, beginnt der PKW aufzuschwimmen.

Starkregen: Autofahrer in der Falle (3)

Bei Autos mit Frontmotoren bleiben die Vorderreifen noch am Boden, während die leichteren Teile wie Koffer- und Fahrgastraum ähnlich einem luftgefüllten Ball bereits auf dem Wasser schwimmen. Der Wagen neigt sich nach vorn, die Hinterräder schweben über dem Boden.

Jetzt heißt es: Aussteigen, denn der Außendruck des Wassers, der auf die Türen wirkt, wird mit steigendem Wasserpegel immer größer.

Starkregen: Autofahrer in der Falle (4)

Ein normal-kräftiger Fahrer hinter dem Lenkrad kann nur eine Kraft entwickeln, die einem Gewicht von 45 bis 50 kg entspricht. Das reicht nicht, um etwa bei 75 Zentimeter Wasserhöhe den Außendruck auf die Wagentür zu überwinden. Der im Fahrzeug sitzende Fahrer kann die Türen nicht mehr öffnen.

Wenn auch elektrische Fensterheber oder Schiebedach-Öffner ausfallen, ist jeder Fluchtweg versperrt.Sicherheitsexperten raten, immer einen kleinen Nothammer mitzuführen.

Starkregen: Autofahrer in der Falle (5)

Ist das Fahrzeug so weit abgesunken, dass der Innenraum fast vollständig mit Wasser gefüllt ist, gleicht sich der Außendruck des Wassers mit dem Druck im Wageninneren aus. Jetzt geht die Tür wieder auf.

Aber um diesen letzten Moment abzuwarten, braucht es sehr starke Nerven. Sollte man gezwungen sein, bei Starkregen durch tieferes Wasser zu fahren und der Motor geht aus, am besten das Fahrzeug verlassen und nicht warten, bis es zu spät ist.

>> Spielregeln Wer weiß denn sowas? (mo-fr, 18.00 Uhr)