Sa 25.04.15

16.00 - 16.30
W wie Wissen: "Aluminium"

Aluminium im Alltag (1)

Aluminium ist das häufigste Metall in der Erdkruste. Für die Industrie ist das Metall nützlich: es ist leicht, gut formbar, rostet nicht und leitet Wärme und Strom hervorragend.

Aluminium ist von Natur aus auch im Trinkwasser und in Nahrungsmitteln enthalten. Besonders hohe Werte hat das Bundesinstitut für Risikoforschung(BfR) in Pfeffer, Spinat, Ruccola, Feldsalat, Radieschen, Tee, Buchweizen, Nordseekrabben, Thunfischkonserven, asiatischen Nudeln oder Schokolade gefunden.

Aluminium im Alltag (2)

Auch über Süßigkeiten und Backwaren werden aluminiumhaltige Verbindungen aufgenommen. Die Zusatzstoffe sorgen als Lacke in Lebensmittelfarben für bunte Vielfalt, u.a. E173, E520 bis E523, E541 und E1452. Seit 2014 wurde ihre Verwendung aber eingeschränkt.

Weitere Quellen sind aluhaltiges Kochgeschirr oder Bleche. So geraten Laugen-Brezeln häufiger in die Schlagzeilen, weil sie den Grenzwert überschreiten: Die Lauge löst die Aluminiumionen aus dem unbeschichteten Alu-Blech.

Aluminium im Alltag (3)

Wichtig ist auch der richtige Gebrauch von Alu-Folie. Denn salzige oder saure Speisen lösen Aluminiumionen aus der Folie, die dann in das Essen übergehen. Deshalb sollte auch nicht in Alu-Töpfen gekocht werden. Auch beim Erhitzen von Fertigprodukten in Aluschalen kann Aluminium in das Essen übergehen.

Wer Grillschalen nutzt, sollte das Fleisch erst hinterher auf dem Teller würzen. Bei Espressokannen aus Aluminium rät das BfR, diese nicht in der Geschirrspülmaschine zu reinigen.

Aluminium im Alltag (4)

Beim ersten Erhitzen bildet sich in der Kanne eine Schicht, die verhindert, dass sich Aluminiumionen lösen. Diese Schicht wird im Geschirrspüler aber weggewaschen.

Bei Kosmetika lässt sich Aluminium am einfachsten vermeiden, indem man zu Produkten ohne Aluminiumverbindungen greift. Das wird vor allem bei Deos empfohlen. Inzwischen findet man den Hinweis deutlich auf der Verpackung.

Weitere Informationen: www.bfr.bund.de

Macht Aluminium krank? (1)

Rheuma, Brustkrebs, vielleicht sogar Demenz - schlimme Krankheiten werden angeblich ausgelöst durch Aluminium. Das ist allerdings nicht bewiesen. Ob Aluminium im Körper gefährlich werden kann, hängt davon ab, wie viel davon aufgenommen wird und in welcher Form.

Wird das Leichtmetall etwa als Aluminiumoxid-Staub eingeatmet, kann es schwere Lungenschäden auslösen. Einen so intensiven Kontakt mit Alu haben jedoch nur die wenigsten Menschen.

Macht Aluminium krank? (2)

Geringere Mengen Aluminium aber nimmt jeder im Alltag auf, z.B. per Deo über die Haut. Bei manchen Brustkrebspatientinnen fanden Forscher erhöhte Aluminiumwerte im Tumorgewebe. Das heißt aber nicht, dass der Krebs durch die Aluminiumsalze ausgelöst wird. Im Tumor reichern sich viele Stoffe an.

Tatsache ist aber: Die Alu-Salze in den Deos können die Haut durchdringen, denn die Moleküle sind löslich. Zellen können absterben, wenn die Dosis zu hoch ist.

Macht Aluminium krank? (3)

Was die Alu-Moleküle in den Zellen bewirken, ist aber noch nicht erforscht. Kommt das Metall als Aluminiumoxid vor, wie bei vielen Haushaltsprodukten aus Alu, sind die Moleküle viel zu groß, um durch die Haut zu kommen. Aluminiumprodukte anzufassen ist also ungefährlich.

Selbstverständlich kann Aluminium das Gehirn und andere Körperzellen schädigen. Jedoch treten solche Effekte nur unter extremen Bedingungen auf, nicht bei normalen Mengen.

Macht Aluminium krank? (4)

Trotzdem empfehlen Wissenschaftler auf Alu im Alltag zu verzichten und andere Materialien zu nutzen.

Hintergrundinformationen:

Helmholtz Zentrum München

Deutsches Forschungszentrum

für Gesundheit und Umwelt

Ingolstädter Landstraße 1

85764 Neuherberg

Tel.: 089 / 3187-0

Internet: www.helmholtz-muenchen.de

Wie gefährlich ist Aluminium?

Fachartikel

"Spektrum der Wissenschaft":

Internet: www.spektrum.de

Alzheimerforschung:

Neurobiologie der Universität Osnabrück

Prof.Dr. Roland Brandt

Barbarastraße 11, 49076 Osnabrück

Tel.: 0541 / 969-2338

Fax: 0541 / 969-2354

www.neurobiologie.uni-osnabrueck.de

Aluminium - Rotschlamm in Ungarn (1)

Noch immer gibt es in Ungarn Rotschlammbecken, von denen eine erhebliche Bedrohung ausgeht. Die gefährlichste Anlage ist die alte Deponie eines stillgelegten Aluminiumwerkes in Almasfüzito nahe der Grenze zur Slowakei, direkt an der Donau.

Rund 10 Mio. Tonnen Rotschlamm lagern hier in den Becken, aus denen bereits jetzt schon giftige Stoffe austreten. Sollte der Damm brechen, droht Ungarn, aber auch anderen Anrainerstaaten, eine Umweltkatastrophe ungeahnten Ausmaßes.

Aluminium - Rotschlamm in Ungarn (2)

Bericht Ungarischer Wissenschaftler und Umweltaktivisten zum Dammbruch von Kolontar (Engl.):

Internet: www.yumpu.com

Aluminium-Recycling (1)

Aluminium ist und bleibt ein wichtiger Industrierohstoff. Trotz neuer Verbundmaterialien aus Kohlenstoff findet es immer neue Einsatzgebiete, z.B. in der Automobilindustrie. Bei der Herstellung aus dem Aluminiumerz Bauxit hat sich seit Ende des 19.Jahrhunderts nichts geändert.

Aluminium-Recycling (2)

Mittels Elektrolyse wird Alu nach dem "Hall-Heroult-Prozess" bei 960 Grad aus einem speziellen Gemisch gewonnen.

Die Gewinnung von Aluminium aus Erz hat immer noch große Nachteile: Problematische Reststoffe wie Rotschlamm fallen an und müssen fachgerecht über viele Jahrzehnte gelagert werden. Vor allem aber verbraucht die Herstellung von Aluminium gewaltige Mengen Strom. Mit der Energie, die für 1 kg Aluminium benötigt wird, könnte man 15 Stunden lang Staub saugen.

Aluminium-Recycling (3)

Tatsächlich ist der größte Teil des Aluminiums, was auf Schrottplätzen und bei den Sammelstellen landet, gar kein reines Aluminium. Es sind überwiegend Aluminiumlegierungen, die Beimischungen anderer Metalle enthalten.

Aus diesem Grund muss das Aluminium vor der Wiederverwertung sortenrein getrennt werden. Doch einen Wiederverwertungskreislauf, der zu 100 Prozent aus recyceltem Aluminium besteht, wird es nie geben. Man benötigt immer noch reines Aluminium aus Erz.