Sa 05.09.15

16.00 - 16.30
W wie Wissen:Wie der Mensch Tiere zähmt

Blindenhunde hinter Gittern (1)

Resozialisierung durch Hund: Im Projekt "Hundebande" teilen sich Gefängnisinsassinnen neun Monate lang die Zelle und den Haftalltag mit Hundewelpen. Die Frauen sind 24 Stunden am Tag für die Tiere verantwortlich, erziehen, pflegen und trainieren die Hunde, aus denen einmal Blindenführhunde werden sollen.

Beide Seiten - Insassinnen und Hunde - sollen profitieren, das ist das Ziel des gemeinnützigen Projekts "Hundebande".

Blindenhunde hinter Gittern (2)

Damit das klappt, besucht Führhund-Trainerin Nadja Steffen zwei Mal in der Woche die Gruppe im Frauengefängnis Hahnöfersand bei Hamburg.

Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt Psychologin Lily Merklin. Die Auswertung ist noch nicht abgeschlossen, aber die Psychologin sieht eine Tendenz: Die Frauen erkennen, dass sie mit ihrem Einsatz tatsächlich etwas bewirken. Viele hatten bisher das Gefühl, dass sie nichts ändern können oder dass alles, was sie anpacken, schief geht.

Blindenhunde hinter Gittern (3)

Linktipp

Hundebande

http://www.hundebande.org/

Der Internetauftritt der "Hundebande". Hier können Sie sich über das Projekt informieren und es unterstützen.

Silberfüchse als Spielkameraden (1)

Einmal in der Woche besuchen Kinder aus einem kleinen sibirischen Ort in der Nähe von Nowosibirsk ihre Lieblinge. Die 4 Monate alten Jungtiere sind verspielt und erstaunlich zutraulich. Sie grüßen den Besuch mit einem freudigen Schwanzwedeln, schmiegen sich an, lecken die Hände der Kinder. Sie verhalten sich wie anhängliche Hunde.

Aber es sind keine Hunde, es sind sibirische Silberfüchse und ihr Verhalten ist das Ergebnis eines einzigartigen Experiments.

Silberfüchse als Spielkameraden (2)

Auf einem Bauernhof in Südostsibirien haben russische Biologen in jahrzehntelanger Selektionsarbeit Wildtiere domestiziert.

Der russische Biologe Dmitrij Beljaew ging 1959 nach Sibirien, um hier zu untersuchen, wie schnell die Domestizierung einer wilden Tierart unter optimalen Bedingungen vonstattengeht. Die Anpassung des Wolfs und die Entstehung der verschiedenen Hunderassen hatten immerhin mehr als tausend Jahre gedauert.

Silberfüchse als Spielkameraden (3)

Nach weniger als 50 Jahren entstand aus ursprünglich wilden Silberfüchsen eine handzahme, auf den Menschen fixierte neue Fuchsrasse.

Die zahmen Silberfüchse entwickelten sogar eigene, auffälligere Fellmuster. Biologen erklären das mit der Existenz schlafender Gene. Die Merkmale, die jetzt für das auffälligere Haarkleid verantwortlich sind, wurden früher durch einen hohen Adrenalinspiegel der Wildtiere unterdrückt.

Silberfüchse als Spielkameraden (4)

Da die Tiere jetzt nicht mehr dem gleichen Stress wie ihre wilden Vorfahren ausgesetzt sind und ein unauffälliges Fell zu Tarnzwecken auch nicht mehr nötig ist, werden diese schlummernden Gene jetzt wieder reaktiviert.

Um die weitere Forschung zu finanzieren, wollen die russischen Forscher einen Teil der Füchse als Haustiere anbieten.

Silberfüchse als Spielkameraden (5)

Linktipps

Artikel "Hielt man in der Steinzeit zahme Füchse?", Spektrum.de

http://www.spektrum.de/news/hielt-manin-der-steinzeit-zahme-fuechse/1062552

Artikel "Was zahme Füchse von wilden Artgenossen unterscheidet", Bild der Wissenschaft:

http://www.wissenschaft.de/lebenumwelt/biologie/-/journal_content/

56/12054/1030859/Was-zahme-F%C3%BCchsevon-wilden-Artgenossen-unterscheidet/

Faszination Wildpferde (1)

Bei Mustangs denken die meisten an stolze, wilde Pferde, die durch die nordamerikanische Prärie galoppieren. Doch Mustangs - die eigentlich keine Wildpferde sondern verwilderte Hauspferde und deren Nachkommen sind - gibt es auch in anderen Teilen der Welt, zum Beispiel in Russland.

In der Nähe des Don-Deltas lebt seit mehr als 50 Jahren eine Herde auf einer Insel in einem großen Salzsee. Vermutlich sind es die Nachfahren von Tieren, die früher den Donkosaken gehörten.

Faszination Wildpferde (2)

Einerseits bietet die Insel Schutz vor menschlichen Eingriffen, andererseits führt die Tatsache, dass rings um die Insel nur Salzwasser fließt, zu lebensgefährlichen Versorgungsproblemen in der heißen Sommerzeit. Vor einigen Jahren sind z.B. ca. 100 Tiere verdurstet.

Abhilfe für die Wildpferde kam mit der Eingliederung der Insel in das Naturschutzgebiet "Rostowskij". An besonders heißen Tagen fahren jetzt zwei Ranger in einem Motorboot vom Festland zur Insel und füllen dort Tröge mit Wasser.

Faszination Wildpferde (3), Linktipps:

http://de.wikipedia.org/wiki/Don-Pferd

http://www.die-pferderassen.de/

index.html?/rassen/don.html

http://de.wikipedia.org/wiki/

Budjonny_%28Pferd%29

http://de.wikipedia.org/wiki/

Mustang_%28Pferd%29

http://de.wikipedia.org/wiki/Wildpferd

Die soziale Sau: Gemeinschaft in der Schweinefamilie (1)

Schweine stinken, sind dreckig und irgendwie dumm - so die weit verbreiteten Vorurteile. Forscher wissen schon lange: Das Gegenteil ist der Fall.

Schweine besitzen eine hohe Intelligenz, einen ausgeprägten Spieltrieb und sind noch dazu ziemlich reinlich. An der Veterinärmedizinischen Universität Wien hat nun ein einzigartiges Projekt begonnen, das neben den geistigen Fähigkeiten vor allem das Sozialverhalten von Schweinen untersuchen möchte.

Die soziale Sau: Gemeinschaft in der Schweinefamilie (2)

Mehrere Monate lang beobachten Kognitionsforscher, Biologen, Tierärzte und Philosophen das soziale Netzwerk von zwei Kune Kune-Schweinefamilien.

Erste Ergebnisse zeigen: Die soziale Intelligenz der Schweine wurde lange unterschätzt. Auch wenn die Wiener Forscher ihre Studien noch nicht abgeschlossen haben, steht bereits heute fest: Schweine sind so ziemlich das Gegenteil von dem, was wir ihnen oft zuschreiben.

Die soziale Sau: Tipps und Adressen (1)

Forschungsprojekt "sozio-kognitive Fähigkeiten des Hausschweins":

Messerli Forschungsinstitut

Veterinärmedizinische Universität Wien

Veterinärplatz 1

1210 Wien

www.vetmeduni.ac.at/de/messerli/

forschung/forschung-kognition/

kognition-von-nutztieren/projektfreilandschweine/

Die soziale Sau: Tipps und Adressen (2)

nano-Spezial "Pein in der Pfote - wie empfinden Tiere Schmerzen?" (03.06.15, 3sat)

Link zur Mediathek:

www.3sat.de/mediathek/

?mode=play&obj=51912