Sa 24.01.15

16.00 - 16.30
Wie wie Wissen: Was hilft gegen Krebs?

Was hilft gegen Krebs? (1)

Krebs ist nach wie vor die zweithäufigste Todesursache in Deutschland - trotz aller Fortschritte in Vorsorge und Therapie. Jeder Vierte stirbt daran, etwa 500 000 Menschen erkranken jährlich.

"Stahl, Strahl, Chemie" waren lange die Hauptwaffen gegen die Krankheit. Operationen und Strahlenbehandlungen aber wirken nur örtlich gegen den Tumor, eventuelle Metastasen werden nicht erfasst. Chemotherapien haben starke Nebenwirkungen, weil sie auch gesunde Zellen angreifen.

Was hilft gegen Krebs? (2)

Große Hoffnungen setzen die Ärzte daher auf eine neue Alternative im Kampf gegen Krebs: die Immuntherapie.

Normalerweise erkennt unser Immunsystem fremde oder gefährliche Zellen im Körper und greift sie an. Doch Krebszellen wachsen die meiste Zeit unbehelligt, weil sie mit einer Art Tarnkappe den dauerhaften Angriff der körpereigenen Immunzellen vereiteln. "W]wie Wissen" zeigt, wie das eigene Immunsystem fit gemacht werden kann im Kampf gegen den Krebs.

Neue Hoffnung bei Hautkrebs (1)

Der oft tödliche schwarze Hautkrebs ist auf dem Vormarsch. Durch eine neue Immuntherapie könnten mehr Patienten viel länger überleben. Forscher versuchen, den Tumor nicht mehr auszumerzen, sondern kontrolliert in Schach zu halten.

Immuntherapien stimulieren das Immunsystem, um Bedrohungen durch Krebszellen besser zu erkennen und zu bekämpfen. Schlüssel sind die T-Zellen des Immunsystems ("Killerzellen"). Eine Herausforderung ist die Balance zwischen Stimulierung und Hemmung der Zellen.

Neue Hoffnung bei Hautkrebs (2)

Das Immunsystem darf nicht überreagieren und zu viel gesundes Gewebe zerstören. Derzeit entwickeln die Forscher auch eine Methode, um schon im Vorfeld zu prüfen, ob ein Patient von der Therapie profitieren wird.

Nach ersten Studienergebnissen wirkt diese bei geringeren Nebenwirkungen zielgenauer gegen die Tumorzellen. "W]wie Wissen" begleitet zwei dieser Patienten.

Neue Hoffnung bei Hautkrebs (3)

Dr.Thomas Eigentler, Koordinator des Tübinger Hautkrebszentrums, betreut Patienten der PD1-Immuntherapie.

Kontakt:

Dr.Thomas Eigentler

Zentrum für Dermatologische Onkologie, Tübingen

Liebermeisterstr.25, 72076 Tübingen

Tel: 07071 / 29 - 8 5748

Fax: 07071 / 29 - 5265

www.medizin.uni-tuebingen.de/Patienten/ Zentren/Tumorzentrum+CCC+Tuebingen.html

Kann man sich vor Krebs schützen? (1)

Fast jeder Dritte in der Bevölkerung ist an Krebs erkrankt. Gegen das Älterwerden kann man zwar nichts unternehmen, aber man kann es dem Krebs zumindest schwer machen. Am wichtigsten ist das Vermeiden von Risikofaktoren.

Besorgniserregend sei vor allem Übergewicht in der Jugend. Aber nicht nur viel zu essen ist schlecht, auch das Falsche zu essen kann das Leben verkürzen. Krebsrisiko Nummer eins ist das Rauchen.

Kann man sich vor Krebs schützen? (2)

Gut 90 krebserregende Stoffe sind im Rauch enthalten. Wer aufhört, kann in jedem rauchfreien Jahr sein Krebsrisiko um mehrere Prozente senken.

Zum Glück ist ein bisschen erlaubt. So gelten Obst und Gemüse nach wie vor als gesund. Ihre Inhaltsstoffe schützen die Zellen, das zeigen viele Laboruntersuchungen. Leider lässt sich der positive Effekt nur schwach in epidemiologischen Studien nachweisen.

Kann man sich vor Krebs schützen? (3)

Wer also glaubt, dass er seinen Alkohol- und Zigarettenkonsum mit ein paar Brokkoli oder Grünem Tee wegreduzieren kann, täuscht sich.

Besser belegt dagegen ist der Effekt von Sport und Bewegung. So kann das Risiko für Dickdarmkrebs halbiert werden, aber auch das Risiko für andere Krebsarten wird durch ausreichend Bewegung reduziert. Insgesamt gilt: je mehr Sport, desto besser.

Kann man sich vor Krebs schützen? (4)

Die EPIC-Studie gibt Auskunft über Ernährung, Lebensweise und dem Auftauchen von Krebserkrankungen bei über einer halben Million Menschen in Europa.

Weitere Informationen

www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilung en/2014/dkfz-pm-14-38-Was-uns-Lebens jahre-raubt.php

Krebsbehandlungen: Langzeitfolgen (1)

Die Krebstherapie hat bisher das Überleben der Patienten zum Ziel - fast um jeden Preis.

Krebsbehandlungen: Langzeitfolgen (2)

Tatsächlich ist dieser Ansatz erfolgreich, denn es gibt immer mehr Langzeitüberlebende. Allerdings hinterlassen die belastenden Krebstherapien Spuren im Leben der Patienten.

Immer mehr Kinder und Jugendliche überleben eine Krebserkrankung. Sie sind der glückliche Beleg für die effektiven Möglichkeiten der Onkologie. Doch erst jetzt fangen Forscher an, auch die Schattenseiten der Therapie unter die Lupe zu nehmen.

Krebsbehandlungen: Langzeitfolgen (3)

Die ersten Daten zeigen: Viele der mittlerweile rund 1,5 Millionen Langzeitüberlebenden hierzulande sind nicht "geheilt". Ihr Krebsrisiko ist teilweise enorm erhöht, sie haben Herzprobleme, ihre Kräfte kehren manchmal nie mehr vollständig zurück.

Weitere typische Spätfolgen von Chemo- und Strahlentherapie sind ein fortschreitender Knochenabbau und ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen.

Krebsbehandlungen: Langzeitfolgen (4)

Weitere Informationen

- Vorstellung Forschungsprojekt der Uni Münster zu Spätfolgen bei Kindern:

www.gesundheitsforschung-bmbf.de/ 1409.php

- Vorsorgesprechstunde für junge Erwachsene der Uniklinik Freiburg

www.uniklinik-freiburg.de/paedhaematologie/was-wirtun/ vorsorgesprechstunde.html