Di 09.02.16

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
Alkohol im Straßenverkehr

Zur Karnevals- und Faschingszeit führt die Polizei verstärkt Alkoholkontrollen durch. Einige Autofahrer werden vermutlich auch in diesem Jahr während der tollen Tage ihren Führerschein verlieren.

Doch nicht nur im Karneval, sondern das ganze Jahr über, wird streng kontrolliert. Wie die Statistik zeigt: Bei Unfällen mit Personenschaden ist nicht selten Alkohol am Steuer Auslöser des Unfalls.

Promillegrenze und Strafen (1)

In Deutschland gilt die 0,5-Promillegrenze. Wer mit 0,5 Promille oder mehr unterwegs ist, begeht eine Ordnungswidrigkeit und wird mit 500 Euro Bußgeld, einem Monat Fahrverbot und zwei Punkten in Flensburg bestraft. Wer zum zweiten Mal erwischt wird, zahlt 1000 Euro und bekommt drei Monate Fahrverbot

Doch auch bei weniger als 0,5 Promille kann eine Straftat vorliegen.

Promillegrenze und Strafen (2)

Nämlich, wenn es alkoholbedingt zu Ausfallerscheinungen oder gar einem Unfall kommt. Bereits ab 0,2 Promille lassen Konzentration und Sehvermögen nach.

Ab einem Wert von 1,1 Promille liegt eine absolute Fahruntüchtigkeit vor. Das ist eine Straftat und wird mit

Freiheits- oder Geldstrafe geahndet.Der Führerschein wird für mindestens sechs Monate bis zu fünf Jahren entzogen.

Promillegrenze und Strafen (3)

Wer mit 1,6 Promille oder mehr erwischt wurde und anschließend seinen Führerschein wieder haben möchte, muss sich einer MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung) unterziehen. Aber auch unter 1,6 Promille kann eine MPU angeordnet werden.

Fahranfänger (1)

Für Fahranfänger gilt ein absolutes Alkoholverbot.

Fahranfänger (2)

In der Probezeit oder vor Vollendung des 21.Lebensjahres ist Alkohol am Steuer auch in kleinen Mengen tabu. Wer dagegen verstößt, bezahlt mindestens 250 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg.

Ferner muss der Fahranfänger an einem Aufbauseminar teilnehmen und die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre.

Fahrradfahrer (1)

Fahrradfahrer sollten sich ebenfalls beim Genuss von Alkohol zurückhalten, denn auch bei ihnen liegt ab einem Wert von 1,6 Promille eine absolute Fahruntüchtigkeit vor. Es drohen eine Freiheits- oder Geldstrafe und der Führerschein kann entzogen werden.

Zwar ist das keine direkte Folge aus dem Strafrecht, aber die Führerscheinbehörde kann eine MPU verlangen.

Fahrradfahrer (2)

Besteht der Fahrradfahrer den Test nicht oder verweigert ihn, wird der Führerschein entzogen.

Fußgänger

Zwar kann ein Fußgänger keine alkoholbedingte Verkehrsstraftat begehen, gleichwohl kann auch bei einem auffälligen Fußgänger eine MPU angeordnet werden, wenn die Führerscheinbehörde allgemein Zweifel an der Fahreignung des Fußgängers hat.

Konsequenzen im Schadenfall (1)

Ist ein Unfall auch auf den Alkoholkonsum des Geschädigten zurückzuführen, wird ihm eine Mithaftung zugesprochen, auch wenn ein anderer den Unfall verursacht hat.

Verursacht der Alkoholfahrer den Unfall, reguliert die Kfz-Haftpflichtversicherung zwar den gegnerischen Schaden, kann aber Regress beim Schädiger nehmen (bis zu 5.000 Euro).

Konsequenzen im Schadenfall (2)

Auch Schmerzensgeldansprüche eines verletzten Beifahrers können gekürzt werden, wenn er sich wissentlich zu einem betrunkenen Fahrer ins Auto setzt.

Die Kaskoversicherung kann eine Leistung völlig verweigern, wenn die Unfallfahrt unter starkem Alkoholeinfluss vorgenommen wurde.