Di 24.02.15

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
Grippewelle

Man unterscheidet den zwar lästigen, aber eher harmlosen grippalen Infekt ("Erkältung") von der Grippe. Beim grippalen Infekt stehen Schnupfen und Halsschmerzen im Vordergrund. Bei der Grippe kommt es zu folgenden Symptomen:

Symptome:

Die Grippe verläuft in der Regel heftiger als eine Erkältung, mit spontan einsetzendem hohen Fieber (oft höher als 39 Grad Celsius), plötzlichen Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und trockenem Husten.

Symptome - Forts. 1

Der Patient fühlt sich abgeschlagen, müde und schwach. Oft treten auch Halsschmerzen und Schluckbeschwerden auf. Bei den ersten Anzeichen sollte unbedingt der Arzt aufgesucht werden.

Ist das Immunsystem geschwächt, z.B. bei chronisch Kranken wie Diabetikern, können sich daraus schwere Folgeerkrankungen entwickeln: Lungenentzündung, eitrige Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder des Mittelohres.

Symptome - Forts. 2

Außerdem eine eitrige Angina, eine Nierenentzündung oder sogar eine Herzmuskelentzündung.

Kinder und Grippe

Bei Kindern verläuft die Grippe meist eher mild, es kann allerdings auch bei gesunden Kindern durchaus zu schweren Beeinträchtigungen kommen. Lebensgefährlich bedroht sind im Allgemeinen nur Kinder mit Herz-Kreislauf- oder Atemwegsvorerkrankungen.

Kinder und Grippe - Forts.

Schwere Erkrankungen betreffen vorwiegend ältere Menschen jenseits des sechzigsten Lebensjahres sowie chronisch Kranke mit Herz-, Lungen- und Nierenleiden, Menschen mit Diabetes und andere mit geschwächtem Immunsystem.

Daher sollten Eltern auch darauf achten, dass ihre Kinder während der Krankheit keinen Kontakt zu den nicht geimpften Großeltern haben.

Ansteckung

Die Grippeviren werden in der Regel über Tröpfcheninfektion von einem Menschen auf den anderen übertragen, z.B. durch Niesen oder Husten. Auch eine Übertragung durch Kontakt der Hände ist möglich, daher ist häufiges Händewaschen unbedingt erforderlich.

Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit liegen ein bis drei Tage. Infizierte können in dieser Zeit andere Menschen anstecken.

Ansteckung - Forts.

Eine Woche nach Krankheitsbeginn endet die Infektionsgefahr für andere.

Folgeerkrankungen

Es kann wochenlang dauern, bis der Patient sich wieder von der Krankheit erholt hat. Währenddessen leiden viele an einem quälenden Reizhusten. Dabei wird das Immunsystem so stark geschwächt, dass der Körper für weitere schwere Infektionen anfälliger wird.

Folgeerkrankungen - Forts.

Die häufigste Komplikation einer Grippe ist eine Beteiligung der Bronchien und Lunge. Sie tritt etwa bei einem Fünftel aller Erkrankungsfälle auf.

Die Grippeviren selbst oder Bakterien, die den geschwächten Patienten zusätzlich infizieren, können auch eine Lungenentzündung auslösen.

Behandlung

Gegen Fieber, Husten und Schnupfen gibt es zahlreiche Medikamente, die zum großen Teil rezeptfrei in den Apotheken verkauft werden. Diese sollten aber zurückhaltend angewendet werden, da die Reaktionen des Körpers auf die Infektion teilweise sinnvolle Abwehrmechanismen darstellen.

Nur wenn das Fieber sehr hoch steigt (über 39 Grad Celsius) empfiehlt es sich, etwas dagegen zu tun.

Behandlung - Forts. 1

Aber auch dann müssen es nicht unbedingt Medikamente (z.B. Acetylsalicylsäure oder Paracetamol-Präparate) sein. Kalte Wadenwickel wirken oft ebenso gut und sind frei von Nebenwirkungen.

Kinder sollten bei fiebrigen Erkrankungen nicht mit Medikamenten behandelt werden, die Acetylsalicylsäure oder ähnliche Substanzen enthalten.

Behandlung - Forts. 2

Diese erhöhen die Gefahr eines so genannten Reye-Syndroms, einer schwere Erkrankung von Gehirn und Leber, die tödlich verlaufen kann. Das Risiko ist zwar gering, lässt sich aber durch den Verzicht auf derartige Medikamente reduzieren.

Da der Körper durch eine Grippe stark geschwächt ist, können ihn zusätzlich zu den Viren auch Bakterien befallen.

Behandlung - Forts. 3

Schwerwiegende Organerkrankungen, wie z.B. eine Lungenentzündung, können die Folge sein (s.o.). In diesen Fällen gibt der Arzt zusätzlich Antibiotika. Antibiotika sind nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren wirksam.

Vermehrte Schleimbildung und Husten stellen wichtige Abwehrmechanismen dar, durch die Schadstoffe aus den Atemwegen abtransportiert werden.

Behandlung - Forts. 4

Sinnvoll ist die Verflüssigung des Schleims mit geeigneten Medikamenten, die das Abhusten erleichtern. Der Hustenreflex sollte also nicht unterdrückt werden, da er der Heilung dient. Nur der so genannte "trockene Reizhusten" sollte so behandelt werden. Speziell nachts kann das sinnvoll sein, um besser schlafen zu können.

Nasensprays oder -tropfen gegen Schnupfen können sehr erleichternd wirken.

Behandlung - Forts. 5

Da sie die Nasenschleimhaut abschwellen, indem sie die Blutgefäße verengen, kann man besser atmen und die Schleimproduktion wird verringert.

So lässt sich auch das Risiko von Komplikationen wie Nebenhöhlen- oder Mittelohrentzündungen verringern. Allerdings müssen diese Mittel nach spätestens einer Woche abgesetzt werden, da sie die Schleimhaut schädigen können.

Behandlung - Forts. 6

Aber auch die guten alten Hausmittel sind sehr wirksam und dazu noch preiswert: Heiße Getränke und Gurgeln mit Salzlösung lindern Entzündungen und Schwellungen im Rachenraum. Auch die berühmte Hühnersuppe bekommt Grippepatienten sehr gut, warum, weiß niemand genau.

Und - wie oben schon erwähnt - kalte Wadenwickel senken hohes Fieber.

Behandlung - Forts. 7

Durch das hohe Fieber verliert der Körper Flüssigkeit - daher ist es wichtig, viel zu trinken (Wasser, Kräutertee, Saft). Ideal: Hagebuttentee, er liefert bei Grippe reichlich Vitamin C. Kaffee, schwarzer Tee und Alkohol sind nicht geeignet, da sie harntreibend wirken.

Wenig essen, kein Fleisch, dafür Obst und Gemüse, leichte Kost, alles, was viel Vitamin C liefert: Orangen, Mandarinen, Grapefruits, aber auch Paprika.

Behandlung - Forts. 8

Sollten die Beschwerden nach zwei Tagen noch nicht abgenommen haben oder trotz Behandlung heftige Ohren- oder Halsschmerzen, schmerzender Husten, eitriger Auswurf, Fieber über 39 Grad Celsius und Atembeschwerden auftreten, konsultieren Sie umgehend den Arzt. Sind Sie chronisch krank oder über 60 Jahre alt und nicht geimpft und spüren die beschriebenen Symptome, kann Ihr Arzt mit modernen Medikamenten auch das Grippevirus direkt bekämpfen.

Behandlung - Forts. 9

Dazu müssen Sie diese Medikamente aber in den ersten 24 Stunden nach der Infektion einnehmen.

Vorbeugung:

- Eine Obst- und gemüsereiche Ernährung - mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag

- Ausreichend Bewegung: Mind. 30 Minuten, am besten draußen

- Stress reduzieren und Ausgleich

schaffen

Vorbeugen - Forts.

Lassen Sie sich auf jeden Fall impfen

wenn Sie:

- über 60 Jahren alt sind;

- an einer Immunschwäche leiden wie Or-

ganempfänger;

- chronisch krank sind;

- in einem Pflegeheimen leben;

- an ihrem Arbeitsplatz mit dem Virus

vermehrt in Berührung kommen können