Ratgeber: Morgenmagazin

Wie gesund ist Milch?

Milch besteht aus Wasser, Milchzucker (Laktose), Eiweiß und Fett. Neben Jod, Magnesium, Zink und Eisen enthält sie soviel Kalzium wie kein anderes Lebensmittel. Kuhmilch liefert die Vitamine A, B, D und E. Die in ihr enthaltenen Proteine können effektiv vom menschlichen Körper verarbeitet werden und sind gut für den Aufbau von Haut, Haaren, Muskeln, Immunkörpern und Hormonen.

Bei den Inhaltsstoffen gibt es aber je nach Sorte und Verarbeitung Unterschiede zwischen Vollmilch und fettarmer Milch, frischer Milch und haltbarer Milch.

Bezeichnungen wie "Heumilch" und "Biomilch" sind geschützt, wogegen "Alpenmilch" und "Landmilch" reines Marketing sind und nur wenig über die Qualität aussagen. Auch der Begriff "Weidemilch" sagt nichts über die Haltungsbedingungen der Kühe aus.

Rohmilch (Vorzugsmilch): Sie wird direkt nach dem Melken ohne Erhitzung gefiltert und gekühlt. Die Bakterienflora darf durch die Behandlung nicht beeinflusst werden. Mit bis zu fünf Prozent hat sie einen sehr hohen Fettgehalt. Aufgrund der Bakterienbelastung sollte sie vor dem Genuss erhitzt werden.

Frischmilch (pasteurisierte Milch):

Sie wird sekundenlang auf 72-75 Grad erhitzt. Das tötet die meisten Keime ab, ohne wesentlich Nährwert, Geschmack und Konsistenz zu verändern. Sie ist nicht völlig keimfrei und gekühlt gelagert nur relativ kurz haltbar.

ESL-Milch: so nennt man haltbare Milch. Bereits beim Pasteurisieren wird sie auf 125 Grad erhitzt. Sie ist dann ungeöffnet etwa drei Wochen haltbar, schmeckt aber nicht so vollmundig wie Frischmilch.

Haltbare Milch (H-Milch): Ultrahocherhitzung erfolgt bei bis zu 125-150 Grad werden alle Mikroorganismen und Enzyme, aber auch teilweise die hitzeempfindlichen B-Vitamine und das Vitamin C werden abgetötet. Ebenfalls werden die Proteine verändert, was zu geschmacklichen Einbußen führt. Allerdings ist sie leichter verdaulich. H- Milch ist ca. acht Wochen ungekühlt haltbar.

Laktosefreie Milch: Durch den Zusatz des Enzyms Laktase wird Laktose in die Einfachzucker Glukose und Galaktose aufgespalten.

Durch deren höhere Süßkraft schmeckt laktosefreie Milch süßer. Sie ist teurer als herkömmliche Milch und wird nur von Menschen mit einer Laktoseintoleranz benötigt, da sie von natürlicher Milch Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall bekommen.

Biomilch: Sie unterliegt strengen EU- Vorgaben zur Tierhaltung: Die Kühe müssen immer Zugang zur Weide haben und im Winter genug Bewegungsfreiheit im Stall. Sie dürfen kein gentechnisch verändertes Futter und keine vorbeugenden Medikamente bekommen.

Jeder Biokuh stehen mindestens sechs Quadratmeter Stallfläche zu. Deshalb ist Biomilch teurer, aber nicht automatisch gesünder als konventionelle Milch. Die Inhaltsstoffe unterscheiden sich nur wenig. Biomilch kann mehr Omega-3-Fettsäuren enthalten, weil die Tiere mehr Gras und Heu fressen.

Heumilch: Die Kühe dürfen nicht mit Silage gefüttert werden, sondern fressen frisches Grünlandfutter, Heu und Getreide. Die Bezeichnung "Heumilch" ist EU-weit gesetzlich geschützt.

Wie viel Milch?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, nicht mehr als 250 Milliliter Milch und 50 Gramm Käse täglich. Zu viel Milch kann sich negativ auswirken, doch in Maßen ist sie ein gesunder und leckerer Muntermacher. Alternative Kalziumlieferanten sind grünes Gemüse, frische Kräuter, Nüsse, Mandeln, Hirse und Mineralwasser.

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