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Di 08.04.14

Diagnose und Behandlung (1)

Was sie selbst tun können (1)

Nicht nur Fußballer, auch wir können Probleme mit dem Knie bekommen. Ver- schleiß, Überlastung, Fehlstellung: Schmerzen können verschiedene Ursachen haben.
Gerade jetzt, wo viele wieder mit dem Joggen beginnen, steigt die Zahl der Kniebeschwerden rapide an.
Ursachen (1)
Schmerzen im Knie können zahlreiche Gründe haben. Die häufigsten sind eine Fehlstellung der Beine, funktionelle Beschwerden durch einen gereizten Knor- pel hinter der Kniescheibe und vor al- lem eine geschwollene Gelenkkapsel.
Dies kann entweder durch Überbelastung, Übergewicht, einen Unfall oder durch eine beginnende Arthrose ausgelöst werden.
Ursachen (2)
Bei Fortschreitung der Arthrose reiben die Knochen im Knie aufeinander und verursachen den sogenannten Knochen- schmerz. Aber auch durch zu geringen Gebrauch des Gelenks und fehlendes Training der entsprechenden Muskulatur können Schmerzen im Knie entstehen.
Aber nicht alle Schäden am Knie äußern sich als Gelenkschmerz. Auch Schmerzen in der Kniekehle können ein Hinweis auf einen Schaden im Kniegelenk sein.
Ursachen (3)
In anderen Fällen können Knieschmerzen ausstrahlen und sich in der umgebenden Muskulatur äußern. Auch umgekehrt kön- nen Schmerzen im Knie auf einen Schaden in der Wirbelsäule oder im Hüftgelenk hinweisen.
Schmerzen im Knie sind ein Warnzeichen, das geschädigte Gelenk nicht zu be- lasten. Bei verschleißbedingten Knie- schmerzen gilt oft das Gegenteil: Eine zu starke Schonung kann schädlich sein.
Wann ist der Arztbesuch ratsam? (1)
Oberflächliche Schürfwunden, leichte Prellungen oder Zerrungen des Kniege- lenks können Betroffene meist selbst und ohne ärztliche Hilfe behandeln. Bei tieferen Wunden ist ein Arztbesuch aber dringend erforderlich.
Infektionen oder Verletzungen des Ge- lenks können zu einem teilweisen oder vollständigen Verlust der Gelenkfunk- tion, also einer Gelenkversteifung, führen.
Wann ist der Arztbesuch ratsam? (2)
Auch beim Verdacht auf eine Schädigung von Menisken, Bändern oder Knorpel im Knie ist eine ärztliche Untersuchung und Behandlung notwendig, um bleibende Schäden zu vermeiden.
Knieschmerzen mit unklarer Ursache, die mehrere Tage anhalten, schubweise auf- treten oder die Funktion des Gelenks einschränken, sollten immer Grund für eine genaue Untersuchung sein.
Wann ist der Arztbesuch ratsam? (3)
Oft kann sich dahinter eine andere Er- krankung verbergen, die behandelt wer- den muss. Besondere Alarmsignale sind Knieschmerzen, bei denen das Gelenk anschwillt, sich rötet oder wesentlich wärmer anfühlt als normal.
Um die Ursache der Knieschmerzen her- auszufinden, wird der Orthopäde in der Regel zunächst eine Menge Fragen stellen.
Diagnose und Behandlung (2)
An welcher Stelle schmerzt es wann genau und wie beweglich ist der Patient noch? Nach einer genauen Untersuchung durch Abtasten und Anschauen werden erst im zweiten Schritt bildgebende Verfahren benutzt.
Arthrose oder ein Bruch werden mit Hil- fe von Röntgenbildern analysiert, bei einem Meniskusriss oder Knorpelschäden wird die Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt.
Diagnose und Behandlung (3)
Bei der Diagnose Arthrose gilt vor al- lem: In Bewegung bleiben, um den Kno- chen zu ernähren und zu vermeiden, dass die Bänder sich verkürzen oder steif werden.
Zu empfehlende Sportarten sind Fahrrad- fahren, Schwimmen oder Nordic Walking. Aqua-Jogging ist hilfreich für Überge- wichtige, da sie ihre Körperlast dabei nicht so stark spüren.
Diagnose und Behandlung (4)
Wird der Schmerz durch die Arthrose zu stark, können auch kurzzeitig lindernde Medikamente gegeben werden. Eine wei- tere Möglichkeit ist das Glätten des Knorpels im Knie bei einer Gelenkspie- gelung.
Dabei werden auch störende Weichteile oder ein möglicher Meniskusriss besei- tigt.
Diagnose und Behandlung (5)
Auch die Gabe von Hyaluronspritzen, die selbst gezahlt werden müssen, kann Be- schwerden verbessern: Das Zuckermole- kül dient unter anderem als "Schmier- mittel" für die Gelenke.
Allerdings wird mit dieser Methode der Knorpel nicht wieder aufgebaut, sondern lediglich der Reibe-Effekt im Knie vermindert.
Diagnose und Behandlung (6)
Wurden bei fortgeschrittener Arthrose alle Behandlungsmethoden ohne Linderung oder Behebung der Schmerzen auspro- biert, steht die Überlegung im Raum, ein künstliches Kniegelenk einzusetzen.
Bevor dies geschieht, gibt es noch die wenig bekannte Möglichkeit einer Knie- gelenks-Denervation (Nervenausschal- tung). Operativ werden hier schmerz- leitende Nerven, die sich um das Knie- gelenk herum befinden, durchtrennt.
Diagnose und Behandlung (7)
Damit können sie keine Schmerzsignale mehr an das Gehirn weiterleiten. Die Denervation kann auch sinnvoll sein, nachdem ein künstliches Gelenk oder auch ein Teilersatz eingesetzt wurde, um bleibende Schmerzen zu beheben.
Akute Verletzungen: Entlastung, Schmerzstillung und die Unterdrückung einer Schwellung sind die wichtigsten Sofortmaßnahmen.
Was sie selbst tun können (2)
Hier gilt die sog. PECH-Regel: Pause, Eis, Kompression, Hochlagern. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusam- men, das Wachsen eines Blutergusses wird verhindert. Auch das Hochlagern verringert den Blutfluss zum verletzten Gebiet.
Mit einem straffen Verband kann das Knie zudem stabilisiert werden.
Was Sie selbst tun können (3)
Reizungen, Entzündungen, Prellungen: Sportsalben und die Einnahme von Enzym- tabletten kann bei der Behandlung un- terstützend wirken. Ein Enzym aus der Ananasfrucht wirkt beispielsweise ent- zündungshemmend und abschwellend.
Auch Quarkumschläge haben sich schon oft als entzündungshemmend bewährt. Wo- bei bei manchen Gelenkerkrankungen Wär- me als angenehmer empfunden wird.
Was Sie selbst tun können (4)
Der Einsatz von Schmerzmitteln sollte wohl durchdacht sein: Die meisten re- zeptfrei erhältlichen Medikamente ge- hören zur Klasse der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR).
Darunter fallen Wirkstoffe wie Acetyl- salicylsäure (ASS), Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac.
Was Sie selbst tun können (5)
Sport: Knieschmerzen werden oft durch Sportverletzungen verursacht. Sport- arten mit abrupten Stoppbewegungen und Richtungswechseln oder bei denen das Knie unter hoher Last gebeugt und ge- dreht wird, sind besonders riskant.
Dazu zählen beispielsweise Fußball, Handball oder Hockey, alpiner Skisport, aber auch Kraftsportarten führen oft zu Prellungen, Bänderzerrungen und Schä- den an Meniskus oder Kreuzband.
Was Sie selbst tun können (6)
Auch Schwimmen kann zu Knieschmerzen führen. Das sogenannte Schwimmer-Knie kann beim Brustschwimmen durch Dreh- bewegungen im Kniegelenk entstehen. Flossen verstärken die Beanspruchung von Knie- und Sprunggelenken noch. Auch das Wenden im Becken belastet die Knie und kann zu Knieschmerzen führen.
Schutz vor Verletzungen: Hilfreich sind hier geeignetes Schuhwerk, spezielle Knieschoner oder auch Kniebandagen.
Was Sie selbst tun können (7)
Kniebandagen sollten allerdings nur eingesetzt werden, wenn es unbedingt erforderlich ist, beispielsweise beim Training, Spiel oder Wettkampf.
Der beste Schutz ist jedoch ein regel- mäßiges und ausgewogenes Training der gesamten Muskulatur rund um das Knie- gelenk, um dem empfindlichen Gelenk Stabilität zu verleihen.
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