Di 30.06.15

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
E-Bikes und Pedelecs

Elektrofahrräder sind groß in Mode. Millionenfach werden sie verkauft bei stetig steigenden Umsatzzahlen. Es handelt sich um Fahrräder mit Motorunterstützung. Dabei muss man unterscheiden zwischen Pedelecs und E-Bikes.

Pedelecs sind Elektrofahrräder, bei denen durch Treten (Pedalieren des Fahrers) die Geschwindigkeit elektrisch gesteuert wird. Maximal 250 Watt und eine Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h sind so möglich.

Wer schneller fahren will, ist auf die eigene körperliche Leistung angewiesen, die bei einem durchschnittlichen Radfahrer etwa 100 Watt beträgt.

Pedelecs sind dem Fahrrad rechtlich gleichgestellt. Das heißt, Fahrer benötigen weder ein Versicherungskennzeichen noch eine Zulassung oder einen Führerschein. Es besteht zudem keine Helmpflicht oder Altersbeschränkung.

Schnelle Pedelecs, S(peed)-Pedelecs genannt, gehören nicht mehr zu den Fahrrädern, sondern zu den Kleinkrafträdern. Die Räder funktionieren zwar wie ein Pedelec, erreichen aber bis zu 45 km/h. Die maximal erlaubte Nenn-Dauerleistung der Motoren ist 500 Watt.

Deshalb sind einige gesetzliche Besonderheiten zu beachten: Für sie ist eine Betriebserlaubnis beziehungsweise eine Einzelzulassung des Herstellers vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) notwendig.

Ebenso braucht das schnelle Elektrofahrrad ein Versicherungskennzeichen (für etwa 70 Euro pro Jahr). Fahrer müssen mindestens 16 Jahre alt, in Besitz einer Fahrerlaubnis der Klasse AM sein und außerdem einen geeigneten Schutzhelm tragen. Unklar ist, welche Art Helm als geeignet anzusehen ist.

Auf Radwegen darf man mit dem schnellen Pedelec auch dann nicht fahren, wenn sie für Mofas frei gegeben sind! (Quelle: ADFC)

E-Bikes sind Elektrofahrräder, deren Fahrgeschwindigkeit auch unabhängig vom Treten, per Drehgriff am Lenker, reguliert werden kann. E-Bikes sind mit einem Elektromofa zu vergleichen und lassen sich mit Hilfe des Elektroantriebs durch einen Drehgriff oder Schaltknopf fahren, ohne zu treten.

Wird die Motorleistung von 500 Watt und maximal 20 km/h nicht überschritten, gelten diese Fahrzeuge als Kleinkraftrad (Leicht-Mofa, keine Helmpflicht).

Für die Nutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung notwendig. Man ist auf die eigene Leistungsfähigkeit angewiesen, wenn man schneller als 20 km/h fahren möchte. Bei über 20 km/h besteht jedoch auch bei den E-Bikes eine Helmpflicht.

Der Marktanteil der E-Bikes liegt bei unter 5 Prozent; über 95 Prozent der Elektrofahrräder sind hierzulande Pedelecs mit einem Motor bis 250 Watt.

Beim Kauf beachten (1)

Für ein ordentliches Elektrofahrrad muss man ab 2000 Euro aufwärts bezahlen. Hinzu kommen Kosten für den Ersatz-Akku. Dieser hält i.d.R. aber 4 bis 6 Jahre oder 500 bis 1500 Ladezyklen.

Bei Billigangeboten aus dem Baumarkt oder Discounter kommt es unter Umständen vor, dass es keine Ersatzteile gibt. Auch immer mehr Fachhändler weigern sich, solche Räder zu reparieren.

Beim Kauf beachten (2)

Motor und Akku machen diese Räder rund 5 bis 10 kg schwerer als herkömmliche Räder. Wichtig sind starke hydraulische Bremsen. Der Antrieb kann im Vorderrad, der Mitte oder im Hinterrad sitzen, das unterschiedliche Fahrgefühl sollte bei einer Probefahrt getestet werden.

Bei den PEDELECS bis 25 km/h gibt es auch ein GS Zeichen für die Sicherheit und ein CE Zeichen für eine störungsfreie Elektronik.

Beim Kauf beachten (3)

Allerdings gibt dieses Zeichen keine Auskunft über die Gebrauchstauglichkeit. Angaben wie Reichweite, Kosten zur Anschaffung, Wartung und für einen Ersatz-Akku werden nicht berücksichtigt.

Auf dem Markt sind sämtliche Radgattungen, seien es Lasten-, Trekking-, BMX- oder Liegeräder. Deshalb ist die Frage nach dem Einsatzzweck die wichtigste.

Beim Kauf bedenken (1)

In der Stadt sollte das Rad wendig sein, es muss keine 28-Zoll-Laufräder haben. Um Unfälle durch das höhere Gewicht und die schnellere Fahrweise im Groß-stadtdschungel zu vermeiden sind gute Bremsen wichtig. Das (Not-)bremsen sollte aber auch geübt werden!

Bei einer Tour auf dem Land sind große Laufräder sinnvoll. Gepäckträger und zwei Seitentaschen sollten stabil und sicher befestigt sein.

Beim Kauf bedenken (2)

Quer-Feld-ein erfordert ein Rad mit gutem Gewichtsverhältnis für das Gleichgewicht und pannensicheren Reifen mit gutem Halt/Grip auf dem Untergrund. Hier ist ein Mittelmotor sinnvoll.

Für die Mitnahme im Auto empfiehlt sich ein Faltrad. Wer am Ziel längere Touren plant, sollte auch eine Anhängerkupplung mit Heckträger speziell für

E-Räder anschaffen.

Unterbringung und Ladung der Batterie

Abnehmbare Akkus verringern auch das Gewicht beim Transport auf dem Heckträger (niemals auf dem Dach) und beim Treppensteigen: Rad runter, Akku rauf an die Steckdose.

Batterien lassen sich nur laden, wenn das Ladegerät als das korrekte erkannt wird. Dafür gibt es Elektronik in der Batterie, die eine Mindestspannung benötigt. Nach langer Entladungszeit wird der Akku evtl. nicht mehr erkannt!

Unterbringung und Ladung (2)

Batterien sind Verschleißteile und haben eine gesetzliche Gewährleistung von 6 Monaten nach dem Kauf.

Bei Problemen ist danach der Käufer in der Beweispflicht und sollte nachweisen können, dass er die Batterie sorgfältig gelagert (15-20 Grad) und mindestens einmal im Monat an das Ladegerät angeschlossen hat.

Schwachstelle AKKU

Der Akku ist die Schwachstelle der Elektrofahrräder. Bei sparsamen Umgang kommt man bis zu 100 km weit. Wer wenig tritt schafft meist nicht mehr als 30 bis 50 km. Danach funktioniert das Rad nur mit Muskelkraft. Ein elektrisches Fahrrad kann 25 bis 30 Kilo wiegen.

Nach bis zu 1000 Aufladungen ist ein neuer Akku nötig. Das kann mehr als 500 Euro kosten. Außerdem sollte man einen Akku mit einem Akkuschloss sichern.

Gefahrenpotential Elektrofahrräder

Im Mai 2013 testete "Stiftung Warentest" 16 Elektrofahrräder. Das Urteil ist vernichtend: Neun Modelle wurden mit "mangelhaft" bewertet. Mal brach der Rahmen, mal der Lenker, bei drei Modellen machten die Bremsen schlapp. Vier Fahrräder beeinträchtigten zudem den Funkverkehr.

Den Test kann man auf der Homepage von Stiftung Warentest gegen eine Gebühr von 2,50 Euro freischalten lassen.

Pedelecs und E-Bikes als JobRad (1)

Durch das Gehaltsumwandlungsmodell ist es möglich, ein E-Bike oder Pedelec als Dienstrad zu erwerben.

Es handelt sich bei dem Dienst-Rad-Konzept um die Möglichkeit, dass Mitarbeiter durch Gehaltsumwandlung und die so genannte 1-Prozent-Regel je nach Gehalt und Steuerklasse bis zu 40 Prozent günstiger ein individuelles Wunschrad erhalten.

Pedelecs und E-Bikes als JobRad (2)

Unternehmen haben nun die Möglichkeit, ihren Mitarbeitern statt eines Dienstwagens ein Dienstfahrrad zur Verfügung zu stellen. Das macht Fahrräder, Pedelecs und E-Bikes für Pendler und Freizeitradler zu einer kostengünstigen Alternative im Vergleich zum eigenen PKW.

Zur Berechnung der Steuerersparnis von der Anbieterfirma Eco-Mobility in Köln:

http://eco-mobility.de/?page_id=278

LITERATUR (1)

Stiftung Warentest: Das Fahrradbuch Kauf, Technik, Wartung, Reparaturen, mit Kapitel E-Bikes, 256 Seiten, 19,90 Euro, ISBN: 978-3-86851-043-0

www.adfc.de/files/2/135/Pedelec-Verbraucherinformation_2014.pdf

www.adfc.de/files/2/135/Einblick_

Pedelec-Akkus_Radwelt_3.14.pdf

www.adfc.de/files/2/135/Pflege_und_

Nutzung_von_Pedelec-Akkus_2012-10- 12.pdf

LITERATUR (2)

http://e-radkaufen.vcd.org/akku.html

http://e-radkaufen.vcd.org/recht.html

www.e-bikeinfo.de/e-bike-news/elektroraeder-nicht-gefaehrlicher120

www.br.de/themen/ratgeber/inhalt/

freizeit/e-bike-pedelec-fahrrad100.html

www.test.de/Elektrofahrraeder-Die-Qualitaet-ist-messbar-gestiegen-4733454-0/

www.eco-mobility.de (Job-Bikes in Köln)