Mi 17.12.14

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
Völlegefühl

Gans, Knödel, Rotkohl, zum Nachtisch Eis und nach dem Essen,dann der krönende Abschluss: einen Espresso oder ein Schnaps. Das schmeckt nicht nur, das hat sogar seinen Sinn. Denn Espresso als auch Schnaps fördern die Verdauung. Zumindest denken das die meisten.

Aber stimmt das auch? Koffein bewirkt eine Steigerung der Aktivität der Magenbewegung. Dadurch wird der Speisebrei schneller zerkleinernt und Richtung Zwölffingerdarm transportiert. Damit verschwindet der Druck oder dieses Völlegefühl, das man nach einem reichhaltigen Essen hat, schneller.

Alkohol stimuliert die Säureproduktion und beginnt damit die Fettverdauung im Magen. Aber nach dem Magen kommt der Zwölffingerdarm, dort werden die Verdauungssäfte der Bauchspeicheldrüse zugemischt. Nan weiß, zumindest beim chronischen Alkoholgenuss, dass die Produktion der Säfte in der Bauchspeicheldrüse reduziert wird.

Aber Alkohol stört die eigentliche Fettverdauung in der Leber. Denn er ist ein Giftstoff für den Körper, den er schnell wieder loswerden will. Dadurch werden alle anderen Aufgaben zurückgestellt, auch die Fettverarbeitung. Die Frage: Fördert Schnaps die Verdauung

kann also nur mit einem "Jein" beantwortet werden.

Als Alternative bietet sich bei Magendrücken ein Spaziergang an,denn Bewegung hilft wirklich gegen Völlegefühl.

Tipps gegen Stress

In Bananen steckt viel Magnesium, das entspannt. Zudem enthalten sie das Glückshormon Serotonin und führen es dem Körper zu. Walnüssen haben einen noch höheren Serotoningehalt.

Anisplätzchen beruhigen auch wie Kräutertee z.B. mit Melisse,Minze, Pfefferminze, Hibiskus oder Weihnachtstee die Nerven. Ein Spaziergang an der frischen Luft von min. 30 Minuten, muntert auf, und regt die Serotoninbildung an.

Tipps gegen Sodbrennen (1)

Ursache für Sodbrennen ist übermäßig viel Alkohol, Stress oder zu fettes Essen. Abhilfe schafft ein Kräutertee mit Kamille, Fenchel und Kümmel - zu gleichen Teilen.

Tipp: In der Apotheke mischen lassen für ca. 5 Euro pro 100 g beträgt. Wichtig: Der Tee sollte keine Pfefferminze enthalten. Denn diese enthält ätherische Öle, die den Magen noch mehr reizen.

Tipps gegen Sodbrennen (2)

Hilfreich gegen Sodbrennen sind auch

5-6 EL Magerquark oder 2 EL Haferflocken oder 200 g fettarmer Joghurt. Das Eiweiß puffert nämlich die überschüssige Säure ab.

Darüber hinaus reichlich kohlensäurefreies Mineralwasser trinken.

Tipps gegen Völlegefühl

Achten Sie darauf, dass Sie während der Festtage genügend trinken. Ideal sind 1-2 Liter Mineralwasser oder ungesüßter Kräutertee.

Hilfreich sind auch ein paar Stückchen frische Papaya, Ananas, Kiwi und Feigen. Diese Früchte enthalten verdauungs fördernde Enzyme. Scharfe Gewürze wie z.B. Pfeffer und Chili kurbeln ebenfalls die Verdauung an.

Tipps gegen Übelkeit (1)

Nach fettem und süßem Essen kann der Magen so verrückt spielen, dass es zu starker Übelkeit kommen kann. Dagegen hilft z.B. Rettich- oder Radieschensaft (erhältlich in Reformhäusern), 6 EL zum Essen.

Die scharfen Senföle saugen einen Teil des Fettes aus dem Essen auf und transportieren es über den Darm ab, ehe es im Körper Schaden anrichten kann.

Tipps gegen Übelkeit (2)

Vorbeugend hilft eine Tasse Wermutkrauttee (erhältlich in der Apotheke). Einfach 1-2 TL davon mit 1/4 Liter heißem Wasser übergießen und 5-10 Minuten zugedeckt ziehen lassen.

Vor einer anstehenden üppigen Mahlzeit langsam und schluckweise trinken. Das regt die Verdauungssäfte an und beugt Übelkeit vor.

Tipps gegen hohen Cholesterinspiegel

Am besten mit einem Salat mit vielen Bitterstoffen wie Radicchio, Endivien oder Chicorée beginnen. Die Bitterstoffe regen die Gallentätigkeit an.

So wird das fette Essen besser verdaut und der Cholesterinspiegel nicht so stark erhöht. Fettarmer Joghurt mit 2-3 EL indischem Flohsamen (Reformhaus) verrühren und zum Frühstück essen. Das bindet überschüssige Gallensäure und kann den Cholesterinspiegel senken.

Tipps gegen Gewichtszunahme

1-2 Kilo mehr nach den Feiertagen sind im Rahmen. Lassen Sie sich davon nicht das Fest verderben! Verzichten Sie zwischen den Jahren auf zu fetthaltige Speisen. Dazu täglich zwei Liter Mineralwasser und maximal ein Glas Wein.

Frische Luft und Bewegung kurbeln den Stoffwechsel und die Fettverbrennung wieder an. An Silvester werden Sie dann so wieder Ihr normales Gewicht haben.

Tipps gegen Kopfschmerzen (1)

Magnesium hilft gegen einen Brummschädel von zu viel Alkohol. Vorbeugend kann man 2-3 L magnesiumhaltiges Mineralwasser (z.B.: Heilwasser) trinken.

Oder vor dem Schlafen 600 mg Magnesium

(Citrat oder Carbonat) einnehmen.

Bei heftigen Beschwerden helfen zusätzlich 300 mg Kalium und 1-3 g Vitamin C (Depotkapseln). Zudem etwa die Hälfte an Mineralwasser trinken, wie man alkoholischen Getränken zu sich nehmen.

Tipps gegen Kopfschmerzen (2)

Alternativ hilft eine elektrolythaltige Flüssigkeitszufuhr, am besten vor dem Schlafengehen. Sie fügen dem Körper Blutsalze zu und verhindern das Austrocknen des Körpers. Alkohol hemmt die Ausschüttung eines Hormons, das normalerweise das Austrocknen verhindert.

Der relative Flüssigkeitsmangel ist

ein Hauptgrund für den entstehenden Kopfschmerz und den Nachdurst.

Allgemein Tipps bei Blähungen

Grund für Blähungen kann eine falsche Ernährung, zu üppiges, fettiges, süßes, hastiges Essen, Stress und Angst, aber auch eine Reihe von Darmerkrankungen sein. Hierzu zählen Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten.

Ein weiterer Grund kann das Umstellen der Ernährung auf Vollkornprodukte sein. Bei der Zersetzung durch Bakterien entstehen Abfallprodukte, die zu verstärkter Gasbildung führen.

Verdauungsprobleme

Blähungen, Durchfall und Verstopfung können sehr qualvoll sein, sind aber in den meisten Fällen harmlos und lassen sich mit einer Umstellung der Ernährung in den Griff bekommen.

In seltenen Fällen steckt eine ernsthafte Erkrankung dahinter. Kommen weitere Symptome wie Blut im Stuhl, Fieber, starke Schmerzen, Krämpfe oder Gewichtsverlust hinzu, sollten Sie sich von einem Arzt untersuchen lassen.

Reizmagen und Reizdarm (1)

Auslöser für Reizmagen und -darm können Infektionen, Medikamente, Nahrungsmittel und Dauerstress ebenso Übergewicht, Bewegungsarmut und Alkoholkonsum sein.

Eine der Hauptursachen für den Reizmagen ist eine Überempfindlichkeit des Nervensystems im oberen Magen-Darm-Trakt, die wiederum psychische Gründe haben kann. Auch beim Reizdarm können psychische Probleme die Funktion des

sogenannten Bauchhirns stören.

Reizmagen und Reizdarm (2)

Andere Ursachen sind auch möglich wie:

Allergien, Entzündungen in Speiseröhre, Dünndarm oder Blinddarm, Untersäuerung (Mangel an Magensäure), Nahrungsmittel- oder Glutenintoleranz, Irritationen im Dickdarm oder Nahrungsmittelvergiftung.

Weitere Ursachen: Malabsorption (der Körper kann einen oder mehrere Stoffe nicht mehr aus der Nahrung aufnehmen), Magenkatarrh (Gastritis), Magengeschwür, Dickdarmkatarrh (Kolitis).

Tipps gegen Verdauungsstörungen

Eine Änderung des Ernährungsverhaltens kann nicht krankheitsbedingte Verdauungsbeschwerden mindern:

- Verzicht: auf schwer verdauliche Speisen und blähendr Nahrungsmittel wie Zwiebeln, Kohl, Lauch, Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen), unreifes Obst, Nüsse, Rosinen, sehr frisches Brot, grobes Vollkornbrot, Kaffee, Schokolade, Eiskaltes oder Fettgebackenes

Tipps gegen Verdauungsstörungen

- fettarme Nahrungsmittel wie Obst,

Gemüse, Getreideprodukte bevorzugen

- fettarme Fleisch-, Wurst- und Käsesorten bevorzugen

- kohlensäurehaltige und zu süße

Getränke meiden

- im fettarmen Verfahren garen: Düns-

ten mit Wasser, im Schnellkochtopf

oder im Bratschlauch

- lieber mehrere kleine, über den Tag

verteilte Mahlzeiten als drei große

Tipps gegen Verdauungsstörungen

- Zeit beim Essen lassen und alles

gründlich durchkauen

- täglich 1,5-2 Liter Wasser oder

ungesüßten Tee trinken

- sich viel bewegen und öfter Sport

treiben

- Verdauungsspaziergang ist hilfreich

- bei akuten Beschwerden: Wärmflasche,

kreisförmige Bauchmassagen sowie

Heilpflanzen wie Kümmel oder Kamille

- auf Alkohol und Zigaretten verzichten