Das Erste: Mi 17.05.17

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Hoher Blutdruck

In Deutschland leiden rund 20-30 Millionen an Bluthochdruck. Inzwischen ist der Anteil an Hypertonie-Patienten, die blutdrucksenkend behandelt werden, auf zwei Drittel angestiegen, mit Tabletten therapiert werden immerhin 50 Prozent.

Höhe des Blutdrucks (1)

Die Höhe des Blutdrucks wird im Wesentlichen von zwei Faktoren bestimmt: von der Schlagkraft des Herzens und vom Durchmesser der Arterien (Blutdruck = Herzzeitvolumen x Gefäßwiderstand).

Höhe des Blutdrucks (2)

Der Blutdruck wird in zwei Werten gemessen: Der systolische Wert zeigt den höchsten Blutdruck in der Arterie an, der dann erreicht wird, wenn sich das Herz zusammenzieht und damit den Gefäßwiderstand überwindet.

Der diastolische Wert gibt den niedrigsten Druck in der Arterie an, der dann erreicht wird, wenn sich das Herz entspannt und wieder mit Blut füllt.

Gesunde Blutdruckwerte (1)

Ein optimaler Blutdruck sollte kleiner als 120 zu 80 sein. Normal ist der Blutdruck noch mit 129 zu 84. An der Grenze ist ein Blutdruck von 130 bis 139 zu 85 bis 89 (hochnormal).

Man spricht von Bluthochdruck 1.Grades bei 140 bis 159 zu 90 bis 99. Diese angegebenen Werte stellen flexible Richtwerte dar, die vom Arzt nach dem Risikoprofil des Patienten individuell bewertet werden müssen.

Hoher Blutdruck (1)

Bluthochdruck ist in Deutschland wie in den meisten industrialisierten Ländern eine der Hauptursachen dafür, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Todesursache Nummer 1 sind.

In Deutschland leben etwa 10 Millionen Menschen, die einen zu hohen Blutdruck haben. Es wird vermutet, dass weitere 10 Millionen an Bluthochdruck leiden, ohne es zu wissen.

Hoher Blutdruck (2)

Hypertonie, so der medizinische Fachausdruck, schadet dem Herz und den Gefäßen. Ein zu hoher Blutdruck tut nicht weh, deshalb nennt man Bluthochdruck auch die "schleichende Gefahr". Ab dem 60.Lebensjahr hat ungefähr jeder Zweite zu hohe Blutdruckwerte und viele wissen es gar nicht.

Um sich vor den Folgen von Bluthochdruck zu schützen, ist die regelmäßige Blutdruckselbstmessung unerlässlich.

Hoher Blutdruck (3)

Aber auch Menschen, die wegen ihres Bluthochdrucks behandelt werden, bringt die Selbstmessung Vorteile: Sie brauchen weniger Medikamente.

Allerdings kann eine Selbstmessung den Patienten unter Druck setzen, sodass der Vorgang der Messung die Messergebnisse verfälscht bzw. den Blutdruck erhöht. Stress kann den Blutdruck ebenfalls in die Höhe treiben.

Hoher Blutdruck (4)

Bei körperlicher Anstrengung steigt der

Blutdruck ebenso an - allerdings nur kurzfristig: Langfristig wirken körperliche Aktivitäten blutdrucksenkend.

Bei vielen Menschen erhöhen starker Salz- oder Lakritzkonsum und Alkohol den Blutdruck. Neben verschiedenen Medikamenten wie Schmerzmitteln und der Antibabypille kann auch der Missbrauch von Kokain den Blutdruck erhöhen.

Hoher Blutdruck (5)

Folgende Krankheiten können auch Ursache für Bluthochdruck sein:

Schlafapnoe, Störungen des Hormonhaushalts, verschiedene Erkrankungen der Nieren und Nebennieren sowie eine Engstelle der Nierengefäße, die sogenannte Nierenarterienstenose.

Bluthochdruck, der nicht auf Medikamente anspricht (1)

In dem Fall, dass es trotz ausreichend dosierter Behandlung (Drei- oder Vierer-Kombination an Medikamenten), nicht gelingt, den Blutdruck befriedigend zu senken, spricht man von einem therapieresistenten Hochdruck.

Dies ist selten der Fall. Oft werden die Medikamente nicht zuverlässig eingenommen, es werden parallel blutdrucksteigernde Schmerzmittel eingesetzt.

Bluthochdruck, der nicht auf Medikamente anspricht (2)

Oder es bestehen weiterhin ungünstige Lebensstilveränderungen mit starkem Übergewicht sowie zu hoher Salz- und Alkoholkonsum.

Wenn sich dennoch ein therapieresistenter Bluthochdruck herausstellt, müssen ergänzende blutdrucksenkende Verfahren in Betracht gezogen werden.

Blutdruckmessung (1)

Für die erste Untersuchung auf Bluthochdruck ist der Hausarzt der richtige Ansprechpartner. In den meisten Fällen kann dieser dann die Therapie einleiten. Gegebenenfalls wird er an einen Facharzt (Herz-, Gefäß- oder Nierenspezialisten) überweisen - z.B. wenn weitere Untersuchungen notwendig sind.

Der Blutdruck kann entweder am Handgelenk oder am Oberarm gemessen werden.

Blutdruckmessung (2)

Natürlich hängt die Messgenauigkeit auch von dem Messgerät selbst ab. Auf welche Blutdruck-Messgeräte Sie sich verlassen können, erfahren Sie in Ihrer Apotheke.

Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass das Blutdruck-Messgerät TÜV-geprüft ist und bei der Untersuchung der Stiftung Warentest gut abgeschnitten hat. Jeder Apotheker erklärt gerne die Bedienung des Geräts.

Blutdruckmessung (3)

Für die richtige Messung ist auch die Manschettengröße entscheidend, die sich an dem Oberarmumfang orientiert. Die richtige Blutdruckmessung erfolgt nach einer fünfminütigen Ruhepause im Sitzen an dem Arm,an dem bei einer Vergleichsmessung der Blutdruck gemessen wurde.

Um einen Überblick über die Blutdruckwerte im Verlauf des Tages zu erhalten, sollten Sie mehrfach pro Tag messen und die Werte in einen Pass eintragen.

Blutdruckmessung (4)

Patienten, die sich bereits in Behandlung befinden, sollten die Blutdruckmessung vor der Einnahme von verschriebenen Präparaten durchführen.

Vorbeugung (1)

Es gibt verschiedene Maßnahmen, mit denen man den Blutdruck positiv beeinflussen kann:

- Gewichtsreduktion steht ganz weit oben auf der Liste der Maßnahmen

Vorbeugung (2)

- Eine salzarme Ernährung ist ebenfalls wichtig. Der empfohlene Wert für die Kochsalzaufnahme ist 6 g pro Tag, in Deutschland liegt der durchschnittliche Tagesverbrauch bei 10 bis 12 g.

- Eine fettreduzierte Ernährung verbessert nicht nur den Stoffwechsel des Körpers, sie führt auch zu einem Gewichtsverlust und senkt somit direkt und indirekt den zu hohen Blutdruck.

Vorbeugung (3)

- Sie sollten außerdem möglichst wenig Alkohol trinken, da Alkohol eine blutdrucksteigernde Wirkung hat.

- Nikotin schädigt die Gefäße und fördert die Entstehung von Arteriosklerose. Wenn Sie Bluthochdruck haben und rauchen, ist Ihr persönliches Risiko, z.B. einen Schlaganfall zu erleiden, um ein Vielfaches erhöht.

Vorbeugung (4)

- Bewegung ist ein wirksames Mittel, um den Kreislauf und den Stoffwechsel in Schwung zu bringen, Körperfett und Stress abzubauen, und Balsam für die Seele.

Besonders geeignet sind Ausdauersportarten wie Gymnastik, Schwimmen, Radfahren oder Wandern. Intensives Krafttraining mit hohen Gewichten ist für den Blutdruck weniger geeignet.

Vorbeugung (5)

Wer bereits Bluthochdruck hat, sollte unbedingt das beabsichtigte Training mit seinem Arzt besprechen. Aber: Schon ein flotter Spaziergang tut dem Blutdruck gut. Man sollte für den Blutdruck jeden Tag 10.000 Schritte machen, die über einen einfachen Schrittzähler ermittelt werden können.

Wer ständig unter Stress steht, dem helfen Entspannungsmethoden wie Autogenes Training, Yoga oder Meditation.

Vorbeugung (6)

Entsprechende Kurse bieten die Volkshochschulen, Fitness-Studios, Sportvereine und Selbsthilfegruppen an.

Immens wichtig ist ebenfalls auch ausreichender Schlaf. Man sollte mindestens sieben Stunden in der Nacht durchgängig schlafen.

Literatur

- Faulhaber, H.-D.: Bluthochdruck-was man wissen muss, Südwest-Verlag, München

- Gotzen, R./Lohmann; F.: Hoher Blutdruck, Steinkopff-Springer Verlag; ISBN:37985-1216-7

- Middeke, M.: Bluthochdruck: Endlich gute Werte; Trias-Verlag, Stuttgart

- Radaj, M./Müller U.: Bleiben Sie herzgesund, Herzlichst Dr.Mo, 2015; 160 S., 45 Abb., broschiert

ISBN: 9783830482390

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