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Mi 30.07.14

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
Herzschwäche

In Deutschland sind rund 1,8 Millionen Menschen von einer Herzinsuffizienz betroffen. Aufgrund demographischen Wandels und besserer Überlebenschancen bei den verursachenden Erkrankungen (z.B. nach einem Herzinfarkt) wird diese Zahl weiter steigen. Eine Behandlung dauert lebenslang.

Ursachen (1)

Die häufigsten Ursachen für eine Herzschwäche sind Krankheiten, die den Herzmuskel auf Dauer schädigen.

Ursachen (2)

Dies können z.B. eine Herzkranzgefäß- oder eine Herzklappenerkrankung sein, Herzmuskelentzündungen, angeborene Herzfehler, Herzrhythmusstörungen oder Alkoholmissbrauch.

Wird der Herzmuskel dauerhaft durch eine Krankheit überlastet, können sich Muskelmasse und Größe der Herzhöhlen verändern. Beim Bluthochdruck z.B. muss das Herz ständig gegen einen erhöhten Widerstand im Körperkreislauf anpumpen.

Ursachen (3)

Dem Herzen gelingt es zwar, für einen bestimmten Zeitraum mit den erhöhten Anforderungen fertig zu werden und den Körper weiterhin ausreichend mit Blut zu versorgen. Allerdings führt diese ständige Überforderung zu einer krankhaft vermehrten Muskelmasse. Der Herzmuskel ist groß, aber schwach.

Schlagkraft und Schlaggeschwindigkeit des gesunden Herzens sind immer optimal an die Körper-Anforderungen angepasst.

Ursachen (4)

Bei Menschen mit Herzrhythmusstörungen ist die Schlaggeschwindigkeit des Herzens krankhaft verändert. Das Herz schlägt entweder dauerhaft zu langsam, zu schnell und meistens unregelmäßig.

Diese Rhythmusstörungen können allein oder in Kombination auftreten und zu einer Herzinsuffizienz führen. Herzrhythmusstörungen können also sowohl Ursache als auch Komplikation einer Herzinsuffizienz sein.

Symptome (1)

Ist der geschwächte Herzmuskel nicht mehr in der Lage, das Blut im Gefäßsystem kreisen zu lassen, führt dies zu einer allgemeinen Leistungsminderung, Atemnot bei Belastungen wie z. B. beim Treppensteigen, so dass öfter Pausen eingelegt werden müssen, tritt auf.

Da das geschwächte Herz unfähig ist, das von den Organen zurückkommende Blut schnell genug weiterzupumpen, kommt es zunächst in der Lunge zum Rückstau.

Symptome (2)

Auch dies verstärkt die Luftnot. Der Blutstau setzt sich aber auch in den übrigen Körperkreislauf fort. Die Folge sind Wassereinlagerungen und dadurch bedingte Gewichtszunahme.

Sichtbar werden diese Wassereinlagerungen (Ödeme) zuerst an Knöcheln und Fußrücken, später am gesamten Unterschenkel und eventuell auch an den Händen oder sogar im Bauchraum.

Symptome (3)

Auch häufiges nächtliches Wasserlassen kann auf eine Herzschwäche hinweisen.

Liegt der Körper in der Waagerechten, können Wassereinlagerungen im Körper wegen der veränderten Schwerkraft in dieser Position wieder leichter aus dem Gewebe in die Blutgefäße zurückfließen und schließlich über die Nieren und die Blase als Harn ausgeschieden werden.

Symptome (4)

Je nach Schweregrad weisen folgende Symptome also auf eine Herzschwäche hin:

Atemnot beim Treppensteigen, Ödeme (Wassereinlagerungen) in den Beinen oder sogar in der Lunge, vermehrtes nächtliches Wasserlassen, Oberkörper-Hochlagerung beim Schlafen zum besseren Atmen, reduzierte Leistungsfähigkeit, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Herzrhythmusstörungen.

Schweregrade der Herzinsuffizienz (1)

Die "New York Heart Association" (NYHA) ist eine Gesellschaft, die sich mit Herzkrankheiten befasst. Von ihr wurde eine üblicherweise verwendete Stadieneinteilung entwickelt:

Stadium I: Herzschwäche, bei der körperliche Belastungen des Alltags keine unangemessene Erschöpfung, Atemnot oder Rhythmusstörungen verursachen.

Schweregrade der Herzinsuffizienz (2)

Stadium II: Alltägliche körperliche Belastungen wie z.B. Treppensteigen führen über das normale Maß hinaus zu Erschöpfung, Atemnot oder Herzrhythmusstörungen.

Stadium III: Bereits geringe körperliche Belastungen verursachen Atemnot, Erschöpfung oder Rhythmusstörungen, aber noch keine Beschwerden in Ruhestellung.

Schweregrade der Herzinsuffizienz (3)

Stadium IV: Herzschwäche mit Beschwerden bei allen körperlichen Aktivitäten und auch in Ruhe, Bettlägerigkeit.

Diagnose (1)

Wenn Sie bei sich die erwähnten Symptome feststellen, sollten Sie zum Arzt gehen. Sind Sie schon wegen einer der Erkrankungen, die zur Insuffizienz führen können, in Behandlung,kann er durch ausführliche Befragung herausfinden, ob Verdacht auf Herzinsuffizienz besteht.

Diagnose (2)

Dieser Verdacht wird durch weitere Untersuchungen bestätigt oder widerlegt.

Nach einer körperlichen Untersuchung folgen eine Blutuntersuchung, eine Blutdruckmessung, ein EKG und eine Ultraschalluntersuchung des Herzens beim Kardiologen. Gegebenenfalls wird eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbes mit Herz und Lungendarstellung ergänzt.Die Ergebnisse der Untersuchungen vervollständigen das Bild der Erkrankung.

Diagnose (3)

Bestätigt sich der Verdacht, dass Sie an einer Herzinsuffizienz leiden, wird Ihr Arzt als nächstes herausfinden, welche Vorerkrankungen dazu geführt haben und ob noch weitere Untersuchungen empfehlenswert sind. Parallel wird eine Therapie eingeleitet.

Behandlung (1)

Für Patienten mit einer Herzinsuffizienz (Stadien I bis III) ist eine Bewegungstherapie möglich und anzuraten.

Behandlung (2)

In der Vergangenheit waren die Ärzte sehr zurückhaltend mit Sport-Empfehlungen.

Jedoch gilt nach neuesten Erkenntnissen diese Empfehlung auch für Betroffene, deren körperliche Belastbarkeit so weit eingeschränkt ist, dass bereits geringe Anstrengungen zu Atemnot oder Schwächegefühl führen (z.B. bei normaler Hausarbeit, beim Anziehen oder beim Treppensteigen).

Behandlung (3)

Studien zeigen, dass mit Sport bzw. mit speziellem Ausdauertraining seltener Akuteinweisungen ins Krankenhaus wegen dekompensierter Herzinsuffizienz erforderlich sind. Sport kann bei Herzschwäche die Leistungsfähigkeit je nach Trainingsumfang um 10-25 % optimieren.

Anders sieht es dagegen bei einer Herzschwäche im Stadium IV aus, wenn als führendes Symptom Atemnot bereits in Ruhe auftritt.

Behandlung (4)

In diesen Fällen ist zunächst eine Stabilisierung mit Medikamenten erforderlich. Im Rahmen der medikamentösen Therapie werden ACE-Hemmer oder Sartane eingesetzt.

Sie verhindern schädliche Umbauprozesse am Herzmuskelgewebe, und sie können die Leistungsfähigkeit des Herzens steigern.

Behandlung (5)

Beta-Blocker schützen das Herz vor den ungünstigen Wirkungen unserer körpereigenen Stresshormone (Noradrenalin und Adrenalin).

Diuretika fördern die Entwässerung des Körpers und können somit das Herz deutlich entlasten.In Einzelfällen kann der Einsatz spezieller Herzschrittmacher bei Vorliegen bestimmter Störungen im EKG dazu beitragen, dass die Herzkammern wieder synchron schlagen.

Behandlung (6)

So kann die Herzinsuffizienz gebessert werden. Parallel wird versucht, die Ursache, wie z.B. Durchblutungsstörungen am Herzen, durch einen Herzkatheter bzw. mittels Bypässen zu behandeln.

Ein vorhandener Bluthochdruck sollte gut eingestellt sein, damit sich bestenfalls erst gar keine Herzschwäche entwickelt. Wenn all diese Methoden versagen, bleibt letztlich nur die Möglichkeit einer Herztransplantation.

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