Das Erste: Mi 24.08.16

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Tinnitus und Hörsturz

Tinnitus und Hörsturz sind nicht dasselbe. Ohrgeräusche wie Klingeln, Pfeifen, Rauschen oder Summen können einen Hörsturz aber ankündigen oder als Begleiterscheinung auftreten. Wie es zu einem Tinnitus oder einem plötzlichen Hörverlust kommt, ist wissenschaftlich noch nicht genau geklärt.

Tinnitus (1)

Etwa 18 Millionen Menschen in Deutschland haben schon einmal einen Tinnitus erlebt.

Tinnitus (2)

Fast 10 Millionen hören Ohrgeräusche über einen längeren Zeitraum und bei etwa 3 Millionen Betroffenen wird der Tinnitus behandlungsbedürftig.

1,5 Millionen Menschen leiden schwer unter einem Ohrgeräusch und ein Prozent empfindet den Tinnitus als unerträglich. Tinnitus ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, das auf eine Ver-änderung unserer Hörverarbeitung im Gehirn zurückzuführen ist.

Tinnitus (3)

Halten die Ohrgeräusche länger als einen Tag an, sollte ein HNO-Arzt eine ausführliche Untersuchung durchführen, um eventuelle, gut behandelbare oder auch schwerwiegendere Ursachen abzuklären.

Manchmal wird ein Ohrgeräusch nur durch Ohrenschmalz, eine Belüftungsstörung oder ähnliches ausgelöst und lässt sich schnell und erfolgreich behandeln.

Tinnitus (4)

Ohrgeräusche können aber auch zusammen mit einem Hörsturz auftreten und in sehr seltenen Fällen sogar auf einen gutartigen Tumor am Hörnerv hinweisen.

Kann nach einer ausführlichen Untersuchung keine Ursache gefunden werden, erfolgt die gleiche Behandlung wie bei einem akuten Hörsturz. Halten die Ohrgeräusche länger als drei Monate an, gilt der Tinnitus als chronisch.

Hörsturz (1)

Jährlich erkranken etwa 200.000 Menschen in Deutschland an einem Hörsturz, vor allem Menschen in der vierten Lebensdekade. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen.

Die Ursache des Hörsturzes ist trotz umfangreicher Untersuchungen weitgehend unbekannt. Mediziner vermuten verschiedene mögliche Störungen, die zum plötzlichen Hörverlust führen können.

Hörsturz (2)

Die Haarzellen, so nennt man die Sinneszellen im Innenohr, funktionieren dann nicht mehr richtig, sodass die akustische Information nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr ins Gehirn weitergeleitet werden kann.

Die Folge: ein plötzlicher Hörverlust. Meist ist nur ein Ohr betroffen. In seltenen Fällen können die Symptome auf beiden Seiten gleichzeitig auftreten.

Hörsturz (3)

Die Einschränkung des Hörvermögens kann mit einer veränderten Hörwahrnehmung wie Verzerrungen oder Völle- und Wattegefühl im Ohr einhergehen.

Nicht selten wird der Hörsturz auch von Ohrgeräuschen und Schwindelgefühlen begleitet. Mediziner empfehlen bei einem Hörsturz, der mit Schwindel einhergeht, innerhalb von 48 Stunden einen Arzt aufzusuchen.

Hörsturz (4)

Erfreulicherweise gibt es beim Hörsturz aber auch eine hohe Spontanheilungsrate, sodass die Beschwerden ebenso schnell wieder verschwinden können.

Weitere Informationen (1)

Dr.Bernadette Talartschik

Leitung HNO-Bereich Schön Klinik Bad Arolsen

Hofgarten 10

34454 Bad Arolsen

Tel.: 05691 / 6238-0

Weitere Inforamtionen (2)

Gesundheitszentrum Vellmar

Rathausplatz 4

34246 Vellmar

Deutsche Tinnitus-Liga e.V.

Gemeinnützige Selbsthilfeorganisation gegen Tinnitus, Hörsturz und Morbus Menière: www.tinnitus-liga.de

Telefon (Zentrale): 0202 / 24652-0

Beratungstelefon (Betroffene für Betroffene), auch für Nicht-Mitglieder

Tel.: 0202 / 24652-74

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