Mi 27.05.15

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
Aufgepasst beim Buchen

Millionen Reisehungrige buchen in diesen Tagen ihren Sommerurlaub. Die schönen Hochglanzkataloge der Reiseveranstalter und die Reiseangebote im Internet versprechen viel - manchmal auch zu viel.

Damit der erhoffte Traumurlaub nicht zum Alptraum wird, sollte vor der Buchung einiges beachtet werden.

Reisebüro oder Internet (1)

Die Zufriedenheit der Kunden hat im Reisebüro einen hohen Stellenwert, darum wird in der Regel auf eine gute Beratung des Kunden sehr viel Wert gelegt.

Im Reisebüro können zum Zielgebiet und zum Hotel auch noch ergänzende Fragen gestellt und auf das Fachwissen der Beraterin/des Beraters gebaut werden.

Reisebüro oder Internet (2)

Wer sich hingegen etwas Zeit nimmt, für den sind im Internet umfangreiche Preisvergleiche aller Pauschalreiseanbieter möglich.

Richtig buchen (1)

Vor der Reiseanmeldung sollte man sich immer Zeit lassen und die Angebote der Reiseveranstalter genau studieren. Traumhafter Strand, Sonne pur, die Seele baumeln lassen und einfach entspannen. So sieht ein perfekter Urlaub aus.

Richtig buchen (2)

Und so wird er in Urlaubskatalogen auch gerne dargestellt. Doch was steckt wirklich hinter den schönen Worten der Kataloge?

Einige Beispiele zum besseren Verständnis der Katalogsprache (1):

- Direktflug: Zwischenlandung ist erlaubt.

- Hotel ist sauber und zweckmäßig:

Die Unterkunft ist einfach und mit

wenig Komfort.

Katalogsprache (2):

- Hotel in Strandnähe: Das Hotel

liegt nicht am Strand, sondern kann

durchaus 200 bis 500 m entfernt sein.

- Hotel mit Meerblick: Zwar ist das

Meer zu sehen, aber bis dorthin kann

es ein langer Weg sein.

- Hotel zur Meerseite: Meerblick wird

nicht versprochen.

- Hotel im Hafen: Strand wird nicht

versprochen.

Katalogsprache (3):

- Zimmer mit Meerblick: Das Meer ist

sichtbar, aber eventuell nicht uneingeschränkt.

- Hotel mit All-Inclusive-Verpflegung:

Hier kommt es auf die Detailbeschreibung des Veranstalters an. Essen rund

um die Uhr oder freie Verköstigung

aller alkoholischen Getränke wird

zumeist nicht zugesagt.

Katalogsprache (4):

- Nur wenige Minuten Transfer vom

Flughafen: Mit Fluglärm muss gerechnet werden.

- Strand: Ohne genaue Beschreibung

kann es sich um einen Kies- oder

Sandstrand handeln.

- Doppelzimmer: Diese Angabe ver-

spricht nicht zwangsläufig die Ausstattung mit einem Doppelbett, es

dürfen auch zwei Einzelbetten sein.

Katalogsprache (5):

- Hotelzimmer mit TV: Deutschsprachiges Fernsehprogramm wird nicht versprochen.

- Nachtleben rund ums das Hotel: Mit

nächtlichem Discolärm ist zu rechnen.

- Hotel in zentraler Lage: Mit Verkehrslärm, auch nachts, ist zu

rechnen.

- Unterhaltungsabende im Hotel: Musiklärm in der Hotelanlage bis spät in

die Nacht ist möglich.

Katalogsprache (6):

- Animation: Unklar ist, in welcher

Sprache die Animation erfolgt.

- Kinderclub: Ein Babysitter wird

nicht versprochen, zudem keine Betreuung von Kindern rund um die Uhr.

- Kinderfreundliches Hotel: Mit verstärktem Kinderlärm ist zu rechnen.

- Beheizbarer Pool: Der Pool kann

geheizt werden. Dass er auch wirklich

warm ist, wird jedoch nicht verspro-

chen.

Katalogsprache (7):

Ergeben sich aus dem Katalog Unklarheiten, sollte der Kunde beim Reiseveranstalter nachfragen und sich die konkrete Leistungsbeschreibung, z.B. die genaue Strandentfernung, bestätigen lassen.

Wer Sonderwünsche hat, muss diese ausdrücklich bei der Buchung darlegen und darauf bestehen, dass diese schriftlich bestätigt werden (z.B. behindertengerechtes Zimmer).

Katalogsprache (8):

Wird nur ein unverbindlicher Kundenwunsch vermerkt, ist nicht garantiert, dass der Wunsch auch erfüllt wird.

Reiserücktrittskostenversicherung (1)

Bei teuren Reisen ist eine Reiserücktrittskostenversicherung auf jeden Fall zu empfehlen. Die Urlauber, die aus persönlichen Gründen eine Reise stornieren müssen, können sich so vor ho-

hen Folgekosten schützen.

Reiserücktrittskostenversicherung (2)

Denn wer erst ein oder zwei Tage vor Reiseantritt zurücktritt, muss oft bis zu 90 Prozent des Reisepreises als Stornokosten zahlen. Auf Kulanz der Reiseveranstalter oder Airlines sollte nicht gehofft werden.

Rücktrittsgründe, die die Versicherung abdeckt, sind schwere Unfallverletzungen, eine schwere unerwartete Erkrankung sowie der Tod des Versicherten oder eines seiner nahen Angehörigen.

Reiserücktrittskostenversicherung (3)

Für Erkrankungen gilt aber, dass diese bei Vertragsabschluss der Versicherung weder vorhersehbar noch bereits bekannt waren.

Weitere versicherte Rücktrittsgründe sind zum Beispiel unerwarteter Verlust des Arbeitsplatzes, unerwarteter neuer Arbeitsplatz nach Arbeitslosigkeit, Schwangerschaft, Feuerschaden in der Wohnung/im Haus, Opfer einer Straftat und andere.

Gefahr am Urlaubsort (1)

Tritt nach der Buchung der Pauschalreise ein unvorhersehbares Ereignis ein, das die Reise gefährlich macht oder erheblich beeinträchtigt, kann der Urlauber den Reisevertrag wegen "höherer Gewalt" kündigen.

Der Reisekunde bekommt dann seinen Reisepreis erstattet und muss keine Stornokosten zahlen.

Gefahr am Urlaubsort (2)

Fälle der höheren Gewalt sind zum Beispiel Naturkatastrophen, Epidemien, Reaktorunfälle, kriegsähnliche Zustände und politische Unruhen. Einzelne Terroranschläge oder die persönliche Angst vor Unruhen in einem Land reichen für eine Kündigung nicht aus.

Ein Indiz für einen Fall der höheren Gewalt ist eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

Gefahr am Urlaubsort (3)

Wer sich vorab über die Situation im Reiseland informieren will, kann das über die Internetseite des Auswärtigen Amtes (www.auswaertiges-amt.de) tun.

Vertragsübertragung (1)

Kann oder möchte der Urlauber - aus welchen Gründen auch immer - die Reise nicht antreten, so gibt es bei Pauschalreisen eine kostengünstige Lösung, sich vom Vertrag zu lösen, ohne dass Stornokosten anfallen.

Vertragsübertragung (2)

Der Reisekunde kann nach § 651 BGB seinen Reisevertrag vor Antritt der Reise auf eine dritte Person übertragen. Der Urlauber kann die gebuchte Reise also verschenken, verkaufen oder auch über ein Internetportal versteigern.

Der Reiseveranstalter darf nur in Ausnahmefällen einer solchen Übertragung widersprechen.

Vertragsübertragung (3)

Ein solcher Widerspruch ist denkbar, wenn die Ersatzperson beispielsweise für eine Trekkingreise wegen mangelnder Erfahrung ungeeignet oder für eine Jugendreise zu alt ist oder ein Gruppenvisum nicht mehr rechtzeitig geändert werden kann.