Das Erste: Mi 20.04.16

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Lebensmittellügen

Rindfleischsuppe ohne Rindfleisch, Erdbeerjoghurt mit einem Label "ohne Farbstoffe", aber dennoch rot eingefärbt, der Erdbeeren vorgaukelt, Alpenmilch aus Schleswig-Holstein, Hofhühner aus der Geflügelfabrik oder Mango-Smoothies aus Apfelsaft - die Lebensmittelindustrie täuscht und trickst mit irreführenden Produktangaben und Mogelpackungen.

Nora Dittrich von der Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps zu Lebensmitteln.

Inhaltsstoffe (1)

Mit Erdbeermarmelade assoziiert man beispielsweise frische Brötchen, aber wohl kaum Alkohol. Gleiches gilt für Salatdressing, Lachsfilet in Soße oder Schokodesserts.

Alkohol als Inhaltsstoff in Lebensmitteln kann nicht nur für Kinder, sondern auch für ehemalige Alkoholabhängige gefährlich werden, da bei Ihnen der Verzehr auch geringster Mengen Alkohol zu einem Rückfall führen kann.

Inhaltsstoffe (2)

Auf der Zutatenliste müssen alkoholhaltige Zutaten aufgelistet sein, wenn auch manchmal versteckt hinter Bezeichnungen wie "Trägerstoffe" oder "Lösungsmittel für Aromen". Im Zweifel hilft nur die Nachfrage beim Hersteller.

Bei Produkten, die mit "fettfrei", "unterstützt das Immunsystem" oder "30 % weniger Zucker" beworben werden, sollte ebenfalls kritisch geprüft werden.

Inhaltsstoffe (3)

Die Bezeichnung "frei von" unterliegt keinen klaren Kennzeichnungsvorschriften. Weingummi enthält zum Beispiel tatsächlich kein Fett, dafür jedoch große Mengen an Zucker.

Regionale Produkte (1)

Die Begriffe "regional" oder "aus der Heimat" lassen Bilder von saftigen Wiesen und glücklichen Tieren aufsteigen und suggerieren authentische Lebensmittel. Das ist irreführend.

Regionale Produkte (2)

Mit ungeschützten Begriffen wie "regional, "Region" und "Herkunft" kann man beliebig werben. Es handelt sich nur um regionale Produkte, wenn Lebensmittel mit konkreter geografischer Angabe (z.B. NRW, Eifel) gekennzeichnet sind.

Lassen sich auf der Verpackung weitere nachvollziehbare Erklärungen zur Herkunft finden, stammt das Produkt mit hoher Wahrscheinlichkeit tatsächlich aus dieser Region.

Verpackung (1)

Auf der Verpackung abgebildete Lebensmittel machen Appetit und verleiten zum Kauf. Das bedeutet nicht, dass die abgebildeten Zutaten wirklich enthalten sind. Oft handelt es sich nur um einen Serviervorschlag. Das muss allerdings in der Nähe der Abbildung stehen.

Nicht selten sieht man nach dem Öffnen von Packungen oder Tüten, dass sie mehr Luft als Ware enthalten. Leider gibt es nur schwammige gesetzliche Regelungen.

Verpackung (2)

Lediglich ein Orientierungswert gibt an, dass nicht mehr als 30 % Luft in der Verpackung enthalten sein darf. Letztendlich kommt es aber immer auf eine Einzelfallprüfung an.

Noch ist das Verhältnis von Verpackung und Inhalt gesetzlich geregelt. Im Zweifel ist es sinnvoll, sich an der Mengenbzw. Gewichtsangabe zu orientieren, was aber nicht in jedem Fall einfach ist.

Verpackung (3)

Auf manchen Verpackungen ist die Abbildung der Zutatenliste so klein, dass sie kaum zu entziffern ist. Bei sehr kleinen unverpackten Lebensmitteln darf sogar ganz darauf verzichtet werden.

Das gilt auch für einige Milch- und Käseprodukte sowie für Getränke, die mehr als 1,2 Volumenprozent Alkohol enthalten - außer für Bier.

Buchtipp

Der Ratgeber "Lebensmittel-Lügen. Wie die Food-Branche trickst und tarnt" der Verbraucherzentrale kann im Internet bestellt werden: www.vzhh.de/ernaehrung/317110/ lebensmittel-luegen.aspx

Weitere Informationen

Internet: www.lebensmittelklarheit.de

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