Mi 25.02.15

05.30 - 09.00 Uhr
ARD-Morgenmagazin
Hohe Cholesterinwerte

Cholesterin ist ein Nahrungsfett und wird sowohl mit der Nahrung aufgenom-

men, als auch im Körper von der Leber gebildet. Es ist ein wichtiger Bestandteil der Zellmembranen und dient als Baustoff für den Aufbau von Zellwänden.

Es ist zudem eine Vorstufe bei der Synthese von Gallensäuren und Hormonen.

Vor allem Menschen, die vorwiegend Fertiggerichte zu sich nehmen, laufen Gefahr einen zu hohen Cholesterinwert zu entwickeln.

Denn Fett ist ein Grundbestandteil von Fertiggerichten und Fast Food. Außerdem kommen bei einer solchen Ernährung zu wenig Vitamine und Ballaststoffe im Körper an.

Bei ausreichender Sonneneinstrahlung ist der Körper in der Lage, aus Cholesterin die Vorstufe für Vitamin D zu bilden. Im Blut wird Cholesterin wegen seiner schlechten Wasserlöslichkeit an Eiweiße gebunden und dann transportiert

Dieses Transport-Cholesterin heißt HDL (high density Lipoproteine = "gutes" Cholesterin) bzw. LDL (low density Lipoproteine = "schlechtes" Cholesterin).

Der LDL-Typ soll die Entstehung von Arteriosklerose begünstigen, während der HDL-Komplex sie möglicherweise verzögert. Es kommt auf das Mengenverhältnis zwischen zwei Cholesterinarten an: Je größer die Menge an LDL-Cholesterin im Verhältnis zum HDL-Cholesterin,desto eher droht Herzinfarkt oder Schlaganfall

HDL transportiert nicht mehr benötigtes Cholesterin aus den Körperzellen und den Arterienwänden zurück zur Leber.

Dort wird es zu Gallensäuren umgebaut und über die Gallengänge in den Darm zur Fettverdauung abgegeben. Allerdings werden bis zu 90 Prozent der Gallensäuren im Darm resorbiert und dem Stoffwechsel wieder zugeführt.

Eine ballaststoffreiche Ernährung vermag jedoch den Cholesterinspiegel zu senken. Die Gallensäuren werden verstärkt an Ballaststoffe gebunden und daraufhin über den Darm ausgeschieden und somit weniger rückresorbiert.

Verbreitung hoher Cholesterinwerte 1

In den Industriestaaten sind erhöhte Blutfette mittlerweile fast "normal". Es ist allgemein bekannt, dass sie das Risiko für die Entstehung von Herzkreislauf-Erkrankungen steigern.

Verbreitung hoher Cholesterinwerte 2

Man schätzt, dass in den Industriestaaten mehr als 50 Prozent der über 40 jährigen einen zu hohen Cholesterinspiegel (>200 mg/dl) haben.

Das geht oft parallel mit ebenfalls erhöhten Werten für ebenso gefäßschädigende Triglyceride einher.

Ernährung und Cholesterinwerte 1

Fette nehmen wir über pflanzliche und tierische Lebensmittel zu uns. Pflanzliche Fette kommen in Ölen und Nüssen vor und bestehen überwiegend aus ungesättigten Fettsäuren.

Tierische Nahrungsfette sind Cholesterin und Triglyzeride, die überwiegend gesättigte Fettsäuren enthalten. Triglyzeride sind vielfach in Fleisch und Wurstwaren zu finden. Beim Menschen speichern sie Fettsäuren.

Ernährung und Cholesterinwerte 2

Cholesterin befindet sich als Bausubstanz in den Körperzellen und kommt über die tierischen Produkte ebenfalls in unseren Körper.

Davon nehmen wir so viel auf, dass unsere Leber, die eigentlich unseren Bedarf an Cholesterin und Triglyzeriden durch Eigenproduktion selbst abdecken kann, mit der Verwertung nicht mehr nachkommt.

Ernährung und Cholesterinwerte 3

Tierische gesättigte Fettsäuren haben zu dem eine negative Wirkung auf den Fettstoffwechsel und sollten durch pflanzliche ersetzt werden.

Dazu müssen fettes Fleisch, fette Wurst und fetter Käse weggelassen werden. Sie sollten durch mehr Obst und Gemüse, fettarme Milchprodukte, Vollkornprodukte, Fisch oder (Wal)Nüsse ersetzt werden.

Ernährung und Cholesterinwerte 4

Eine fettreduzierte Ernährung verbessert nicht nur den Stoffwechsel Ihres Körpers, sie führt auch zu einem Gewichtsverlust und senkt somit einen zu hohen Blutdruck und auch die Cholesterinwerte gehen runter.

Eine besondere Gruppe der Fettsäuren sind die Omega-3 Fettsäuren, die vor allem in Salzwasserfischen wie Makrele, Hering und Lachs enthalten sind.

Ernährung und Cholesterinwerte 5

Zuchtfische, die mit Fischmehl gefüttert werden, enthalten weniger davon, weil sie über ihre "nicht natürliche Haltung und Ernährung" kaum noch Omega-3-Fettsäuren bilden.

Diese Fettsäuren verbessern die Fließeigenschaft des Blutes und beugen so Herzinfarkt und Schlaganfall vor. Als Beweis dafür werden immer Untersuchungen mit Bewohnernder holländischen Küste und der Inuit angeführt.

Ernährung und Cholesterinwerte 6

Alle haben wegen des hohen Fischverzehrs weniger Infarkte. Auch besitzen Omega-3 Fettsäuren eine entzündungshemmende Wirkung, so dass sie vor Arteriosklerose schützen.

Da die Meere stark überfischt sind, werden Alternativen unter pflanzlichen Ölen gesucht. Aktuelle Studien an der Universität Jena untersuchen, ob und welche Pflanzenöle ebenso positiv auf die Fließeigenschaft des Blutes wirken.

Ernährung und Cholesterinwerte 7

Vor allem Leinöl liefert eine hohe Konzentration pflanzlicher Omega-3-Fettsäuren. Auch Walnuss, Raps, oder Hanföl sind wertvolle Omega-3 Lieferanten.

Bei den meisten von uns liegt ein Omega-3 Fettsäuren Mangel vor. Dagegen haben wir Omega-6-Fettsäuren im Überfluss. Eigentlich sollten wir nur etwa 5-mal so viel Omega 6 zu uns nehmen.

Ernährung und Cholesterinwerte 8

Aber durch unseren Fleisch- und Milchkonsum liegt das Durchschnittsverhältnis bei 20:1.

Wer auf Fleisch ungern verzichtet, kann dem etwas entgegenwirken, indem er das Fett abschneidet und mit vielen frischen Kräutern würzt. Das soll die Wirkung schädlicher Stoffe reduzieren.

Ernährung und Cholesterinwerte 9

Am häufigsten kommen die Omega-6-Fettsäuren in unserer Nahrung in der Linolsäure vor. Fette sollten rund ein Drittel des täglichen Kalorienverzehrs ausmachen, aber nur zu einem Drittel aus gesättigten Fettsäuren bestehen.

Das heißt, bei Normalgewicht, sollte pro Kilogramm Körpergewicht maximal 1 Gramm Fett verzehrt werden.

Vorbeugen

Hohe Cholesterinwerte lassen sich mit der richtigen Ernährung verhindern und sogar senken. Dann gehören weniger Fett, mehr Kohlehydrate und vor allem Obst und Gemüse auf den Speiseplan.

Wichtig ist es, tierische Fette zu meiden und stattdessen regelmäßig ballaststoffreiche Kost zu sich zu nehmen.

Gesunde Knabbereien für zwischendurch

Vollkornsalzgebäck hat einen niedrigeren Fettgehalt als Salzstangen, Chips oder Erdnussflips.

Nachos enthalten weniger Fett als Chips. Aus Paprika, Möhren oder Kohlrabi lassen sich Gemüse-Knabbersticks herstellen. Dazu ein Dipp aus Magerquark, Kräutern und Gewürzen - das schmeckt und ist gesund.

Bewegung

Wer erhöhte Cholesterinwerte senken möchte, sollte damit beginnen, vorhandenes Übergewicht zu reduzieren.

Dass heißt er einen Body-Mass-Index von 25 und weniger zu erreichen. Der BMI berechnet sich aus Körpergewicht in kg/Größe in m. Neben der richtigen Ernährung hilft hier ein ausgewogenes Bewegungsprogramm.

Literatur:

- Volker Schmiedel: Cholesterin naturgemäß behandeln, HAUG

- Carolin Schricker, Walter Eichinger,

Rüdiger Lange: Walking, blv

- Margit Rüdiger: Power Walking,

Gräfe & Unzer