Das Erste: Mi 21.09.16

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Welt-Alzheimertag

Zurzeit leben in Deutschland etwa 1,6 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. Ungefähr 60 Prozent davon leiden an einer Demenz vom Typ Alzheimer. Sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt, wird ihre Zahl bis 2050 auf drei Millionen steigen.

Ursachen und Symptome (1) Gedächtnisstörungen und leichte Probleme mit der Sprache und bei der zeitlichen und räumlichen Orientierung können erste Anzeichen einer Erkrankung sein.

Ursachen und Symptome (2)

Gehirnzellen, die den Botenstoff Acetylcholin produzieren, nehmen im Alter allgemein ab.Ein nachlassendes Gedächtnis muss nicht ein Zeichen für eine beginnende Erkrankung sein. Bei dieser sind die Geschwindigkeit und das Ausmaß dieses Zellsterbens enorm beschleunigt.

Ein Beispiel: Wer als alter Mensch vergisst, wo er seine Brille abgelegt hat, leidet evtl. unter einer leichten Gedächtnisstörung.

Ursachen und Symptome (3)

Häufen sich solche Situationen und immer mehr Dinge werden verlegt oder der Betreffende vergisst, dass er überhaupt eine Brille trägt, liegen ernste Warnzeichen für eine Demenz-Erkrankung vor.

Behandlung (1)

Verhaltensauffälligkeiten im Alter können unterschiedliche Ursachen haben. Schwere Schicksalsschläge, wie der Tod des Lebenspartners oder Vereinsamung, können zu Depressionen führen.

Behandlung (2)

Häufig haben diese Veränderungen ihre Ursache jedoch in einer Erkrankung des Gehirns. Sehr unterschiedliche Symptome kennzeichnen das Krankheitsbild "Verhaltensauffälligkeit".

Sie sind je nach Temperament und Pesönlichkeit des Kranken ausgeprägt: Wahn, Unruhe, Aggression, Wandern, Depression, Angst und ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus sind die häufigsten Symptome.

Behandlung (3)

Verhaltensauffälligkeiten und Gedächtnisstörungen sind meist behandelbar.Wesentlich ist eine frühzeitige Therapie. Ein Arztbesuch zur exakten Diagnose ist im Anfangsstadium dringend erforderlich

Ziel einer erfolgreichen Demenzbehandlung muss sein, dem Kranken noch viele gute Tage zu verschaffen, indem die geistige Leistungsfähigkeit so lange wie möglich aufrecht erhalten und Verhaltensauffälligkeiten gelindert werden

Behandlung (4)

Auch sollte der Patient in die Lage versetzt werden, alltägliche Tätigkeiten, z.B. Ankleiden und Essen, so lange wie möglich selbst zu erledigen.

Die Demenz-Therapie steht auf zwei Säulen, der medikamentösen Behandlung und der psychosozialen Betreuung.

Vollmachten und Verfügungen (1)

Nach der Diagnose einer Demenzerkrankung stellen sich viele Fragen zur Zukunft des Betroffenen in Bezug auf Betreuung und Pflege, finanzielle Hilfen sowie rechtliche Schritte.

Wenn möglich sollte der Betroffene selbst seine Wünsche äußern und Entscheidungen über die Verwaltung seines Vermögens, über die zukünftige Pflege, Erbschaften und gewünschte oder nicht gewünschte ärztliche Maßnahmen treffen.

Vollmachten und Verfügungen (2)

Dies kann in einer Vorsorgevollmacht, einer Betreuungsverfügung und einer Patientenverfügung festgelegt werden - allerdings nur so lange, wie die Geschäftsfähigkeit des Patienten noch gegeben ist.

Linktipps

www.demenzfilm.de

https://www.deutsche-alzheimer.de/ termine/welt-alzheimertag.html

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