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Die Corona-Warn-App

Über die Corona-Warn-App wurde seit Monaten diskutiert, seit Anfang Juli steht sie nun zum Herunterladen zur Verfügung. Sie soll Nutzern einen Hinweis geben, ob sie in einem möglicherweise gefährlich nahen oder langen Kontakt zu Infizierten waren. Sie erhalten dann eine Push-Meldung auf ihrem Handy.

Die von der Deutschen Telekom und SAP entwickelte App soll die Gesundheitsämter dabei unterstützen, Infektionsketten automatisiert und damit schneller und genauer nachverfolgen zu können. Es handelt sich um eine Tracing- App,die die Bluetooth-Funktechnik nutzt

Was kann die App leisten?

Die App kann dazu beitragen, dass Menschen nachträglich darüber informiert werden, wenn sie sich in der Nähe infizierter Personen aufgehalten haben. Dabei erfährt man nicht, wer diese Personen waren - und auch nicht, ob man sich aktuell neben infizierten Personen befindet.

Ist die App freiwillig?

Ja. Heruntergeladen werden kann die "Corona-Warn-App" in den App-Stores von Apple und Google. Nutzer können entscheiden, ob sie freiwillig Daten zur anonymisierten epidemiologischen Auswertung an das RKI übermitteln wollen.

Wie funktioniert die App?

Alle paar Minuten wird eine neue Identifikationsnummer (ID) erzeugt und ausgesendet, um die Person beziehungsweise das Gerät zu anonymisieren. Wenn zwei Geräte mehr als 15 Minuten weniger als 2 Meter voneinander entfernt waren und damit der Kontakt aus epidemiologischer Sicht relevant war, wird die anonyme ID auf dem Telefon 14 Tage gespeichert.

Woher erfährt die App, dass eine Person infiziert ist?

Wird ein Nutzer positiv getestet, trägt er das selbst in der App ein.Um falsche Meldungen zu vermeiden, kann er das nur mit einem Code vom Gesundheitsamt tun.

Auf welchen Smartphones läuft sie?

Beim iPhone muss das Betriebssystem iOS 13,5 installiert sein. Das gibt es für die Geräte iPhone 6s oder dem SE. Ein altes iPhone 5, 5S oder 6 reicht nicht aus.

Bei Android-Handys ist die Lage unübersichtlicher. Hier muss zum einen Bluetooth SE unterstützt werden (ab Android 6). Zum anderen müssen aber auch die Google Play Services laufen, weil der Konzern die Schnittstellen nicht über Android zu Verfügung stellt, sondern über diese Google-Dienste. Huawei will die App auch ohne die Google-Dienste auf den neuesten Modellen anbieten.

App funktioniert auch auf Reisen

Die deutsche Corona-App funktioniert inzwischen auch bei Reisen in Italien und Irland. In Kürze sollen nach Angaben der EU-Kommission die Apps aus Tschechien, Dänemark, Lettland und Spanien hinzu kommen. Insgesamt kommen die Apps von rund 20 EU-Ländern technisch dafür infrage.

Wird die App auf das Datenvolumen des Nutzers angerechnet?

Die Nutzung der App wird nicht auf das mobile Datenvolumen der Mobilfunkkunden angerechnet. Es gilt das genannte Zero Rating. Das bedeutet, dass keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Wie sicher ist die Nutzung?

Die Entwicklung der App hatte sich verzögert, weil die Bundesregierung im April einen Kurswechsel vornahm. Zunächst hatte sie eine zentrale Speicherung geplant, danach ging die Bundesregierung einen dezentralen Weg. Es werden keine GPS-Ortungsdaten erfasst. Apple und Google, die ihre Schnittstellen für die App zur Verfügung stellen, mussten versichern, dass die Daten nur auf dem Gerät gespeichert würden.

Die Regierung sagt zu, dass die Daten nach zwei Wochen auf dem Handy gelöscht würden.

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