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Sa 26.04.14

17.03 - 17.30 Uhr
Ratgeber: Gesundheit

Blasenentzündung (1)

Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen deuten auf eine Blasenentzündung hin. Die bakterielle Infektion kann sich bis in die Nieren ausbreiten und in den Blutkreislauf gelangen.

Mehr als 50% aller Frauen hatten schon eine Blasenentzündung, etwa 30% mehrmals. Sie ist eine der häufigsten Erkrankungen bei Frauen. Frauen haben eine kürzere Harnröhre als Männer. Da Harnröhre, Scheide und Darmausgang eng beieinander liegen, gelangen Keime schneller in die Blase.

Blasenentzündung (2)

Verursacht wird die Entzündung oft durch Darmbakterien (Escherichia coli). Auch Viren, Pilze oder Würmer können Schuld sein. Manche Frauen haben eine enge Harnröhre und beim Wasserlassen bleibt Restharn in der Blase. Darin können sich Bakterien vermehren. Dieses Problem haben auch Schwangere.

Bei Männern unter 50 ist eine Blasenentzündung selten. Ab dann steigt das Risiko. Eine vergrößerte Prostata verengt die Harnröhre. Das behindert den Harnabfluss. Keime sammeln sich im Urin

Blasenentzündung (3)

Die Anzeichen einer Blasenentzündung sind ständiger Harndrang und ein unangenehmes Brennen beim Wasserlassen. Auch Krämpfe im Unterbauch sind typisch. Manchmal ist auch Blut im Urin.

Eine Blasenentzündung verschwindet innerhalb von wenigen Tagen, wenn die Antibiotika wirken. Wird sie nicht behandelt, können Bakterien in die Niere gelangen und dort zu einer Nierenbeckenentzündung führen. Doch Antibiotika haben Nebenwirkungen, sie zerstören die natürliche Darm- und Scheidenflora.

Blasenentzündung (4)

Tipps zur Vorbeugung

Viel trinken: mind. 1,5-2 Liter pro Tag, damit Keime aus Harnröhre und Blase gespült werden. Gut sind desinfizierende Blasen- und Nierentees, oder auch Bärentraubenblättertee. Schwarzer Tee und Kaffee reizen die Nieren.

Cranberries haben sich als gutes Mittel bewährt, aber nur in hoher Dosierung. Sie machen den Urin sauer und verhindern das Einnisten von Keimen. Es gibt Cranberries als Saft oder als Kapseln.

Blasenentzündung (5)

Tipps zur Vorbeugung

Harndrang nicht ignorieren: Immer gleich auf die Toilette gehen, sonst haben Bakterien leichtes Spiel.

Intimpflege: keine Seifen, Parfums oder desinfizierenden Hygieneartikel. Sie zerstören den Säureschutzmantel. Auf der Toilette nur von vorne nach hinten wischen, damit keine Keime in die Vagina transportiert werden.

Blasenentzündung (6)

Tipps zur Vorbeugung

Warme, trockene Kleidung: Unterleib und Füße sollten warm bleiben. Kälte und Nässe verschlechtern die Durchblutung.

Toilettengang nach dem Sex: Beim Geschlechtsverkehr kann es zu einer Schmierinfektion kommen. Deshalb zeitnah nach dem Sex auf die Toilette gehen.

Blasenentzündung (7)

Was aber, wenn der Harnwegsinfekt immer wiederkehrt? Bei mehr als drei Infekten in einem Jahr spricht man von einem rezidivierenden Harnwegsinfekt.

Von häufigen Rezidiven sind zwischen 20 und 50% der jungen Frauen oder Frauen in der Menopause betroffen. Bei Infekten, die zwei Wochen nach dem Erstinfekt auftreten, ist eine Kurzzeit-Antibiotika-Gabe möglich. Bei wiederkehrenden Entzündungen ist jedoch eine dauerhafte Antibiotikagabe nicht die Lösung.

Blasenentzündung (8)

Geschlechtsverkehr ist eine häufige Ursache für Blasenentzündungen. Bakterien können aus der Scheide in die Harnwege gelangen. Manchmal werden die Keime aber auch vom Partner übertragen.

Kehrt der Infekt immer wieder, bekommen Frauen oft ein Antibiotikum in niedriger Dosierung verschrieben, das sie nach dem Geschlechtsverkehr einnehmen müssen. Viele Urologen sehen das kritisch. Sie raten zur Ursachenforschung.

Blasenentzündung (9)

Eine Alternative zu Antibiotika bei rezidivierenden Harnwegsinfekten ist eine Immuntherapie in Tablettenform oder als Injektionsbehandlung. Eine Impfung kostet etwa 130 Euro. Von den Kassen wird sie nicht bezahlt. Heilen kann man einen Infekt damit nicht, aber man kann die Anzahl der Infekte mindern.

Auch Frauen nach der Menopause haben oft mit wiederkehrenden Harnwegsinfekten zu kämpfen, wenn der Östrogenspiegel abfällt und die Schleimhäute trockener und dünner werden.

Blasenentzündung (10)

Eine Östrogenbehandlung bewirkt, dass die Schleimhaut sich zurückbildet und die körpereigene Abwehr verbessert wird

Adressen:

Portal von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung: www.patienten-information.de

Initiative urologischer Belegärzte: www.urologen.net

Gesundheitsportale:

www.apotheken-umschau.de

www.onmeda.de

Ayurveda - Wellness oder mehr? (1)

Sanfte Ölmassagen, harmonisierende Stirngüsse, beruhigende und exotische Düfte - Ayurveda wird oft als Wellness-Trip der indischen Art verkauft. Doch echte Ayurveda-Medizin hat nichts mit Wellness zu tun, sagen Ayurveda-Ärzte.

Ayurveda ist eines der ältesten Medizinsysteme der Welt. In Indien wird es gleichwertig neben der westlichen Medizin an Universitäten gelehrt. 5,5 Jahre dauert das Ayurveda-Studium. Danach folgen 3,5 Jahre Ausbildungspraxis.

Ayurveda - Wellness oder mehr? (2)

Ausschlaggebend für die Gesundheit eines Menschen ist nach ayurvedischer Lehre das Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele. Im Mittelpunkt stehen dabei ein stabiles Immunsystem, ein funktionierender Stoffwechsel und die richtige Bewegung.

Vor allem setzt Ayurveda auf pflanzliche Wirkstoffe. Über 3000 Pflanzen werden in der ayurvedischen Medizin eingesetzt. Daraus stellt die indische Pharmaindustrie etwa 1500 Präparate her.

Ayurveda - Wellness oder mehr? (3)

Eine individuelle Diagnostik steht am Anfang einer Ayurveda-Therapie. Abtasten, beobachten und ein Anamnesegespräch gehören dazu, bei Bedarf aber auch Untersuchungen mit klassischen medizinisch-technischen Geräten.

In der ersten Phase der Therapie (Poorvakarma) soll der Körper entgiftet und der Stoffwechsel stabilisiert werden. Dann kommen äußerliche Anwendungen zum Einsatz: z.B. die klassische Ayurveda-Massage Abhyanga, der Stirnguss, Reisbeutel- und Stempelmassagen.

Ayurveda - Wellness oder mehr? (4)

Abschließende Phase einer Ayurveda-Therapie ist die Rasayana-Behandlung. Ziel ist dabei, den Körper zu stärken.

Obwohl auch westliche Kliniken Erfolge durch die Anwendung von Ayurveda vorweisen können, ist die ayurvedische Medizin hierzulande nicht anerkannt. Bislang gibt es nur eine Studie, welche Ayurveda bei dem Krankheitsbild der rheumatischen Arthritis im Vergleich zu Placebo und einem chemischen Präparat getestet hat. Ergebnis: Ayurveda hat deutlich besser gewirkt als Placebo.

Ayurveda - Wellness oder mehr? (5)

Weitere Informationen

Ayurveda-Studie:

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21617554

Institut für Naturheilkunde, Traditionelle Chinesische und Indische Medizin am Klinikum Essen:

www.kliniken-essen-mitte.de/tcm

Personalisierte Medizin (1)

Unsere Gene sind dafür verantwortlich, ob und wie gut ein Medikament wirkt. Aus den Genen entstehen Proteine, die als Enzyme im Stoffwechsel beteiligt sind oder die Signale im Körper steuern. Sie können z.B. entscheiden, ob sich eine Zelle unkontrolliert teilt.

Medikamente interagieren mit den Eiwei-ßen, verhindern Signalübertragungen, blockieren oder fördern Stoffwechselvorgänge. Diese Wechselwirkungen beeinflussen also auch die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen eines Medikaments.

Personalisierte Medizin (2)

Der Begriff "personalisierte Medizin"" ist irreführend. Es geht nicht darum, für jeden einzelnen Menschen nach einer eigenen Therapie zu suchen.

Beispiel Darmkrebs. Es gibt viele Patienten, die dieses Schicksal teilen. Aber nicht jeder Darmkrebs ist gleich. Die Typen sind abhängig von den Genen, die für seine Entstehung verantwortlich sind. Entsprechend kann man auch die Patienten in unterschiedliche Gruppen einteilen. Ziel ist es, das effektivste Medikament zu entwickeln.

Verstopfung - wie wird man sie los? (1)

Bei den jüngeren sind es rund 10%, bei den älteren sogar 20% der Deutschen, die sich damit herumschlagen müssen, Frauen häufiger als Männer.

Völlegefühl, Druck im Bauch, Schmerzen beim Stuhlgang. Ursachen für eine Verstopfung gibt es viele, denn der Darm Trakt ist ein hochkomplexes System mit einer Gesamtlänge von bis zu 8 m und einer großen Oberfläche. In der Darmwand befinden sich ebensoviele Gehirn- oder Nervenzellen wie zum Beispiel im Gehirn eines Hundes.

Verstopfung - wie wird man sie los? (2)

Damit ist der Darm unser zweites Gehirn, das außerdem mit der oberen Schaltzentrale im Kopf in lebhaftem Austausch steht.

Erste Anlaufstelle sollte der Hausarzt sein. Die Mediziner unterscheiden zwischen Entleerungsstörungen, Transitstörungen und funktionellen Störungen, die alle wiederum unterschiedliche Ursachen haben können. Die Therapie folgt einem Stufenplan. Hilfreich für den Arzt: Der Patient führt zu Hause ein Tagebuch, um Umstände und Ursachen einzugrenzen.

Verstopfung - wie wird man sie los? (3)

Ist die Ernährung ausgewogen, fehlen eventuell Ballaststoffe? Rund 30 Gramm täglich sollten es pro Tag sein. Sie sorgen für mehr Bewegung im Darm. Jeder sollte dann auf die Toilette gehen, wenn das Bedürfnis dazu kommt.

Auch Erkrankungen wie Diabetes, Probleme mit der Schilddrüse oder neurologische Krankheiten können Verstopfungen bedingen. Ausreichend trinken, eine ausgewogene Ernährung, Bewegung und Entspannung sind die besten Maßnahmen, um eine Verstopfung zu verhindern.

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