Mo 14.12.15

20.15 - 21.00 Uhr
Lebensmittelcheck: Eier

Verbraucherverhalten: Fakten

- Mit etwa 63 % verbrauchen Deutsche am häufigsten Eier aus Bodenhaltung. Käfigeier, also aus Kleingrupgruppenhaltung, sind kaum noch im Handel.

- Über 80 % der Eier kaufen wir im Supermarkt und Discounter.

- Die Farbe der Eier hängt ab von der Rasse, nicht von der Farbe des Huhns.

- Nur Eier der Güteklasse A kommen als frische Eier in den Handel. Solche mit Unebenheiten oder Rissen dürfen nur industriell verarbeitet werden.

Hühnerställe: Fakten

- Bei Bio gibt es max.sechs Hennen pro Quadratmeter Stallfläche. Jedes Huhn hat vier Quadratmeter Außenauslauf.

- Bei konventioneller Freilandhaltung gibt es bis zu neun Hennen pro Quadratmeter.Alle haben draußen Auslauf.

- In der Bodenhaltung teilen sich neun Hennen einen Quadratmeter. Heraus aus dem Stall kommen die Tiere aber nie.

- In den Kleingruppenhaltungskäfigen kommen 12 Hühner auf diese Fläche. In den inzwischen verbotenen Legebatterien waren es 18 pro Quadratmeter.

Hühnerhaltung

- Etwa 10 % der in Deutschland verkauften Eier stammen aus ökologischer Erzeugung. Damit haben sie den höchsten Bio-Anteil aller Lebensmittel.

- Biohennen bekommen nur Futter aus ökologischem Anbau. Außerdem dürfen bei dieser Haltungsform keine Schnäbel gekürzt werden.

- Einige Biobetriebe verwenden mobile Ställe, so bekommen Hennen öfter frisches Gras rund um ihre Behausung.

- Die Hühnerherden sind deutlich kleiner als bei konventioneller Haltung.

Einkaufsratgeber: Welche Eier?

- Die erste Zahl auf dem Ei gibt Aufschluss über die Haltung, zum Beispiel 0 für Bio.

- Eier aus Bodenhaltung sind zwar billiger, allerdings leben die Tiere immer im Stall. Deswegen lieber Freilandeier kaufen. Bioverbände wie Demeter und Bioland haben die höchsten Standards in punkto Tierwohl.

- Bio ist immer gentechnikfrei.

Haltbarkeit

- 28 Tage beträgt die Mindesthaltbarkeit von Eiern. Ab 10 Tagen vor Ablauf müssen sie in den Kühlschrank.

- Eier sollten nicht gewaschen werden. Wird die Außenhaut verletzt, können Keime ins Innere gelangen. Der Industrie ist es deshalb sogar verboten, Eier zu waschen.

Fakten zur Verbreitung (1)

- In Deutschland werden fast 14 Milliarden Eier produziert.

Fakten zur Verbreitung (2)

- Weitere knapp 7 Milliarden Eier importieren wir aus Ländern wie Niederlande oder Polen

- Seit 2012 sind Legebatterien EU-weit verboten. Käfige gibt es in der sogenannten Kleingruppenhaltung trotzdem. Weltweit stammen immer noch etwa 60 % aller Eier aus Käfigen.

Einkaufsratgeber:Frisch oder nicht? (1)

- Bei verarbeiteten Produkten auf die Kennzeichnung achten, wenn vorhanden. Die Albert-Schweitzer-Stiftung gibt Auskunft über käfigfreie Produkte.

Einkaufsratgeber:Frisch oder nicht? (2)

- Frische erkennen Sie zum Beispiel durch Schütteln. Wenn es schlackert, ist das Ei nicht mehr so frisch.

- Eier erst wegwerfen, wenn sie stinken. Nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit aber in jedem Fall durcherhitzen

- Ohne Schale lassen sich Eier einfrieren. Mit einer Prise Salz verrührt halten sie sich in einer Plastikbox im Gefrierschrank bis zus 18 Monate.

Fakten zur Hühnerzucht (1)

- Mit 18 Wochen kommen Junghennen in die Legebetriebe.

Fakten zur Hühnerzucht (2)

- Bei Hühnern gibt es zwei verschiedene Zuchtrichtungen: Legehennen, die besonders viele Eier produzieren und Masthühner, die viel Fleisch ansetzen

- 45 Mio. männliche Küken der Legehennenzuchtlinie werden in Deutschland jedes Jahr aussortiert, also getötet.

Fakten zum Hühnerfleisch (1)

- Bundesweit werden jährlich bis zu 40 Millionen Hennen nach einem Jahr Eierlegen geschlachtet.

Fakten zum Hühnerfleisch (2)

- Das Fleisch aussortierter Legehennen taugt nur noch für Tierfutter oder als Suppenhuhn. Was nicht in deutschen Töpfen landet, wird in Entwicklungsländer verramscht. Dort nimmt das Billigfleisch einheimischen Hühnerbauern oft die Lebensgrundlage weg

Bewusster Einkaufen (1)

- Bei Gockelprojekten werden Männchen mit aufgezogen. So können Verbraucher selbst aktiv werden gegen das Kükentöten. Das Fleisch der Hähne eignet sich z.B. für Suppe oder Frikassee.

Bewusster Einkaufen (2)

- Nach Möglichkeit Eier von Zweinutzungshühnern kaufen. Im Internet finden Sie dazu regionale Projekte.

Einkaufsratgeber: Gesundheit

- Eier durcherhitzen. Nach 10 Min. bei 70 Grad sind Salmonellen unschädlich.

- Für Speisen mit rohen Eiern wie Tiramisu oder Mayonnaise nur ganz frische Eier verwenden!

- Salmonellen sind oft auf der Schale: Nach der Zubereitung Hände waschen!

- Bei Raumtemperatur vermehren sich Salmonellen: Eier immer an kühlen.

Worauf Sie insgesamt achten sollten:

- Die Kennzeichnung gibt Auskunft, aus welcher Haltung Eier kommen. Besondere Siegel weisen auf die Fütterung hin.

- Biohennen haben immer Auslauf im Freien - bei den Verbänden gibt es aber unterschiedliche Standards.

- Gockelprojekte und Zweinutzungshühner fördern das Tierwohl - so müssen weniger Küken sterben.

Weitere Informationen im Internet:

http://www.daserste.de/information/ratgeberservice/lebensmittelcheck