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Mo 20.10.14

20.15 - 21.00 Uhr
Lebensmittel-Check mit Tim Mälzer

Wie gut ist unser Fisch?

Rund 16 kg Fisch isst jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr. Doppelt so viel wie vor 50 Jahren. Dabei sind die Nordlichter Spitzenreiter: Sie mögen vor allem Matjes und Nordseekrabben. In Süddeutschland kommen Karpfen und Forellen auf den Teller. Im Rheinland schätzt man Aal.

90 Prozent kommen aus dem Ausland - vor 50 Jahren waren es nur 40 Prozent.

Wie gut ist unser Fisch?

Industrieller Fischfang mit großen Trawlern, die wochenlang auf hoher See bleiben, verdrängt die regionale Fischerei.

Vor 50 Jahren gab es noch 1700 Ostsee-Fischer in Schleswig-Holstein, heute sind es nur noch 270. Dabei liefern nur kleine Kutter, die täglich ausfahren, echten fangfrischen Fisch.

Infobox (Qualitätsmerkmale):

- Frischer Fisch riecht nicht. Seine Haut ist von einer glänzenden Schleimschicht überzogen.

- Seine Kiemen leuchten hellrot.

- Drückt man auf frischen Fisch, bleiben keine Dellen zurück.

- Gekaufter Fisch von der Theke ist meist schon viele Tage alt. Daher lieber sofort zubereiten!

- 85 Prozent unseres Fischs kaufen wir Deutschen im Supermarkt oder Discounter. Ein Drittel davon ist Tiefkühlware.

Infobox (Beliebtheit):

- Der mit Abstand beliebteste Fisch bei uns Deutschen ist der Alaska- Seelachs. Er wird vor allem zu Schlemmerfilets und Fischstäbchen verarbeitet.

- An zweiter Stelle folgt der Lachs. Als Wildfang oder aus Aquakultur.

- Thunfisch in der Dose steht an dritter Stelle der meistverkauften Fischprodukte in Deutschland, pur oder als Belag auf Pizza.

- Vor allem Garnelen, Jakobsmuscheln und Filets sind häufig glasiert. Vorsicht beim Hinweis "Schutzglasur".

Infobox (Inhaltsstoffe):

- Entscheidend ist nicht das Füll-, sondern das Abtropfgewicht.

- Zutaten wie Zitronensäure oder Polyphosphate deuten darauf hin, dass der Fisch mit Wasser angereichert ist.

- Faustregel: Wildfisch enthält mehr Jod, Zuchtfisch mehr Vitamine.

- Ausgerechnet die fetten Fische sind besonders gesund.

- Makrele, Hering und Lachs enthalten besonders viel Omega-3-Fettsäuren.

- Große Raubfische sind stark mit Quecksilber belastet.

Infobox (Zubereitung und Lagerung):

- Frittieren zerstört die Omega-3- Fettsäuren im Fisch - ein Fischburger in der Imbissbude bringt also nichts.

- Kaufen Sie keine Fischölkapseln - sie sind häufig mit Schwermetallen belastet.

- Große Raubfische reichern giftige Schwermetalle im Fleisch an - Besonders Thunfisch ist stark belastet.

- Fisch verdirbt extrem leicht. Bakterien und Keime vermehren sich darauf schnell. Roher oder kaltgeräucherter Fisch sind vor allem für Schwangere und Kleinkinder riskant.

Infobox (Problematische Herkunft):

- Tropische Garnelen sind besonders oft mit Antibiotika belastet. Nordseekrabben hingegen sind in Ordnung.

- Bei Zuchtlachs ist Bio-Ware gesünder; die kommt meist ohne Antibiotika aus.

- Keine Muscheln aus dem Mittelmeer - sie filtern das schmutzige Wasser und speichern Schadstoffe. Nord- und Ostseemuscheln sind deutlich sauberer.

- Fast die Hälfte unserer Speisefische stammt heutzutage aus Aquakulturen.

Infobox (Futtermittel):

- Raubfische wie Lachs und Forelle werden mit Fischmehl aus anderen Fischen gefüttert. Für ein Kilo Lachs muss man sechs Kilo Weißfisch verfüttern.

- Rund ein Viertel der gefangenen Wildfische endet als Fischfutter für Aquakulturen.

- Fisch ist gesund - die Bestände sind es leider nicht. Essen Sie Wildfisch nur einmal im Monat. Kaufen Sie Fisch nur mit eingetragenem Gütesiegel. Benutzen Sie einen Fischratgeber.

Infobox (Ratschläge zum Einkauf):

- Bei Zuchtfisch besser Bio-Fisch kaufen.

- Bevorzugen Sie bei heimischen Fischen regionale Betriebe.

- Der einzige absolut unbedenkliche Fisch ist der Karpfen.

Weitere Informationen im Internet:

http://www.daserste.de/information/ratgeberservice/lebensmittelcheck/

lebensmittelcheck/index.html

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