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Mo 25.08.14

20.15 - 21.00 Uhr
Der IKEA-Check

Die vier Check-Kategorien (1)

Stressfaktor

Ikea - viele bummeln einfach hindurch, schauen hier mal, kaufen dort etwas extra, danach vielleicht noch der Besuch im Restaurant. Eintauchen in die Ikea-Welt, entspannen in der Atmosphäre. Das gefällt vielen und hebt die Stimmung.

Was aber, wenn man zügig nur das einkaufen möchte, was man braucht? Ist es dann immer noch entspannt? Oder bedeuten die verschlungenen Wege oder das Suchen der Möbeleinzelteile in der Lagerhalle Stress?

Die vier Check-Kategorien (2)

Stressfaktor (Fortsetzung)

Markencheck hat zehn Paare - alle Leser der Rheinischen Post - bei Ikea und zum Vergleich im Möbelhaus Höffner einkaufen lassen. Fünf Paare starteten bei Ikea, fünf bei Höffner.

Für ein Budget von 350 Euro haben die Paare zwei Stunden lang eingekauft und mussten sich dabei an einen vorher festgelegten Einkaufszettel halten. Danach haben die Paare im jeweils anderen Möbelhaus unter den selben Bedingungen eingekauft.

Die vier Check-Kategorien (3)

Stressfaktor (Fortsetzung)

Ein Experte hat im Anschluss die Stresswerte aller Paare ausgewertet und festgestellt: Der Einkauf bei Ikea war stressiger.

Ikea-Prinzip

Nach dem Einkauf kommt der Aufbau. Die Verbraucher machen uns da zu unbezahlten Handlangern von Ikea, indem wir die Möbel selbst zusammenschrauben. Zum einen spart Ikea auf diese Weise Geld, zum anderen wird es dadurch aber bei seinen Kunden sogar noch beliebter.

Die vier Check-Kategorien (4)

Ikea-Prinzip (Fortsetzung)

In einem Experiment hat "Markencheck" herausgefunden: Durch den Eigenaufbau der Möbel erlangen sie bei Kunden einen höheren Wert - trotz erhöhten Aufwands.

Markensoziologe Oliver Erichiello erklärt im "Markencheck", welches Prinzip dahinter steckt. Starke Marken brechen Regeln und Erwartungshaltungen. Die Kunden eines Möbelhauses rechnen mit Service und Dienstleistungsfreundlichkeit. Bei Ikea erleben wir das Gegenteil, und das macht Ikea so beliebt.

Die vier Check-Kategorien (5)

Qualität

Der Klassiker Billy ist in den letzten 30 Jahren günstiger geworden. 1980 kostete das Regal umgerechnet noch 51 Euro, 2014 nur noch 38 Euro. Geht das bei gleicher Qualität?

Im ersten Teil des Qualitätschecks hat ein Schreinermeister vier Billys von vor rund 30 Jahren mit Billy von heute verglichen: Verbindungen aus Metall wurden gegen schlechter belastbarere aus Plastik ausgetauscht.

Die vier Check-Kategorien (6)

Qualität (Fortsetzung)

Auch die Verschraubung war, so der Schreiner, vor 30 Jahren besser, heute spart Ikea an der Länge der Schrauben. Außerdem ist Billy jetzt 80 cm breit, damals waren es noch 90 cm.

Auch die Bretter selbst sind in ihrer Breite geschrumpft: Sie sind heute einen Millimeter dünner, und genau der macht's aus, so der Schreiner: Billy sei ganze 40 cm weniger belastbar im Vergleich zu damals.

Die vier Check-Kategorien (7)

Qualität (Fortsetzung)

Trotz allem: Den Belastungstest mit knapp 20 Kilogramm bestehen beide Regale, und auch drei simulierte Umzüge hat Billy überstanden.

Schreiner Hampel kommt zu dem Ergebnis: "Sie scheinen genau die Grenzen zu kennen, die sie einhalten müssen, damit es nicht all zu schnell zu Schäden kommt. Für den miminalen Aufwand befriedigen sie gerade mal die Erwartungshaltung der Leute."

Die vier Check-Kategorien (8)

Fairness

Ikea hat offenbar einen hohen Anspruch: "Democratic Design" ist das Prinzip, auf das Ikea baut: Faire Preise, faire Löhne, fair sein auch zur Umwelt.

2011 stellte der erste "Ikea-Check" fest: Ikea unterstützte das DDR-Regime, da es dort billig im Gefängnis produzierte Möbel kaufte; produziert u.a.von Unschuldigen (politische Häftlinge).Die Markenchecker finden heraus: Zu Ikea-Lieferanten zählt eine Firmengruppe,die auch eine Fabrik in Weißrussland hat.

Die vier Check-Kategorien (9)

Fairness

Werden dort Möbel für Ikea produziert? Eigentlich kaum vorstellbar, denn Weißrussland ist eine Diktatur, in der auch Journalisten gefährlich leben. "Check"-Reporter schleusen sich in besagte Firma ein, um herauszufinden, für welche Marken die Firma in Weißrussland produziert - auch für Ikea?

Weitere Informationen

Internet: http://www.daserste.de/markencheck

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