Das Erste: Mo 26.09.16

20.15 - 21.00 Uhr
Gesundheits-Check : "Teures Lächeln"

Das Geschäft mit den Zähnen

"Schöne Zähne sind die beste Visitenkarte", so heißt es gemeinhin. Doch für viele ist das strahlende Lächeln mit ebenmäßigen, weißen Zähnen ein unbezahlbarer Luxus.

Kamen früher die Krankenkassen für die Behandlung auf, müssen heute Kassenpatienten in den Zahnarztpraxen oft tief in die Tasche greifen - besonders beim Zahnersatz. Der "Gesundheits-Check" fühlt der Branche auf den Zahn und deckt Tricks und Preisfallen auf.

Der Zahnarzt-Check

Im "Gesundheits-Check" macht sich ein Testpatient auf den Weg. Ihm fehlen zwei Zähne - Implantate sollen die Lücke schließen. Bei fünf Zahnarztpraxen lässt er sich einen Heil- und Kostenplan erstellen. Werden ihm überteuerte oder sogar unnötige Behandlungen angeboten?

Das Ergebnis der Stichprobe: Die Preisunterschiede sind erheblich. Über 2.000 Euro liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot.

Der Zahnarzt-Check (2)

Die Heil- und Kostenpläne bewegen sich zwischen 4.317 Euro und 6.531 Euro. Wie kann das sein?

- Die Preisunterschiede erklären sich zum Teil durch unterschiedliche Steigerungssätze, die Zahnärzte im Bereich der Privatabrechnung verlangen können

- Durch unterschiedliche Laborkosten und Materialkosten

- Zum Teil werden falsche Befunde erhoben, die zum Kostennachteil für den Patienten werden

Der Zahnarzt-Check (3)

- Es werden Kassenleistungen, die eigentlich ohne Zuzahlung für den Patienten wären, zu Privatleistungen gemacht. Patienten werden so, ohne ihr Wissen, quasi zu Privatpatienten gemacht.

Fazit des Gesundheits-Check-Experten:

In jedem Kostenvoranschlag fanden sich fragwürdige Posten.

Der Zahnarzt-Check (4)

Zahnarzt-Portale:

Zusätzlich stellt der Testpatient den Heil- und Kostenplan des Gesundheits-Check-Gutachters in die drei populärsten Zahnarzt-Auktionsportale ein: "2tezahnarztmeinung.de", "medikompass.de" und "zahnarzt-preisvergleich.com".

Zahnärzte können sich darauf mit einem eigenen Preisvorschlag bewerben. Die Angebote, die er erhält, sind durchweg günstiger: Die größte Differenz lag bei 743 Euro.

Der Zahnarzt-Check (5)

Im Vergleich zum teuersten Heil- und Kostenplan (6.531 Euro) ergibt sich sogar ein Preisunterschied von knapp 3.000 Euro! Doch können Patienten sicher sein, dass die Angebote auf Zahnarzt-Portalen keine unseriösen Lockangebote sind?

- Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) steht Auktionsportalen äußerst skeptisch gegenüber.

Der Zahnarzt-Check (6/6)

- Aus Sicht der Verbraucherzentralen bieten die Auktionsportale den Vorteil, dass sie Preistransparenz schaffen. Der Verbraucher kann feststellen, wer günstig ist oder eher teuer. Man gibt einmal seine Daten ein und bekommt dann unterschiedliche Preise zu genau dieser Behandlung.

Informationen und Tipps, wie Sie vermeintliche Kostenfallen schon vor Behandlungsbeginn umgehen können, bietet das neue Portal der Verbraucherzentralen: www.kostenfalle-zahn.de

Zahnzusatz-Versicherung - worauf muss man achten?

- Die privatärztliche Rechnung sollte bis zum 3,5 fachen Satz der Gebührenordnung der Zahnärzte erstattet werden.

- Implantate, Kronen, Brücken, Inlays, Prothesen und Knochenaufbau sollten erstattet werden, ohne Obergrenzen und jährliche Erstattungsgrenze.

Welche Füllung ist gut?

Amalgam versus Komposit

Amalgam ist aus der Mode gekommen. Es gibt kaum noch Patienten, die solche Füllungen wollen. Der Renner, also das Standardfüllungsmaterial, sind Komposite.

Amalgam vs. Komposit

Vorteile der Kompositfüllungen (1):

- Sie sind zahnfarben, also weiß und damit ästhetisch vorteilhaft.

Amalgam vs. Komposit (2)

Vorteile der Kompositfüllungen (2):

- Rund zehn Jahre beträgt die durchschnittliche Lebensdauer dieser Füllungen. Die Klebestoffe der Füllungen dringen in die feinen, löchrigen Strukturen der Zahnsubstanz ein. Je besser das gelingt, desto stabiler und langlebiger ist die Füllung.

- Da Kompositfüllungen verklebt werden, bieten sie sich für minimalinvasive Eingriffe an. So muss nicht zusätzlich Zahnhartsubstanz geopfert werden

Amalgam vs. Komposit (3)

Nachteile der Kompositfüllungen:

- Komposite-/Kunststofffüllungen sind normalerweise nur im Frontzahnbereich zuzahlungsfrei.

- Sie bestehen aus sehr vielen Inhaltsstoffen, insgesamt zwischen 20 und 30 verschiedenen. Einige davon sind völlig unproblematisch. Aber Moleküle aus den Klebstoffen der Füllungen können noch nach Monaten austreten und Allergien verursachen.

Amalgam vs. Komposit (4)

Vorteile der Amalgamfüllungen:

- Die Kosten für Amalgamfüllungen werden durch die Krankenkassen voll gedeckt.

- Amalgam ist extrem haltbar, leicht zu verarbeiten und günstig.

Nachteile der Amalgamfüllungen:

- Amalgam beinhaltet auch Quecksilber. Viele Patienten befürchten deshalb Gesundheitsrisiken.

Amalgam vs. Komposit (5)

Jedoch: Wenn die Füllungen ausgehärtet sind, dampft kein Quecksilber mehr ab. Es gibt Abrieb, der verschluckt werden kann, aber im Wesentlichen auch wieder ausgeschieden wird.

Experten sagen, dass ein Patient, der sehr viel Amalgam im Mund hat, dadurch etwa so viel Quecksilber aufnimmt, wie auch durch die Umwelt, z.B. über die Nahrung, in den Körper gelangt. Also kein Grund zu übertriebener Sorge. Selten gibt es aber allergische Reaktionen

Amalgam vs. Komposit (6)

Achtung: Viele Zahnärzte bieten die Kassenleistung "Amalgamfüllungen" gar nicht mehr an. Gesetzlich Versicherte haben aber einen Rechtsanspruch auf die Kassenleistung.

Zumindest der Kassenanteil muss bei einer Kunststofffüllung angerechnet werden.

Zahnhygiene: Richtig Putzen

In der großen Check-Aktion laden wir Passanten dazu ein, ihre Zahnputz-Gewohnheiten von einem Profi checken zu lassen. Welche Fehler machen die Freiwilligen?

- Zu viel Druck, das führt zu Putzdefekten - am Zahnfleisch und am Zahn

- Es wird zu kurz geputzt: Drei Minuten sollten es mindestens sein!

Zahnhygiene: Richtig Putzen (2)

- Chaotisches Schrubben - Zähne werden bei der Reinigung ausgelassen. Wichtig: Putzen mit System! Immer auf der einen Seite des Zahnbogens anfangen, bis zur anderen Seite durchputzen und innen wieder zurück.

Aber: Kreisbewegungen sind nicht geeignet. Es gilt: mit Bewegungen wie beim Auskehren immer von Rot nach Weiß putzen - vom Zahnfleisch zu den Zähnen, in Auskehrbewegungen.

Zahnhygiene: Richtig Putzen (3)

- Die falsche Zahnbürste - hart oder weich?

Letztendlich geht es darum: Wie gut bringt eine Bürste die Scheuerstoffe aus der Zahncreme in Kontakt mit dem Zahn? Eine weiche Zahnbürste tut dies stärker als eine harte.

- Deshalb empfiehlt sich zum Beispiel bei Problemen mit den Zahnhälsen eine harte Bürste. Bei Zahnfleischproblemen dagegen ist eine weiche die geeignetere. Der Zahnarzt berät.

Zahnhygiene: Richtig Putzen (4)

- Zahnzwischenräume werden zu wenig gesäubert. Egal ob Zahnseide, Zahnhölzer, Softpicks oder Interdentalbürstchen - einmal am Tag sollten die Zahnzwischenräume gereinigt werden.

Das Battle: manuell gegen elektrisch

Bekommt man mit manuellem Putzen dasselbe Ergebnis, wie mit einer elektrischen Bürste? Zwei Familien machen acht Wochen lang den Test.

Manuell gegen elektrisch (Fortsetzung)

Die Gewinner: die Familie mit der Elektrozahnbürste. Viele Studien belegen, dass die elektrischen Zahnbürsten ein besseres Putzergebnis erzielen. Denn die Handzahnbürste braucht viel Geschicklichkeit und mit der elektrischen geht es leichter. Interessant: Die saubersten Zähne in der Einzelwertung hatte die Mutter, die manuell putzte.

Tipp: Auch eine günstige Zahnbürste schützt effektiv vor Karies, wenn man sie richtig und regelmäßig benutzt.

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