Wahl in Mecklenburg-Vorp

Bundespolitische Bedeutung

Mehr noch als bei früheren Landtagswahlen spielen diesmal die Themen der Bundespolitik eine Rolle. Besonders die Flüchtlingspolitik der Unions-geführten Koalition mit der SPD im Bund stand dabei im Fokus. Schon deshalb wünscht sich die CDU ein gutes Ergebnis. Spitzenkandidat und Innenminister Caffier fiel durch Law-and-Order-Botschaften auf.

Die SPD kämpft im Bund mit schlechten Umfragewerten. Sollte sie nicht erneut stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern werden, würde dies den Druck auf SPD-Chef Gabriel erhöhen.

Großer Profiteur dürfte auch im Nordosten die AfD werden. Sie präsentierte sich im Wahlkampf mit islamfeindlichen Tönen als Gegenentwurf zu den "Altparteien". Es wäre die vierte Landtagswahl in diesem Jahr, bei der die AfD erfolgreich abgeschnitten hätte.

Die Linkspartei fürchtet, von der AfD als drittstärkste Kraft im Parlament abgelöst zu werden. Beide Parteien buhlen auch um Protestwähler. Wie bereits in Sachsen-Anhalt könnte die Linkspartei wegen ihrer Position in der Flüchtlingspolitik Stimmen an die AfD verlieren.

Die Grünen werden vermutlich wieder ins Schweriner Parlament einziehen. Dies wäre nach dem guten Ergebnis vor fünf Jahren, das auch mit dem Störfall im japanischen AKW Fukushima zu erklären war, ein starkes Signal für ihre Etablierung im Nordosten.

An der Fünf-Prozent-Hürde werden vermutlich sowohl die FDP als auch die bisher im Landtag vertretene NPD scheitern. Die NPD wäre dann in keinem Landesparlament mehr vertreten.

>> Aktuelle Umfrage/Ergebnis von 2011