Wirtschaft: Marktberichte

Gewinnwarnungen von Airbus und Merck

Aber an der Börse geht es manchmal schnell. Waren die Autoaktien gestern noch die Stützen im DAX, lasteten heute Gewinnwarnungen von Flugzeugbauer Airbus und dem Pharma-Lifestyle-Konzern Merck auf dem Index. Konkret hat der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus wegen einer Abschreibung in der Raumfahrtsparte und anhaltenden Problemen in der Lieferkette bei Geschäftsmaschinen seine Jahresziele gesenkt.

Das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen dürfte im laufenden Jahr nun nur noch bei etwa 5,5 Milliarden Euro liegen, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Zuvor hatte das Ziel bei 6,5 bis 7,0 Milliarden Euro gelegen. Ein Händler sprach von einer "harschen Gewinnwarnung". Banken wie JPMorgan und UBS senkten die Kursziele für die Papiere und die Deutsche Bank gab ihre Kaufempfehlung auf. Die Aktie brach deutlich um 9,5 Prozent ein.

Die Papiere des Triebwerkherstellers MTU verloren im Sog der Airbus-Aktien 3,5 Prozent. Eine Hiobsbotschaft gab es auch von Merck. Die Darmstädter nahmen den Misserfolg bei zwei weit fortgeschrittenen Studien zum Anlass, um das ganze Forschungsprogramm mit dem Krebsmittel Xevinapant einzustellen. Analysten hatten dem Medikament bislang ein Milliardenpotenzial eingeräumt. Merck-Aktien sackten im frühen Geschäft über neun Prozent ab, am betrug das Minus 5,7 Prozent.

Peter Verdult von der Citigroup sprach von einer "bitteren Pille". Forschende Pharmakonzerne stecken Milliarden in die Entwicklung neuer Wirkstoffe und testen diese üblicherweise in drei Phasen. Lässt ein Unternehmen wie jetzt Merck seinen Wirkstoff in der letzten Phase III fallen, sind die Forschungsgelder in aller Regel verloren. Entsprechend deutlich reagiert die Börse. Xev

inapant zählte zuletzt zu den größten Hoffnungsträgern in der Pharmapipeline von Merck, Vorstandschefin Belen Garijo hatte ihm Milliardenumsätze zugetraut.

25.06.2024, 22:30 Uhr

>> Das Umfeld bleibt herausfordernd